Werkzeug für die Bestform

Vielfalt ist je nach Branche und Anwendungszweck eines Rohres eine grundsätzliche Herausforderung bei der Entwicklung von Umformungstechnologien. Doch bei dieser Diversifikation ist nicht die Maschine ausschlaggebend für die passende Lösung, sondern das Werkzeug. Davon ist Transfluid überzeugt.

20. November 2015

Die Anlage und das Verfahren fallen gemäß den unterschiedlichen, individuellen Ansprüchen natürlich unterschiedlich aus. „Da kann beispielsweise unsere Stauchtechnik gefragt sein, mit einer Leistung von 98, 147 oder 196 Kilonewton Stauchkraft“, so Stefanie Flaeper, Geschäftsführerin bei Transfluid. „Oder unsere Rolliertechnik, die werkzeugunabhängiges Formen mit einem Werkzeug ermöglicht. Auch Kombinationsmaschinen, die axiales und rollierendes Umformen in einer Rohraufspannung abbilden sind unter Umständen notwendig.“

Ausschlaggebend für überzeugende Ergebnisse ist, dass die eingesetzten Werkzeuge über den Prozess die Formgebung jedes einzelnen Produktes sicherstellen. Bei der kundenspezifischen Werkzeugentwicklung des Unternehmens gehören Herstellbarkeitsanalysen, eine Musterfertigung und das Prototyping dazu. Für Letzteres steht eine eigens dafür geschaffene Abteilung bereit, in der Spezialisten Bauteile und Werkzeuge bis 45 Millimeter Rohrdurchmesser prüfen.

Nicht einknicken

Ein spannendes Thema ist die Werkzeugtechnik, insbesondere auch in der axialen Rohrumformung. So setzt Transfluid beispielsweise, soweit es die Taktzeit erlaubt, für Schlauchanschlüsse häufig eine Zwischenspanneinheit ein. Sie ermöglicht es, die gesamte Geometrie innen zu stützen. Die Technik vermeidet so, dass Rohre an sensiblen Stellen nach innen einknicken.

Pneumatische Zuhaltung bewahrt vor Kratzern

Für Mehrfachstauchungen, die nach dem oben genannten Verfahren nicht hergestellt werden können, setzt Transfluid einstufige Backenschiebewerkzeuge ein. Diese Werkzeuge sind mit einer gesteuerten inneren pneumatischen Zuhaltung ausgestattet. Damit werden Kratzer an der Geometrie vermieden, wenn sich die Spannbacken nach der Umformung öffnen. Und es wird immer die Position der Schiebeelemente erkannt.

Kaltverschweißen verhindern

Eine technische Besonderheit sind Stauchwerkzeuge, die sich beim Vor- und Zurückfahren der Umformstufe öffnen. Bei längeren Hüben vermeiden sie Berührungen zwischen Werkstoff und Werkzeug. So ist ein Kaltverschweißen zwischen Werkzeug und Werkstoff ausgeschlossen und die Werkstoffoberfläche bleibt unbeschädigt. Mehrfachsicken in Verbindung mit einem Zwischenspanner sind ebenfalls mit dieser Technik herstellbar.