Wie Unternehmen beim Schweißen Zeit sparen

Der Schweißtechnikhersteller Fronius beschäftigt sich auf dem Metallbaukongress 2019 in Würzburg mit verschiedenen Lösungen, um Schweißprozesse zeit- und kosteneffizienter zu gestalten.

22. Juli 2019
Wie Unternehmen beim Schweißen Zeit sparen
Das Schienenschweißfahrwerk ›Flex Track 45 Pro‹ ist für Aufgaben im Behälter-, Kraftwerks-, Brücken-, Schiff- oder Fahrzeugbau geeignet. (Bild: Fronius)

Die immer größere Vielfalt an Bauteilen und Werkstoffen verlangt eine hohe Flexibilität in der schweißtechnischen Fertigung. Gleichzeitig haben es Unternehmen schwerer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. »Das sorgt für große Unsicherheit und kostet eine Menge Zeit«, beschreibt Martin Juhn, Key Account Manager bei Fronius Deutschland. »Denn entweder sind diejenigen, die eine bestimmte Schweißaufgabe zur Zufriedenheit des Kunden ausführen können, nicht verfügbar, oder sie müssen erst aufwendig angelernt werden.« Diese Zeit fehlt vielen Unternehmen wiederum an anderer Stelle, etwa im Service.

Schweißtechnik-Experte Juhn kennt verschiedene Methoden, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Einige davon wird er im Rahmen eines Vortrags auf dem Metallbaukongress 2019 in Würzburg vorstellen. Ein wichtiges Thema sei die Automation von Schweißprozessen, sagt er. »Mechanisierte Systeme arbeiten größtenteils ohne menschliches Zutun und liefern sehr gute, reproduzierbare Ergebnisse.«

Fronius hat dafür beispielsweise das Schienenschweißfahrwerk ›Flex Track 45 Pro‹ entwickelt. Dieses ist unter anderem für den Behälter-, Kraftwerks-, Brücken-, Schiff- oder Fahrzeugbau geeignet. Nutzer können damit nicht nur unterschiedlich geformte Oberflächen schweißen, sondern auch auf verschiedene Schweißprozesse und -positionen zurückgreifen.

Digitalisierung birgt Sparpotenzial

»Auch der Einsatz moderner Prozessvarianten kann dazu beitragen, Schweißverfahren zu beschleunigen«, erklärt Juhn. Als Beispiele nennt er die von Fronius entwickelten Technologien ›Laser Hybrid‹ und ›CMT Twin‹. Erstere ist eine Kombination aus einem Laser- und einem konventionellen MIG-Schweißprozess. Sie vereint hervorragende Spaltüberbrückbarkeit und einfache Nahtvorbereitung mit einem geringen Wärmeeintrag und hohem Tempo.

Mit CMT Twin kombiniert Fronius zwei unabhängig arbeitende Lichtbogenschweißverfahren in einem Prozess. Die Zweidrahtlösung ermöglicht es, dünne Bleche schnell und mit wenig Spritzern sowie tiefem Einbrand und optimiertem Nahtausfließen zu verschweißen.

»Nicht zuletzt birgt die Digitalisierung ein großes Potenzial für Zeit- und Kosteneinsparungen in der Schweißtechnik«, ergänzt Juhn. Das Dokumentations- und Datenanalysesystem ›Weld Cube‹ von Fronius etwa bietet mit seinen intelligenten Funktionen zahlreiche Möglichkeiten zur Produktions- und Effizienzsteigerung – und das sowohl für Kleinbetriebe als auch für große Unternehmen.

Bei allen Lösungen sei es jedoch wichtig, die Sprache des Anwenders zu sprechen: »Deshalb hat zum Beispiel unsere Geräteplattform TPS/i 32 verschiedene Sprachversionen«, sagt Juhn. Mit Videos und Animationen lassen sich wichtige Informationen zudem leicht vermitteln. »Das spart Zeit und hilft den Mitarbeitern, die Schweißaufgaben optimal zu lösen.«