Zwei Trümpfe im Biegen und Schneiden

Technik/Blechbearbeitung

Mit der neuen Trubend-Serie 8000 bietet Trumpf Biegemaschinen für großformatige und dicke Bauteile mit präzisen Ergebnissen. Die ebenfalls neue 2D-Laserschneidanlage Trulaser 2030 fiber kombiniert die Vorteile einer Kompaktmaschine mit der Leistungsfähigkeit höherer Maschinenserien.

13. Oktober 2015
Neben den Standard-Biegehilfen gibt es auch speziell Varianten für Schwerlasten.
Bild 1: Zwei Trümpfe im Biegen und Schneiden (Neben den Standard-Biegehilfen gibt es auch speziell Varianten für Schwerlasten. )

Große Einbauhöhen und Abkantlängen sowie Presskräfte bis 10000 Kilonewton machen die Maschinen der neuen Trubend-Serie 8000 zu wahren Kraftpaketen. Die flexiblen Großformatmaschinen decken ein breites Anwendungsspektrum ab. Mit acht Metern Länge und einer Schachteltiefe bis 500 Millimeter sind sie prädestiniert für die Bearbeitung großer Teile. Neben der Anwendung an langen Profilen, lässt sich die Presskraft auch auf kleinere Teile mit kurzem Biegeschenkel konzentrieren. Hochfeste und gleichzeitig sehr dicke Bleche lassen sich durch die hohen Presskräfte problemlos biegen. Die Biegelänge hat zusätzlich Vorteile beim Kanten kleinerer Werkstücke an mehreren Biegestationen.

Belastbar, präzise und schnell funktionsbereit

Typische Anwendungsfälle finden sich in der Nutzfahrzeugindustrie sowie im Landmaschinen- und Schiffsbau. Auch Komponenten für Fassaden, Dächer und Tore sowie Türzargen und Großküchen lassen sich mit den Maschinen herstellen.

Für hohe Qualität sorgt eine mechanische Keilbombierung mit präzise einstellbarer Bombierkurve. Die Einstellung erfolgt automatisch über einen in den Maschinentisch integrierten Antrieb. Die CNC-Bombierung sorgt für eine gleichbleibende Winkelgenauigkeit über die gesamte Abkantlänge hinweg und ist in zwei Belastungsvarianten verfügbar: bis 3000 oder bis 6000 Kilonewton pro Meter. Eine Besonderheit: Die Bombierkurve lässt sich alle 250 Millimeter punktuell anpassen. Damit lassen sich Toleranzen, beispielsweise bei Werkzeugverschleiß oder auch besonderen Anforderungen am Biegeteil, ausgleichen.

Für genaue Winkel ab dem ersten Teil verfügt die Trubend-Serie 8000 über das Winkelmesssystem LCB (Laser Controlled Bending). Das System ist besonders benutzerfreundlich, da es optisch misst, automatisch kompensiert und unabhängig vom gewählten Werkzeug funktioniert.

Die Maschinen sind bis 3200 Kilonewton Presskraft bei sechs Metern Arbeitslänge, oder 4000 Kilonewton bei fünf Metern, als Überflurvariante erhältlich. Das heißt, sie müssen nicht in den Boden versenkt werden. Es ist kein spezielles Fundament notwendig, was Zeit und Kosten beim Aufbau spart.

Zahlreiche Details erleichtern zudem die Arbeit der Maschinenbediener. Beispielsweise spart die mobile Steuerungseinheit Mobilecontrol Laufwege, da die wichtigsten Funktionen der Steuerung an drei Stationen mit frei wählbaren Positionen direkt an der Maschine verfügbar sind. Für die Handhabung sehr großer und schwerer Teile bietet Trumpf neben den Standard-Biegehilfen und -Auflagekonsolen besondere Schwerlastvarianten, die 300 Kilogramm tragen können.

Mit der neuen Serie bringt das Ditzinger Unternehmen das erste Produkt der Trumpf Werkzeugmaschinen Teningen GmbH, ehemals EHT Werkzeugmaschinen GmbH, auf den Markt und erweitert damit sein Produktportfolio. Zusätzlich zu diesen Standardmaschinen bietet das Unternehmen weiterhin unter der Marke EHT maßgeschneiderte kundenspezifische Biegelösungen. Die EHT-Variopress-Maschinen decken Anforderungen nach extremen Presskräften von mehr als 10000 Kilonewton ab und sind mit Sonderfunktionen oder als Tandemanlagen für besonders lange Teile erhältlich.

Produktiv bei geringen Nebenzeiten

Die ebenfalls neue Trulaser-Serie 2000 bietet eine hohe Leistung bei geringem Platzbedarf, eine intuitive Bedienung sowie eine schnelle und einfache Installation. Zudem schneidet die Maschine mit dem Trudisk-Festkörperlaser insbesondere dünnes Blech sehr schnell. Zur hohen Produktivität trägt die gesteigerte Dynamik der Maschine durch die doppelt geführte Bewegungseinheit bei. Für geringe Nebenzeiten sorgen zahlreiche Funktionen wie die Ein-Schneidkopf-Strategie und ein optionaler Düsenwechsler.

Die Trulaser 2030 fiber ist standardmäßig mit dem Trudisk 3001 mit drei Kilowatt Laserleistung ausgestattet und optional mit dem Trudisk 4001, der Vier-Kilowatt-Variante. Damit bietet die Maschine die Vorteile des Festkörperlaserschneidens. Ihre Stärke ist der Blechdickenbereich bis zwölf Millimeter, hier arbeitet sie hochproduktiv. Zusätzlich bietet sie die Flexibilität, auch größere Materialstärken zu bearbeiten.

