»Wir sind agil, flexibel und innovativ.«

Drei Fragen
18. März 2009

Giancarlo Losma: Wir sind sehr stolz darauf, diese sehr wichtige Veranstaltung in Italien durchführen zu können. Das neue Messezentrum »Fiera Milano« mit den großzügigen Ausstellungsflächen, die durch eine hohe Nutzbarkeit und sehr fortschrittliche Technologien gekennzeichnet sind, wird der EMO Milano 2009 den geeigneten Rahmen verleihen, der dieser prestigeträchtigen, wichtigen Veranstaltung und ihren Ausstellern gerecht wird.

Ich habe keine Zweifel, dass das Angebot der italienischen Aussteller interessant sein wird, sowohl hinsichtlich ihrer Vielseitigkeit als auch Qualität. Was die Standardtechnologien betrifft, ist das italienische Angebot gleichauf mit den Hauptmitbewerbern aus Deutschland und Japan. Dazu kommt, dass die italienischen Produkte sehr stark auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt sind. Auf der EMO Milano werden die Besucher eine viel größere Bandbreite an italienischen Produzenten sehen können, als auf der letzten EMO in Hannover, denn dort konnten viele kleine und mittlere Bertriebe aufgrund der damit verbundenen hohen Kosten nicht teilnehmen. In Hannover waren nie mehr als 300 italienische Aussteller zu finden. Auf der EMO Milano 2003 waren es hingegen circa 800!

Die Globalisierung stellt die oftmals kleinen italienischen Maschinenbaubetriebe vor große Herausforderungen. Wie unterstützt UCIMU hier seine Mitglieder?

Was Sie als Herausforderung bezeichnen, ist meiner Meinung nach eine sehr große Chance für unsere Unternehmen. Auch wenn es stimmt, dass die italienischen Produktionsunternehmen meist kleine und mittlere Betriebe sind, steht außer Frage, dass die italienische Industrie aus dieser vermeintlichen Schwäche einen Vorteil gemacht hat, denn unsere Betriebe sind agil, flexibel und innovativ. Durch diese Eigenschaften sind sie in der Lage viel stärker auf die Kundenanforderungen einzugehen, als dies vielen ausländischen Unternehmen möglich ist. Zudem wird die Qualität überall geschätzt, was sich in der Tatsache widerspiegelt, dass Italien weltweit auf dem dritten Platz als Werkzeugmaschinenexporteur steht.

In diesem Sinn ist die Globalisierung der Märkte eine Herausforderung, die die italienischen Maschinenbauer angenommen haben, und sie wissen ihre Chancen in diesem internationalen Wettbewerb zu nutzen. Einerseits arbeiten wir daran, die sehr guten Exportergebnisse zu festigen und auszubauen, andererseits daran, neue Strategien zu entwickeln, um unsere Marktanteile im Ausland zu schützen. Zum Beispiel geschieht dies durch ein dichtes Netz an Händlern, durch Partnerschaften und Joint Ventures, durch Filialen und Service vor Ort und in manchen Fällen auch durch eigene Produktionsbetriebe in den Märkten, die für uns am interessantesten sind. UCIMU bemüht sich seit langem konstant darum, die »Kultur der Internationalisierung« in den Betrieben zu fördern, damit unsere Unternehmen noch konkurrenzfähiger in den globalen Märkten agieren können. Im Programm der UCIMU 2008/2009 gibt es extra einen Programmpunkt zum Thema der Internationalisierung. Hier wird aufgezeigt wie UCIMU-Sistemi per Produrre die Unternehmen fördert. So zum Beispiel beim Finden und Erwerben von Grundwerkstoffen in ausländischen Märkten in ausreichenden Mengen zu niedrigen Kosten. Schon Anfang 2000 haben rund zehn unserer Mitgliedsunternehmen unter dem Dach der UCIMU die Gesellschaft CIMU gegründet, die die größte Metallgießerei von Osteuropa, die rumänische Saturn, erworben haben. Dadurch steht diesen Unternehmen Metallguss in ausreichenden Mengen ständig zur Verfügung und sie können zudem zu sehr vorteilhaften Kosten produzieren. Mit diesem Beispiel möchte ich aufzeigen, dass sich unser Verband auch als Dienstleister anbietet, der konkrete Initiativen anbietet.

Wie beurteilen Sie die wirtschaftlichen Aussichten für 2009?

Trotz der wirtschaftlichen Situation in Italien im letzten Jahr ergaben sich für die italienischen Maschinen- und Anlagenbauer gute Perspektiven für das Ende 2008 sowie für das Jahr 2009. Selbstverständlich ergibt sich nun aus der dann eingetretenen Finanzkrise ein völlig neues Szenario. Die Finanzkrise wird sich auf die reale Wirtschaft und damit auch auf unser Geschäft auswirken. Wir beobachten hier eine deutliche Verlangsamung, und das macht uns Sorgen. Dennoch, wir vertrauen darauf, dass sich unsere Unternehmen auch diesmal flexibel an die Marktgegebenheiten anpassen können, durch Differenzierung des Angebotes auf den verschiedenen Gebietenin den Märkten.

Es fragte: Erik Schäfer

Übersetzung: Patrizia Marini

Weltmesse in Mailand

Giancarlo Losma, der Präsident des italienischen Maschinen-, Anlagen und Automatisierungstechnikverbandes, UCIMU SISTEMI PER PRODURRE, äußert sich zur aktuellen Situation der italienischen Maschinenbauer in bbr.

Der Verband ist an der Ausrichtung der diesjährigen EMO in Mailand beteiligt, zu der der UCIMU-Präsident rund 800 italienische Aussteller erwartet. Die EMO findet vom 5. bis 10. Oktober 2009 auf dem Gelände der neuen Mailänder Messe (Fiera Milano) statt.

Erschienen in Ausgabe: 1-2/2009