WSM fordert Rücknahme der US-Schutzzölle

Der WSM Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung fordert die Rücknahme der US-Schutzzölle gegen die Einfuhr von Produkten aus Stahl und Aluminium aus der EU. Die Reaktionen der EU müssen besonnen sein, ein Handelskrieg muss vermieden werden.

29. Juni 2018

Der WSM fordert, dass die Schutzzölle der USA auf Produkte der Stahl und Aluminium erzeugenden und verarbeitenden Industrien wieder aufgehoben werden. Die Schutzzölle werden die amerikanische Industrie nicht nachhaltig stärken und keinen dauerhaften Beschäftigungsaufbau bewirken.

Auf wackeligen Füßen

Im Gegenteil ist zu erwarten, dass durch ein steigendes Preis- und gleichzeitig sinkendes Innovations- und Qualitätsniveau die Wettbewerbsfähigkeit der nachgelagerten Industrien beschädigt und dort ein Vielfaches der Arbeitsplätze bedroht wäre. Die Schutzzölle stehen zudem völkerrechtlich auf wackeligen Füßen.

Der WSM spricht sich gegen die Verhängung von EU-Zöllen gegen US-Produkte und andere Gegenmaßnahmen aus. Wenn sich die EU dazu entschließt, muss ein Handelskrieg vermieden werden. Denn in Deutschland zählen die unmittelbar betroffenen Industriezweige etwa 175.000 Arbeitsplätze, in der nachgelagerten Verarbeitungsstufe sind es 660.000 und im Maschinen- und Fahrzeugbau Millionen von Arbeitsplätzen, die durch einen Handelskrieg bedroht wären.

„Reaktionen der EU, die zu einer Eskalation der Situation und weiteren Handelsbarrieren führen, würden einen noch viel größeren Schaden anrichten. Die EU sollte gelassen bleiben“, so WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. Die Einfuhrzölle der USA dürfen auch keinen Automatismus für die Verhängung von Einfuhrbarrieren der EU gegen andere Länder begründen.

 

Abschluss internationaler Handelsabkommen

Etwaige Umlenkungseffekte von Warenströmen aufgrund der US-Einfuhrbeschränkungen müssen zunächst beobachtet und analysiert werden. „Handelskonflikte gehören in ein geordnetes rechtsstaatliches Verfahren vor die WTO. Der Abschluss internationaler Handelsabkommen ist der beste Schutz gegen Protektionismus“, so WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer.