Wichtige Zielbranche Stanztechnik

Die ›hybridica‹ ist die internationale Fachmesse für hybride Bauteile. Die Erstveranstaltung ist auf der neuen Messe München im November, parallel zur Messe Electronica, geplant.

15. Oktober 2008

Die Pionierarbeit im Bereich hybrider Metall-/Kunststoff-Fertigungsverfahren übernahm vor über 30 Jahren die Unterhaltungsindustrie. Heute prägt die Mobilfunkbranche etliche Trends in der Stanztechnik, etwa im Bereich der Miniaturisierung. Weitere wichtige Zielgruppen und Taktgeber in der Stanztechnik sind die Elektronik- und Automobilindustrie sowie die Medizintechnik.

Die Plattform für Kontakte

Werkzeugbauer, Maschinenhersteller und Lohnfertiger finden auf der Fachmesse »hybridica«, die im November 2008 erstmals parallel zur »electronica« in München stattfindet, eine zukunftsträchtige Plattform für Geschäftskontakte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Vorzüge von hybriden Fertigungsverfahren und Bauteilen verändern zunehmend die Produktionslandschaft. Branchenschätzungen gehen davon aus, dass bereits 60 Prozent aller Metallstanzteile in der Produktion direkt oder indirekt mit Kunststoff verbunden werden. Aufgrund der hohen Flexibilität sowohl bei den Fertigungsverfahren als auch den Materialien definieren die Zielbranchen, in Anbetracht immer schnellerer Produktlebenszyklen, stetig neue Anforderungen.

Neue Anforderungen an die Stanztechnik

Die Stanztechnik-Anbieter stellen sich dieser Herausforderung durch immer präzisere Werkzeuge, schnellere modulare Stanzmaschinen sowie leistungsfähigere Mess- und Kontrollsysteme. Die Kompaktbauweise hybridgefertigter Teile führt dabei zu verschiedenen Vereinfachungen — im Bauteil selbst, aber auch in der Fertigung und der Weiterverarbeitung. Durch den Wegfall von Einzelteilen reduziert sich beispielsweise der Montageaufwand erheblich. Die Summe dieser Vorteile kann laut Experten die Fertigungskosten um bis zu 80 Prozent reduzieren.

Ausstellerstimmen

Die Hölzel Stanz- und Feinwerktechnik GmbH + Co. KG aus Wildberg zeigt als Aussteller verschiedene Hochleistungswerkzeuge und Stanzteile. Der Familienbetrieb hat sich als Komplettdienstleister auf die Entwicklung und Fertigung von Hochleistungsstanz-, Einstufen-, Stanzpaketier- sowie Systemwerkzeugen spezialisiert. Ebenso steht der Name Hölzel für die Serienproduktion von Stanzteilen mit Geschwindigkeiten bis 4.000 Hub/min bei Schnelllaufpressen und 1.400 Hub/min im Stanzpaketierbereich. »Unsere Messeteilnahmen sind auf Vertrieb ausgerichtet«, erklärt Boris Hölzel, Geschäftsführer des gleichnamigen Ausstellers. »Das Konzept der ›hybridica‹ parallel zur ›electronica‹ vereint erstmals die Zielgruppen mit den Werkzeugherstellern und Teileproduzenten auf einer Messe, sodass wir viele neue Geschäftskontakte knüpfen können.«

Neue Erkenntnisse

Das Unternehmen geht davon aus, dass die Fachmesse den Besuchern neue Erkenntnisse etwa über den Entwicklungsstand von Hochleistungswerkzeugen für Stanzteile und Kunststoffspritzgussteile bieten wird. Der Einsatz von modularen Folgeverbundwerkzeugen bietet weiteres Optimierungspotenzial beim Teileausstoß pro Minute sowie bei der Flexibilität der Werkzeuge. Weiterhin erwartet der Aussteller einen anhaltenden Trend zur Miniaturisierung von Bauteilen. Beispielsweise stanzt die Hölzel Stanz- und Feinwerktechnik derzeit Konturen von 0,18 Millimetern Breite bei einer Materialstärke von 0,63 Millimetern.

Trend zur Miniaturisierung

Stansomatic A/S Aus Kornmarken in Dänemark fertigt jährlich vollautomatisch über 300 Millionen Stanzteile. Diese werden in Folgeschnittwerkzeugen in modernen Stanzautomaten mit einer Presskraft von maximal 63 Tonnen und Geschwindigkeiten bis maximal 800 Hub/min in Losgrößen zwischen 50.000 und mehreren Millionen Stück produziert. Stansomatic fertigt wie Hölzel auch für die Mobilfunkindustrie und sieht sich durch den Trend einer kontinuierlichen Miniaturisierung gefordert. »Wir erreichen auf der ›hybridica‹ unsere Kernzielgruppen in der internationalen Elektronik-, Medizintechnik- und Automobilindustrie«, sagt Sören Bahnsen, Geschäftsführer von Stansomatic. »Parallel können wir uns über aktuelle Trends im Präzisionswerkzeugbau und der Stanztechnik informieren.« Das Ausstellerteam von Stansomatic reagiert auf die ständig steigenden Anforderungen im Bereich Miniaturisierung und wirtschaftlichere Fertigungsverfahren beispielsweise mit erweiterten präzisen Kontrollverfahren mit mehreren Messsystemen in einer staub- und ölfreien Stanzumgebung. Das Unternehmen erwartet zugleich neue Erkenntnisse in den Bereichen Werkzeugbau für Kleinstteile sowie modulare Systeme für eine höhere Flexibilität oder nachfolgende Spritzgussbearbeitungen. Durch einen flexiblen Aufbau und Austausch modularer Komponenten ließen sich beispielsweise verschiedene ähnliche Varianten bei Crimpkontakten wirtschaftlicher fertigen.

