Weltweit Energie zuführen

Im Rahmen der Hannover-Messe hat Igus, Hersteller von Energieketten-Systemen, Leitungen und Zubehör, die Ergebnisse des dritten weltweiten Wettbewerbs „Vector Award“ bekanntgegeben.

26. Mai 2012

Gekürt wurden die Gewinner im Rahmen einer feierlichen Preisübergabe. Der „vector award“ steht offiziell unter der Schirmherrschaft der Robotation Academy der Hannover-Messe.

Von China über Kanada bis nach Brasilien

Nahmen am ersten Energieführungs-Wettbewerb vor vier Jahren knapp 80 und vor zwei Jahren knapp 110 Einsender teil, so zählte die Jury dieses Jahr über 160 zum Teil spektakuläre Einsendungen aus allen Teilen der Welt: von China, Indien, Korea und Singapur über die USA, Kanada und Brasilien bis quer durch Europa. Alle eingereichten Energieketten-Anwendungen finden sich im Internet, zum Teil inklusive Videos, unter www.vector-award.de.

Gold: Blitzschnell Platinen von Presse zu Presse

Der goldene „Vector“ und ein Preisgeld von 5000 EUR ging an Kuka Systems für das Produkt Kuka Cobra. Hier wurde ein neues Konzept entwickelt, das blitzschnell Pressen be- und entlädt. Die Kuka Cobra besteht aus zwei Grundelementen, einem Roboter und einer Linearachse. Diese Innovation ermöglicht es, die Ausbringungsleistung der Pressen zu erhöhen und den Pressenabstand zu verringern. Igus entwickelte hierfür eine Sondervariante der Standardenergiekette E6 mit neuen Verbindern, um den Aufbau der Kuka Cobra so kompakt wie möglich zu gestalten. Die E6.29 läuft besonders leise und vibrationsarm, damit passt sie zur Dynamik der Kuka Cobra, die zielgenau und sehr schnell zupackt und das Bauteil zwischen den Pressen transportiert.

Silber: Große Schläuche in Antwerpen

Der „Vector“ Silber und 2500 € Preisgeld gehen an Joury van Gijseghem von Deme für das Projekt Amoras in Antwerpen. Dabei handelt es sich um eine Anlage zur Aufbereitung von ca. 50.000 Tonnen Schlick pro Jahr, die beim Ausbaggern der Schifffahrtswege des Antwerpener Hafens anfallen. Zentraler Bestandteil ist eine bogenförmige Brücke mit einer Spannweite von 150 Metern. An der drehbaren Brücke sind bewegliche Hochleistungspumpen befestigt, die den Schlamm aus darunter liegenden Absetzbecken zur weiteren Aufbereitung befördern. Dies geschieht über enorme Schläuche mit 300 Millimetern Durchmesser. Zur Führung der Schläuche über die gesamte Brückenlänge wird die größte Polymer-„E-Kette“ der Welt, die E4.350 mit 350 mm Innenhöhe, eingesetzt. Das hohe Schlauchgewicht (ca. 100 kg pro Meter) und der Schutz vor mechanischem Abrieb durch spezielle Öffnungsstege mit Gleitrollen aus „Iglidur“ gehören zu den besonderen Kennzeichen der Anwendung. Aufgrund des zusätzlichen Gewichts für die Brückenstruktur war eine schwere Stahlkette keine Alternative zur E4.350.

Bronze: 1440 Grad drehen

Den bronzenen „Vector“ und 1000 € Preisgeld hat Fabio Ferri von SCM aus dem italienischen Rimini gewonnen. In der Kanten-Bearbeitungsmaschine können Holz, PVC, Polypropylen, Aluminium verarbeitet werden. Um den Konturen des Werkstücks folgen zu können, muss das Werkzeug viele verschiedene Bewegungen ausführen können, unter anderem Drehungen um die eigene Achse mit 1440 Grad in beide Richtungen. Für die Leitungsführung zum Werkzeug war daher eine Lösung gefordert, die diese Bewegung mitmacht und zudem leicht ist. Ein vorher eingesetzter elektropneumatischen Verteiler war zu schwer, zu teuer und zu unflexibel. Das Igus-Twisterband konnte dagegen voll und ganz überzeugen. Die ausgelegte Anordnung von sechs Kettenmodulen kann den ganzen Bewegungsablauf abdecken, ist leicht und günstig.