WSM-Umfrage: Deutsche Stahl- und Metallverarbeitung robust aufgestellt

Mittelständische WSM-Unternehmen für Wachstum gerüstet, Banken bremsen

15. Oktober 2009

Einmal mehr erweisen sich die mittelständisch geprägten Unternehmen der deutschen Stahl- und Metallverarbeitung in Krisenzeiten robuster als Großunternehmen. Das ist das Ergebnis einer Mitgliederbefragung des WSM Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung zur aktuellen Situation der Branche im Umfeld der Wirtschafts- und Finanzkrise. Im Vergleich zur ersten Befragung aus dem April 2009 erweist sich die Eigenkapitalausstattung der befragten Unternehmen noch immer als stabil. Bei 80 Prozent der befragten Unternehmen liegt die EK-Quote über 20 %, bei 56 % über 30 % (April: 82 %, 63 %). Andreas Möhlenkamp, Hauptgeschäftsführer des WSM: „Beispiel Automobilzulieferer: Die aktuellen Prognosen einiger Marktbeobachter, die deutsche Zulieferbranche stehe kurz vor dem Zusammenbruch, vernachlässigen den leistungsfähigen mittelständischen Unterbau. Viele unserer Unternehmen schwenken wieder auf einen Wachstumskurs ein. Das können sie, weil sie flexibler aufgestellt sind als die medialen Fixpunkte der Branche.“ Zudem sei erkennbar, dass die Automobilhersteller weiter auf die mittelständischen Zulieferer setzten.

Trotz guter Voraussetzungen für neues Wachstum bremsen Banken und Kreditversicherer die Unternehmen der deutschen Stahl- und Metallverarbeitung aber weiter aus. Im Vergleich zur ersten Befragung im April zeigt sich, dass die WSM-Unternehmen im Herbst 2009 in großem Maße mit schärferen Kreditbedingungen zu kämpfen haben. Fünf Prozent der befragten Unternehmen haben die Hausbanken seit Oktober die Kreditlinie gekürzt (April: 4 %); 19 % müssen höhere Zinsen verkraften (12 %), 27 % haben strengere Covenants auferlegt bekommen (26 %), 19 % müssen höhere Sicherheiten nachweisen (10 %) und 2 % wurden die Kredite gekündigt (2 %). Folge und größtes Problem für die Unternehmen: eine nach wie vor angespannte Liquiditätslage, die es den Unternehmen in der aktuellen Situation kaum ermöglicht, die übliche Zwischenfinanzierung vom Wareneinkauf bis zum Zahlungseingang alleine zu stemmen.