»Wir werden unser Erfolgskonzept übertragen.«

Patrick Diederich, Geschäftsführer der Bystronic Deutschland GmbH, zum Alles-inklusive-Verkaufskonzept der ByVention und was Bystronic daraus macht.

06. September 2007

br: Herr Diederich, was genau verbirgt sich hinter dem Konzept ByVention und wie lautet Ihr erstes Resümee? Patrick Diederich: Bei der Lancierung der ByVention wartete Bystronic mit einem Novum auf, denn als erste und einzige Laserschneidanlage überhaupt wird dieses System zu einem weltweit einheitlichen Nettopreis verkauft, zu dem einzig noch die landesspezifischen Steuern und Zölle addiert werden müssen. Dieser Preis beinhaltet standardmäßig ein Komplettpaket an Leistungen, das neben der Anlage über das CAD/CAM-Softwarepaket Bysoft sowie Anlieferung, Montage, Inbetriebnahme und Schulung bis zu einem dreijährigen Wartungsvertrag, dessen ersten beide Jahre kostenlos sind, alles enthält. Neu ist auch, dass ein Maschinenhersteller den Preis offen kommuniziert: Dieser beträgt netto 265.000 Euro. Aus diesen Gegebenheiten ergibt sich aus Sicht der Kunden nicht nur eine völlige Transparenz, sondern wegen des inbegriffenen Wartungsvertrags auch eine ­äußerst beruhigende Ausgangssituation. Entsprechen­des Feedback der Kunden im direkten Kontakt mit dem Bystronic-Vertrieb belegen diese These genauso, wie die Anzahl der Bestellungen seit Markteinführung. Kurzum, das neue Geschäftsmodell wurde sehr schnell und äußerst positiv vom Markt aufgenommen. In der rasch wachsenden Kundenkartei finden sich OEMs, die die ByVention für das Insourcen von Aufträgen nutzen genauso, wie beispielsweise langjährige Anwender mit vollautomatisierten Systemen, die die ByVention für die Bearbeitung von Restblechen oder von kurzfristigen Aufträgen beziehungsweise Kleinstserien angeschafft haben. Ebenfalls vertreten sind Neueinsteiger in die Laserschneidtechnologie. Nach den bislang gemachten Erfahrungen spielt für diesen Kundenkreis neben dem günstigen Preis auch die spielend einfache Bedienung der ByVention eine wesentliche Rolle für die Kaufentscheidung, denn der notwendige Ausbildungsbedarf ist auf ein Minimum reduziert. Möglich ist dies, weil die ByVention mit fest definierten Programmen und Schneidparametern über ein Bediengerät mit Touchscreen gesteuert wird. Auch der geringe Platzbedarf von lediglich sechs mal sechs Meter, was die ByVention zur kleinsten Laserschneidanlage für Standardblechformate macht, macht sie für viele Kunden interessant. Die ByVention ist mit vielen Vorschusslorbeeren ins Rennen gegangen und wurde in der internationalen Fachpresse unter anderem als »eine der bedeutendsten Maschineneinführungen der letzten 21 Jahre« gefeiert. Knapp ein Jahr nach der erstmaligen Präsentation der ByVention kann sowohl aus Sicht des Anbieters als auch der Kunden ein positives Fazit gezogen werden.

Haben sich Ihre Erwartungen zur Präzision der Marktstudie erfüllt?

Die Marktstudie zeigte, dass vier von fünf geschnittenen Teilen nicht größer sind als 500 x 500 Millimeter und eine Dicke von maximal acht Millimetern aufweisen. Auf dieses Teilespektrum ist die ByVen­tion ausgelegt. Legt man den Verkaufspreis der ByVention zugrunde, so erhält der Kunde ein Laserschneidsystem mit dem er achtzig Prozent aller Teile schneiden kann für rund die Hälfte der Investitionssumme, die er für eine qualitativ vergleichbare Anlage hätte aufbringen müssen. Man konnte im Vorfeld davon ausgehen, dass dies die ByVention für eine große Anzahl Anwender interessant machen würde. Diese Einschätzung hat sich bewahrheitet.

Planen Sie dieses Konzept nun auch für andere Maschinentypen?

Nimmt man das bisherige Feedback aus dem Markt als Messgröße, insbesondere die Rückmeldungen (potenzieller) Anwender, so schließt die ByVention mit ihren Maschinencharakteristiken und mit dem zugrunde liegenden Geschäftsmodell erfolgreich eine Marktlücke. Wegen dieses positiven Fazits überträgt Bystronic Deutschland derzeit dieses Alles-inklusive-Geschäftsmodell auf Abkantpressen der AFM-EP-Serie. Nähere Informationen hierzu werden in Kürze folgen. _

Es fragte: Erik Schäfer

Erschienen in Ausgabe: 06/2007