Ziemlich beste Partner

Unter anderem Anlagen für das Auf- und Abwickeln von Bändern und Drähten entwickelt, fertigt und vertreibt Leicht Stanzautomation weltweit. In der neuesten Generation der automatischen Mehrfachwickler des Herstellers werden erstmals die Antriebsregler der Baureihe SI6 von Stöber verbaut.

19. November 2019
Ziemlich  beste Partner
Leicht Stanzautomation entwickelt, fertigt und vertreibt Bandauf- und Bandabwickeltechnik für die Stanz- und Umformtechnik. (© Stöber Antriebstechnik)

In der Champions-League zu spielen, macht deutlich mehr Spaß als auf dem Bolzplatz«, schmunzelt Jürgen Leicht. Er ist weder Fußballspieler noch Trainer, sondern Geschäftsführer von Leicht Stanzautomation in Ölbronn-Dürrn. Im Gespräch geht es auch nicht um Ballsport, sondern um die steigenden Marktanforderungen.

Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Bandschweißautomaten sowie die Bandauf- und Bandabwickeltechnik für die Stanz- und Umformtechnik. Zum Kundenkreis zählen namhafte Zulieferer aus der Automobil- und Elektroindustrie, aus der Luft- und Raumfahrt sowie der Medizintechnik. Aber auch die Möbelindustrie sowie Hersteller weißer Ware gehören dazu.

Die Anforderungen des Markts? Jürgen Leicht öffnet die Tür des Besprechungszimmers und tritt auf die Balustrade mit Blick über die Montagehalle. Es ist auffallend sauber und strukturiert. An den Montageplätzen schrauben oder justieren Mitarbeiter an Baugruppen und Maschinen. »Der Kunde wünscht höchste Produktqualität. Um ganz oben mitspielen zu können, antworten wir mit Lösungen, die wir entsprechend ausmodellieren. Bei der Konstruktion unserer Maschinen achten wir auf Langlebigkeit und Zuverlässigkeit. Design und Funktion haben wir auch im Blick.« Und da Leicht Stanzautomation nicht alles selbst fertigt, legt er sehr viel Wert auf ausgewählte Zulieferer. Dazu gehört seit vielen Jahren die Stöber Antriebstechnik GmbH + Co. KG aus Pforzheim.

»Von Stöber haben wir in fast all unseren Anlagen Getriebe, Motoren, Antriebsregler oder vollständige Automatisierungslösungen verbaut«, sagt Leicht. Zum Beispiel in der neuen Generation der automatischen Mehrfachwickler der Baureihe ASW: Hier werden erstmals die Antriebsregler SI6 eingesetzt. Das Besondere an der Maschine ist, dass sie automatisch die Spulen wechselt. Dadurch entsteht an der vorgeschalteten Stanzmaschine kein Produktionsstopp. Der Spulenwechsel wird einfach zur nächsten freien Spule vorgenommen, sobald die vorgewählte Stückzahl erreicht ist. »Mit dem Antriebsregler von Stöber können wir die Performance im Vergleich zur Vorgängerversion spürbar steigern«, sagt der Geschäftsführer.

Damit der Anwender wirtschaftlich arbeiten kann, sind für ihn Dynamik und Geschwindigkeit ganz wichtig. Je schneller die Prozesse sind, desto produktiver ist die Maschine. Der Faktor Zeit ist für die Kunden entscheidend, um wettbewerbsfähig zu sein. »Wir haben insgesamt sieben Antriebe in der Anlage verbaut«, beschreibt Leicht und zeigt auf ein Kegelradgetriebe, das den Vorschubkopf neigt, ein Winkelgetriebe übernimmt den präzisen Vorschub des Bands. Die dynamischen Antriebsregler arbeiten auch bei anspruchsvollen Bewegungen unbemerkt und zuverlässig im Hintergrund.

Integriert sind die Funktionen STO (Safe Torque Off) und SS1 (Safe Stopp 1). In der Baureihe SI6 sind diese nach EN 13849–1 zertifiziert und lassen sich ohne produktionsunterbrechende Funktionstests nutzen. Das automatische Aufwickeln von Bauteilen nach dem Stanzen erfolgt mit der neuen Maschine in wenigen Minuten, die Spulen werden über koaxiale Servogetriebemotoren angetrieben und der Wechsel von Spule zu Spule beträgt mit einem Planetengetriebe knapp zwei Sekunden.

Starke Antriebstechnik

»Konzipiert ist der 45 Millimeter schmale Antriebsregler als Anreihgerät«, sagt Stöber-Außendienstmitarbeiter Markus Stolowski, der Leicht Stanzautomation seit Jahren betreut. »Ein einzelner Antriebsregler SI6 kann bis zu zwei Achsen regeln. Dank des Anreihkonzepts lässt sich die Anzahl der anzusteuernden Achsen frei skalieren.« Die Installation der einzelnen Komponenten ist einfach: Die Quick-DC-Link-Module ermöglichen das simple Einklicken von Standardkupferschienen zur Energieverteilung sowie die einfache Montage und den Anschluss der Antriebsregler.

»Mit dem Encodersystem ›Heidenhain Endat 2.2‹ steht das elektronische Getriebemotortypenschild zur Verfügung, das die Motor- und Getriebedaten parametriert«, beschreibt Stolowski. »Konnten bisher nur Motorparameter übermittelt werden, ermöglichen wir es jetzt, auch zusätzliche applikationsrelevante Getriebedaten vollelektronisch zu übertragen.« Encoder- und Leistungsanschluss des Motors erfolgen über eine gemeinsame Kabelverbindung.

Verbunden sind die einzelnen Geräte mit dem zentralen Versorgungsmodul PS6. Damit seien weder dezentrale Einspeiseeinheiten erforderlich noch Absicherungen und Verkabelung für jede Achse, berichtet Stolowski. Der Anwender spart enorm viel Platz im Schaltschrank. Im Klartext: Leicht Stanzautomation kann bei den Kunden auf wenig Stellfläche eine nicht unerhebliche Anzahl an Wickeltechnik ermöglichen. Die neue ASW ist zudem gut zugänglich.

»Die Entwicklung der gesamten Maschine fußt auf unserer Erfahrung, die Integration und die Auslegung der Antriebe haben wir zusammen mit Stöber konzipiert«, sagt Jürgen Leicht und nickt dabei Markus Stolowski zu. »Stöber war von Anfang an dabei und unterstützte uns vom ersten Bleistiftstrich an bis zur Inbetriebnahme der Maschine.«

Mit der Kooperation sind beide sehr zufrieden. Das sei ein offenes und ehrliches Miteinander, sagt Jürgen Leicht. »Uns verbindet ein ähnlicher Anspruch an Qualität, das Herauskitzeln von Nuancen, um letztendlich ganz oben dabei sein zu können«, ergänzt Markus Stolowski.

»Der Kunde wünscht höchste Produkt- qualität.«

— Jürgen Leicht, Geschäftsführer Leicht

Dazu kommt der sehr kurze Weg von Tür zu Tür. Das macht es für die Mitarbeiter beider Häuser einfacher, sich schnell gemeinsam an den Tisch zu setzen. Das Ziel von Leicht Stanzautomation ist es, die Anzahl der Lieferanten zu reduzieren – mit dem Hintergrund, Kostenpotenzial zu heben und den Aufwand zu reduzieren.

Langjährige Partnerschaft

Wie das alles begann? Jürgen Leicht lächelt: »Das ist zwar kaum zu glauben, aber die Verbindung geht zurück bis zum 2. August 1982.« An diesem Tag begann er seine kaufmännische Lehre bei Stöber. Als er sich nach einer zusätzlichen technischen Ausbildung 1995 in die Selbstständigkeit wagte, nahm er nicht nur sein Know-how mit, sondern auch den Teamgeist sowie die Art und Weise, wie bei dem Antriebsspezialisten die Menschen zusammenwirken, um Ziele zu erreichen. Dieser Geist weht bis heute in Ölbronn-Dürrn. »Unsere Partnerschaft ist über die Jahre immer weiter gewachsen«, sagt der Geschäftsführer. Das ermögliche aber nicht nur einen angenehmen Umgang miteinander, beide Hersteller beeinflussen sich auch gegenseitig. »Mit Unterstützung von Stöber qualifizieren wir uns auch weiterhin für die Champions-League«, ist Jürgen Leicht überzeugt.

Erschienen in Ausgabe: 07/2019

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