Bei drei Kilowatt Leistung schneidet sie Baustahl bis 20, Edelstahl bis 16 und Aluminium bis zwölf Millimeter. Bei vier Kilowatt erhöht sich die Leistungsgrenze auf 20 Millimeter Edelstahl und Baustahl sowie 16 Millimeter Aluminium. Auch Buntmetalle sind im Programm. Je nach gewählter Laserleistung trennt die Anlage Kupfer und Messing bis sechs oder acht Millimeter. Alle Materialien und Blechdicken lassen sich mit der gleichen Schneideinheit bearbeiten. Das spart Rüstzeiten, denn ein Umrüsten von Linsen oder Schneidköpfen ist nicht notwendig. Der Kollisionsschutz des Schneidkopfs und ein automatischer Düsenwechsler mit Platz für acht Düsen reduzieren die Nebenzeiten weiter.

Erhöhte Leistungsfähigkeitdurch Automatisierung

Wer die Leistungsfähigkeit der Maschine weiter erhöhen möchte, kann sie künftig mit dem Liftmaster Shuttle, einer Automatisierung zum Be- und Entladen, kombinieren. Diese Lösung ermöglicht in verschiedenen Aufstellvarianten zusätzliche Wachstumsperspektiven für die Fertigungskapazität und steht auch als Nachrüstung zur Verfügung.

Eine weitere Möglichkeit, die Anlage bestmöglich auszulasten, ist, den Trudisk in einem Laser-Netzwerk zu betreiben. In die Maschine integriert, verfügt er optional über einen weiteren Abgang. Der Laser kann so neben der Trulaser 2030 fiber eine weitere Maschine oder eine Roboterzelle versorgen. Das spart die Anschaffungskosten für einen zweiten Laser und ermöglicht einen günstigen Einstieg ins Laserschweißen. Steht der Trudisk 3001 außerhalb des Maschinenkörpers, kann er bis zu zwei weitere Anlagen versorgen.

Platzsparender Maschinenraumund einfache Bedienbarkeit

Die Schlüsselkomponenten der Maschine wie Schaltschrank, Kompaktentstauber und der Laser sind im Standard in den Maschinenrahmen integriert. Das macht die Trulaser 2030 fiber sehr kompakt und platzsparend. Inklusive Palettenwechsler beträgt die Aufstellfläche 7,8 mal 5,9 Meter. Dabei ist der Arbeitsbereich sowohl von hinten als auch von vorne leicht zugänglich. Große Fenster sowie die LED-Beleuchtung im Maschineninnenraum sorgen zudem für eine gute Einsicht in den gesamten Arbeitsraum, bei voller Lasersicherheit.

Weitere Eigenschaften der Trulaser 2030 fiber erleichtern insbesondere Einsteigern ins Laserschneiden das Arbeiten, denn die Bedienung ist einfach, intuitiv und dialoggeführt gestaltet. Die Steuerung führt den Maschinenbediener durch das Programm und erläutert die einzelnen Schritte. Daher ist für die Maschinenbedienung nur minimaler Schulungsaufwand notwendig.

Ideal als Einstieg in die Dünnblechbearbeitung oder als Erweiterung

Mit den genannten Eigenschaften eignet sich die Anlage für Lohn- und Eigenproduktfertiger, die nur eine Maschine benötigen und hauptsächlich dünne Bleche von ein bis zwölf Millimeter schneiden. Interessant ist die Anlage auch für Unternehmen, die bereits Laserschneidanlagen besitzen und ihre Kapazität in der Dünnblechbearbeitung ausbauen möchten. In beiden Fällen ist es möglich, bei Bedarf auch 20 Millimeter dicke Bleche zu schneiden.

Durch die optionale Automatisierung kann die Maschine eine Ersatz- oder Ergänzungsinvestition für Kunden sein, die bereits mit automatisierten Maschinen arbeiten. Unternehmen, die neu ins Laserschneiden einsteigen und künftig wachsende Auslastungen erwarten, finden ebenfalls eine gute Lösung. Denn sie können mit einer geringeren Investition starten und die Automatisierung zu einem späteren Zeitpunkt nachrüsten.

Blechexpo Halle 6, Stand 6402

 

Zahlen & Fakten

Die Trumpf-Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück: Im Vergleich zum Vorjahr kann das Unternehmen mit Sitz in Ditzingen, nahe Stuttgart, erneut eine Steigerung bei Umsatz und Auftragseingang verbuchen.

Um jeweils etwa fünf Prozent stiegen beide Werte im vergangenen Geschäftsjahr. Der Umsatz beläuft sich nach vorläufigen Berechnungen auf 2,723 Milliarden Euro (Vorjahr 2,584 Milliarden Euro), der Auftragseingang liegt bei 2,825 Milliarden Euro (2,700 Milliarden Euro).

Trumpf hatte ihren Geschäftsbereich Medizintechnik zum 1. August 2014 an den amerikanischen Medizintechnik-Hersteller Hill-Rom Holdings, Inc. verkauft. Im Geschäftsjahr 2013/14 trug die Medizintechnik noch 185 Millionen Euro zum Umsatz bei. Bereits im ersten Jahr nach dem Verkauf konnte der Wegfall des Geschäftsbereichs Medizintechnik in beiden Kennzahlen kompensiert werden.

Erschienen in Ausgabe: 06/2015