Ganzheitliche Prozessbetrachtung

Die Bruderer GmbH aus Dortmund überzeugt insbesondere die übergreifende Prozessbetrachtung der »hybridica«. Der weltweit führende Hersteller von Stanzautomaten erwartet von der Messe bedeutsame Impulse für integrierte Prozesse rund um die Maschinen im Hinblick auf steigende Automatisierungsanforderungen. Bruderer geht von verschiedenen Anregungen der Messeteilnehmer für die nächsten Generationen von Stanzautomaten aus, etwa bei der Flexibilität in der Nutzung, bestmöglichen Unterstützung der Bediener, vereinfachten Integration in Gesamtanlagen und das alles bei höchster Wiederholgenauigkeit und Präzision. Weitere Trends sieht der Maschinenbauer in der Forderung nach vermehrt produktspezifischen Fertigungslösungen der einzelnen Branchen. »Das Neuartige und Einmalige an der ›hybridica‹ ist, dass die gesamte Fertigungskette, beginnend mit den Grundtechnologien bis hin zum angewendeten fertigen Produkt, gezeigt wird«, erklärt Ulrich Schmidt, Geschäftsführer der Bruderer GmbH. »Zudem bietet die ›hybridica‹ Kunden und ihren Lieferanten ein gemeinsames Forum im international etablierten Rahmen der ›electronica‹.«

Die Ziele

Die Messe München hob die internationale Business-to-Business-Messe für Stanztechnik und innovative Kunststoff-Metallverbundtechnologie zur Entwicklung und Herstellung hybrider Bauteile Anfang des Jahres aus der Taufe (bbr berichtete »Metall trifft Kunststoff« in bbr 1/2 2008). Der Geschäftsführer der Messe München GmbH, Klaus Dittrich, erläutert dazu das Konzept der »hybridica«: »Die ›hybridica‹ stellt eine wichtige Zukunftstechnologie in den Mittelpunkt: hybride Bauteile. Die Messe bildet dabei zwei Bereiche ab: Zum einen die Metall-Kunststoff-Bauteile oder -komponenten selbst und zum anderen die Entwicklung sowie die integrierten Fertigungsverfahren und somit die gesamte Prozesskette für die Herstellung dieser Bauteile.« Die »hybridica« wird vom 11. bis 14. November 2008 in der Neuen Messe München — als eigenständige Fachmesse parallel zur »electronica« — der lang erwartete Treffpunkt für Anbieter und Anwender hybrider Bauteile sein. Daraus ergibt sich ein klarer Vorteil für die Aussteller der Fachmesse, denn die Eintrittstickets der Fachbesucher gelten für beide Messen, und zugleich sind auf der »electronica« bereits zahlreiche Kunden aus aller Welt, die nach hybriden Bauteilen verlangen. In erster Linie geht es hier um die Bauteile aus Metall und Kunststoff, doch das Thema lässt sich sicher noch weiter fassen — die Hybridbauweise, etwa im Automobilbau, könnte zu einem weiteren Thema werden.

Alle zwei Jahre

Alle zwei Jahre wird die »hybridica« nun Heimat für alle werden, die nach Hybridbauteilen suchen. Das Potenzial dieser neuen Fachmesse zeigt sich auch an der stetig steigenden Nachfrage nach hybriden Bauteilen, die das Beste aus den Materialwelten vereinigen und außerdem massiv Montagekosten sparen helfen. Die »hybridica« adressiert die Telekommunikations- und die Automobilbranche ebenso wie weite Teile der Industrie- und Medizintechnik und zeigt erstmals die gesamte Prozesskette bis zum fertigen hybriden Bauteil auf. Hier sind sowohl die Stanzautomatenbauer, Werkzeugbauer, Kunststoffspritzgießmaschinen-Hersteller, die Spezialisten fürs Fügen, der Ätztechnik, der Metallbeschichtung, die Halbzeugehersteller für Metalle und Kunststoffe und viele andere mehr bestens aufgehoben — um nur einige der Spezialisten zu nennen, die sich der »Hybridtechnik« verschrieben haben. Die »hybridica« dient als Business-to-Business-Plattform dem Austausch von Informationen und der Anbahnung von Geschäftsabschlüssen rund um die Entwicklung und Herstellung von Metall-Kunststoff-Komponenten. 150 Aussteller hat die Messegesellschaft für die Erstveranstaltung im November anvisiert. Den aktuellen Ausstellerstand können Interessierte unter www.hybridica.de abrufen.

Erschienen in Ausgabe: 10/2008