WIG thoriumfrei

Technik

Nicht nur Gesundheitsüberlegungen, sondern auch Mehrkosten für die Verpackung radioaktiver thoriumhaltiger Schweißelektroden bewegen immer mehr Plansee-Kunden zum Umstieg auf thoriumfreie Alternativen.

15. Februar 2011

Wolframelektroden enthalten unterschiedliche Dotierungsstoffe wie Thoriumoxid, Lanthanoxid oder Ceroxid. Diese erhöhen die Temperaturbeständigkeit der Elektrode und reduzieren die Elektronenaustrittsarbeit. Die Elektronen lösen sich so mit weniger Energie aus dem Atomverband der Wolframelektrode und der Lichtbogen entzündet sich leichter.

Plansee bietet verschiedene Arten von Wolframelektroden, die entsprechend der internationalen Norm mit einheitlichen Farbcodes gekennzeichnet sind. In der Vergangenheit haben sich rot gekennzeichnete thoriumhaltige Wolframelektroden lange als Standard gehalten. Plansee startet nun eine Aufklärungskampagne und zeigt die Vorteile moderner Elektrodenwerkstoffe auf.

Höhere Leistungskraft ohne Nebeneffekte

Thorium ist ein schwach radioaktives Element mit geringer Strahlenreichweite, welches keine direkte Gefahr für Mensch und Umwelt darstellt, solange es in die feste metallische Matrix der Elektrode eingebunden ist. Bei der Herstellung und der Verwendung der Elektroden können thoriumhaltige Stäube oder Dämpfe entstehen, die sich in der Lunge ansammeln und zu einer Gesundheitsgefährdung führen können.

Thoriumfreie Elektroden wie die lanthanhaltige WL15 (Farbcode gold) haben sich in der Praxis bewährt. Sie werden aufgrund verbesserter Zündeigenschaften und höherer Verschleißbeständigkeit besonders empfohlen.

Ihre Vorteile zusammengefasst:

- gute Zünd- und Wiederzündeigenschaften

- hohe Verschleißbeständigkeit

- konstante Lichtbogenqualität

- lange Standzeiten

Einfacheres Handling thoriumfreier Materialien

Gesetzliche Regelungen zum Umgang mit thoriumhaltigen Werkstoffen führen zu hohen Kosten bei Herstellung, Verpackung (zur Einhaltung der Strahlungsgrenzwerte nach UN 2909), Versand und Entsorgung. Sie betreffen alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette, vom Hersteller über den Händler bis zum Endkunden, und können leicht durch einen Umstieg auf thoriumfreie Alternativen vermieden werden.

Auch die betroffenen Mitarbeiter werden den Umstieg begrüßen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2011