Wer wagt, gewinnt

Technik/Wasserstrahlschne

Das oberösterreichische Unternehmen Kartusch Metall- und Blechverarbeitung hat mit Hilfe einer Wasserstrahl-Schneidanlage Standortwechsel und Modernisierung erfolgreich abgesichert.

19. März 2013
Während der Herstellung einer neuen Maschine erfolgt eine hochgenaue Messung und Justierung des Schneidekopfs mit Hilfe eines Leica Absolute Tracker AT401 von Hexagon Metrology.
Bild 1: Wer wagt, gewinnt (Während der Herstellung einer neuen Maschine erfolgt eine hochgenaue Messung und Justierung des Schneidekopfs mit Hilfe eines Leica Absolute Tracker AT401 von Hexagon Metrology.)

Kartusch wurde bereits 1884 gegründet. Seit 2003 führt Wolfgang Michael Kartusch den Betrieb, der mit seinem vierköpfigen Team heute überwiegend in der Just-in-time-Blechbearbeitung und im Bereich Lohnschweißen tätig ist. Bis zur Anschaffung der STM-Wasserstrahl-Schneidanlage hatte sich das Unternehmen im Einzugsgebiet bereits fest etabliert und verfügte über einen maßgeschneiderten Maschinenpark zur Fertigung von Blechen. Die steigende Nachfrage nach kurzfristiger Lieferung von Blechzuschnitten und der Verarbeitung anderer Materialien motivierte Wolfgang Kartusch jedoch, ›größer‹ zu denken. Er entschloss sich zu diversifizieren und investierte in eine neue Zuschnitttechnologie.

Für den präzisen Zuschnitt verschiedenster Materialien fehlte dem Unternehmen eine CNC-Anlage, die materialübergreifend eine höhere Schnittpräzision als klassische Plasmaschneideanlagen gewährleistet.

Aufgrund des breiten Einsatzspektrums und der hohen Schnittqualität bei gleichzeitig minimalem Nachbearbeitungsaufwand entschied sich Wolfgang Kartusch dazu, in eine Wasserstrahlschneideanlage zu investieren. Bei seiner Online-Recherche stieß er zufällig auf STM, ließ sich das STM-System bei einer Live-Demo präsentieren und war augenblicklich überzeugt. Vor allem die leichte Programmierung und die kurze Installationszeit veranlassten ihn, in eine STM-Anlage der Serie Standard mit zusätzlicher automatischer Höhenabtastung für störungsfreien Betrieb sowie einem stufenlos einstellbaren Abrasiv-Dosiersystem von 0 bis 1000 g für eine ökonomische und präzise Schnittleistung zu investieren.

Die STM-Anlage hat binnen kürzester Zeit eine tragende Rolle im Betrieb übernommen. Dank der neu gewonnenen Flexibilität in der Fertigung konnte der Kundenkreis schnell deutlich erweitert werden. Heute verarbeitet Kartusch neben Stahl zunehmend auch Aluminium, Edelstahl und Nichtmetalle. »Die Möglichkeiten sind plötzlich grenzenlos, ebenso die Nachfrage. Wir wachsen praktisch in alle Richtungen!«, freut sich Wolfgang Kartusch. Entsprechend wurde das Personal aufgestockt, ein Auszubildender soll noch 2013 für weitere Verstärkung sorgen.

Die Wasserstrahlanlage hat sich im Betrieb zudem als richtiggehender Magnet entpuppt: Das gesamte Team setzt die Anlage geradezu mit Vergnügen ein, da Programmierung und Handhabung der Maschine sehr komfortabel sind und der Schneidprozess praktisch vollautomatisch abläuft. Anfänglich auftretende Bedienungsprobleme konnten dank der guten Fernwartung innerhalb von maximal vier Stunden gelöst werden. Die Maschine ist wenige Monate nach Inbetriebnahme bereits drei Tage nonstop im Einsatz – Tendenz steigend -, so dass sie sich noch vor Ablauf eines Jahres amortisiert haben wird.

Das Kaltschneideverfahren hat Wolfgang Kartusch zum Vielseitigkeits-Champion gemacht und nicht nur ganz neue Geschäftsfelder eröffnet, sondern auch die Kundenzufriedenheit signifikant erhöht. Denn trotz des minimalen Personal-, Energie-, Umrüst-, Werkzeug-, Material- und Nachbearbeitungsaufwandes sind per Wasserstrahl geschnittene Werkstücke auf ein Zehntel exakt. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit einer anderen Schneidetechnologie risikoloser expandieren kann«, resümiert Wolfgang Kartusch. »Die Anlage läuft von allein, ist praktisch ›unkaputtbar‹ und schneidet alles, was man will, mit unglaublicher Präzision. Besser geht nicht.«

Auf das Wasser kommt es an

Damit das lange so bleibt, könnte Kartusch von einer weiteren Neuerung von STM Profitieren: Nur bei idealer Wasserqualität ist der Verschleiß an den Hochdruckdichtungen der Hochdruckpumpe und den Wasserdüsen minimal. Deshalb hat STM komplette Wasseraufbereitungslösungen für die totale Aufbereitung von Rein- und Abrasivwasser im Programm. Auf diese Weise kann das Schneidwasser simultan wiederverwendet und die entschlammten Partikel per ›Big Bag‹ komfortabel entsorgt werden. So lassen sich bis zu 98 Prozent Frischwasser sparen.

Justieren per Laser

Der sorgfältige Aufbau einer STM-Schneidemaschine entscheidet mit über die spätere Bearbeitungsqualität. Deshalb misst der Leica Absolute Tracker AT401 (Schutzklasse IP54) verschiedene Positionen einer Reflektorkugel auf dem Schneidekopf. Die ›PowerLock‹-Technik, führt den Laser-Strahl selbstständig zum Reflektor – ohne Eingreifen des Anwenders. Die Mobilität des AT401 ermöglicht auch Serviceeinsätze vor Ort.

Zitat

»Die Anlage schneidet alles, was man will, mit unglaublicher Präzision.«

Wolfgang Kartusch, Geschäftsführer

Erschienen in Ausgabe: 02/2013