Zeitalter der autonomen Fabrik eingeläutet

Trumpf stellt auf der Euroblech Lösungen für eine autonom arbeitende Fabrik vor. Das Unternehmen zeigt in Hannover digital vernetzte Anwendungen für die Blechbearbeitung, die Fertigungsprozesse vereinfachen und effizienter machen.

12. Oktober 2018
Den Entnahmezyklus der Teile wiederholt die Trulaser Center 7030, wenn nötig, mehrmals hintereinander. Diese sogenannten Retry-Versuche verarbeitet die Maschine und lernt aus ihnen. (Bild: Trumpf, IW Medien/Gottfried Stoppel)
Bild 1: Zeitalter der autonomen Fabrik eingeläutet (Den Entnahmezyklus der Teile wiederholt die Trulaser Center 7030, wenn nötig, mehrmals hintereinander. Diese sogenannten Retry-Versuche verarbeitet die Maschine und lernt aus ihnen. (Bild: Trumpf, IW Medien/Gottfried Stoppel))

„Unsere Maschinen agieren immer eigenständiger und entlasten die Mitarbeiter bei vielen Tätigkeiten. Das geht nur mit einer vernetzten, intelligenten Produktionsumgebung. Mit ihrer Hilfe gelingt es uns, die Produktivität zu steigern und so die Wettbewerbsposition unserer Kunden zu sichern. Künstliche Intelligenz ist der Schlüssel dafür", sagt Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen bei Trumpf.

Assistenzsysteme sorgen für Prozesssicherheit

Durch zahlreiche Assistenzsysteme in seinen Maschinen hat Trumpf den Grundstein für die autonome Fabrik gelegt. Ein Beispiel für prozesssicheres Schneiden ist Smart Collision Prevention. Die Funktion kalkuliert bereits bei der Programmierung kippende Teile mit ein. Sie entwirft eine Abarbeitungsstrategie, die Kollisionen mit dem Schneidkopf vermeidet. Immer mehr Maschinenfunktionen steuern die Prozesse selbstständig. Auf der Euroblech zeigt Trumpf einen weiteren Schritt auf dem Weg zum autonomen Laserschneiden.

Von selbst lernende Maschinen

Beim Laservollautomaten Trulaser Center 7030 läuft von der Programmierung bis zum Sortieren der Teile alles automatisiert ab. „Durch intelligente Datenanalyse verbessern wir bei dieser Maschine bereits heute die Prozesse. Mithilfe von Kundenrückmeldungen in Form von Daten perfektionieren wir die Anlage kontinuierlich. Künstliche Intelligenz ist die nächste Stufe der Industrie 4.0", sagt Thomas Schneider, Geschäftsführer Entwicklung Werkzeugmaschinen bei Trumpf.

Ein Beispiel ist die Entladeeinheit der Maschine. Die Pins, die das Blech aus dem Restgitter nach oben heben, sorgen dafür, dass Sauger die Teile prozesssicher entnehmen können. Gelingt das den Pins nicht auf Anhieb, leitet die Maschine selbständig einen neuen Entnahmezyklus ein. Den wiederholt sie, wenn nötig, mehrmals hintereinander, damit es funktioniert. Diese sogenannten Retry-Versuche verarbeitet die Maschine und lernt aus ihnen.

Smart Factory, intelligente Logistik

Auf der Euroblech präsentiert Trumpf auch eine vernetzte Intralogistiklösung, die Trumpf in seiner Industrie-4.0-Vorzeigefabrik und bei ausgewählten Kunden erfolgreich testete. Sie verbessert die logistischen Prozesse, die im Inneren der Produktionshalle ablaufen, zum Beispiel den Weg der Teile von einer Bearbeitungsstation zur nächsten. Thomas Schneider: „Testkunden sparen mitunter fünfstellige Summen durch den Einsatz unserer Indoor-Lokalisierung, indem sie ihre Suchzeiten verringern und ihre Aufträge klug priorisieren können."

Der Grund: Die Losgrößen der Aufträge sinken, die Aufträge im Verlauf der gesamten Fertigung zu überblicken, fällt Blechfertigern zunehmend schwer. Gleichzeitig möchten die Kunden der Blechfertiger wissen, wie es um ihre Bestellung steht – ganz wie sie es aus dem Online-Handel gewohnt sind. Mit der Indoor-Lokalisierungslösung bringen Trumpf-Kunden Ordnung in ihre Fertigung und können diesen Ansprüchen gerecht werden.

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