Weltpremiere im Flammenmeer

In einer perfekt inszenierten Show präsentierte die Kuka Roboter GmbH Ende November 2007 in ihrem Werk in Augsburg gleich zwei Roboterneuheiten die speziell für die Schweißbranche prädestiniert sind.

09. Januar 2008

Welcome to the “Hall of Flame” - in Anlehnung an die Hall of Fame, wo in den USA alle Sportlerstars ihrer ewigen Erinnerung harren - stand in der mit Flammen verzierten Einladungskarte der Kuka Roboter GmbH zu lesen. Ende November, in Halle 8 der Augsburger Roboterbauer war es dann soweit. In einem flammenden Spektakel aus Musikanten, Feuerschluckern und Tänzern zeigte Kuka den geladenen Pressevertretern und Kunden gleich zwei neue Roboter - den KR 5 arc und den KR 5 arc Hollow Wrist (Hohle Hand). Kuka Roboter COO Martin Sträb, der Leiter Kommunikation Jürgen Schulze-Ferebee und Produktmanager Jörg Meyer sowie der Leiter der Mechanischen Entwicklung, Wolfgang Mayer, stellten die Neuheiten verbal vor. Die Kuka Mitarbeiter zeigten in drei anspruchsvollen Schweißapplikationen vom Dickblech über Aluminium bis hin zum WIG-Schweißen von Edelstahl und das, was alles in dem neuen Leichtgewicht KR 5 arc steckt.

Die Neulinge in Kürze

„Dank seiner kompakten Abmessungen kann der KR 5 arc Platz sparend in beinahe jedes Zellenkonzept integriert werden. Ob am Boden oder von der Decke hängend erledigt der KR 5 arc seine Aufgaben mit hoher Bahngenauigkeit, schnell und effizient und verfügt dabei über einen Arbeitsbereich von über 1.400 mm. Seine modulare Bauweise macht ihn zu einer kostengünstigen Lösung. Zum Beispiel verfügt er über die gleiche schlanke Hand, wie sein großer Bruder, KR 6. Flansch und Schnittstellen für die Montage des Drahtvorschubs sind identisch.

Mit einer Traglast von 5 kg und einer Zusatztraglast von 12 kg ist KR 5 arc äußerst flexibel. Ihn gibt es übrigens auch absolutgenau vermessen. Mit der praxisbewährten Kuka-Steuerung KR C2 sind alle bekannten Steuerungserweiterungen möglich. So können Zusatzachsen mitbedient werden und mit den Technologien Kuka Safe Robot und Kuka RoboTeam, wird er zum Teamplayer für Mensch und Roboter“, so stellte COO Martin Sträb den neuen Schweißroboter vor. In Halle 8, beim direkten Blick auf die Neuheit, nennt Jörg Meyer den Listenpreis des neuen KR 5 arc mit 29.980 Euro und den seines „Bruders“ KR 5 arc Hollow Wrist mit 31.800 Euro.

Schutzgasschweißprofi HW

Der KR 5 arc HW (Hollow Wrist) hat eine in den Arm integrierte Medienzuführung. „Wir haben für einen maximalen Lochdurchmesser für die Schläuche, Kabel und Drahtzuführung gesorgt. Somit ist der KR 5 arc Hollow Wrist kompatibel zu allen gängigen Schweißgeräten“, so Martin Sträb. „Durch diese geschützte Verlegung des Schlauchpaketes kann er seine Achse 6 endlos drehen, ohne dass die Roboterhand während der Arbeitszyklen umorientiert werden muss. Dies bedeutet für den Anwender nicht nur eine verbesserte Bauteilzugängigkeit und ein optimal geschütztes Schlauchpaket, sondern auch eine vereinfachte Offline-Programmierung. Die Schutzgarnitur des KR 5 arc HW ist von Drahtvorschub und Drehmedium trennbar. Durch den Einsatz von Standard-Steckverbindungen kann er mit allen verfügbaren Schweißausrüstungen ausgestattet werden. Und wie es sich für einen echten Schweißer gehört, stört sich das jüngste KUKA Roboter Familienmitglied nicht an rauen Arbeitsbedingungen. Ganz im Gegenteil: Der Schutzklasse IP 54 entsprechend, ist KR 5 HW genau dafür geschaffen“, so der COO. Dass KUKA erst jetzt einen Spezialisten für das Schutzgasschweißen vorstellt, sieht Sträb nicht als Nachteil und erklärte zugleich, warum KUKA auch dieses Segment nun bedient: „Unsere Kunden wollten einen Roboter mit verbesserter Bauteilzugängigkeit und einer geschützten, im Arm integrierten Medienzuführung für komplexe Schweißaufgaben in rauen Arbeitsbedingungen. Mit dem KR 5 arc und dem KR 5 arc HW haben wir unser Produktprogramm nun erweitert.“

Auch die Wartung der beiden Neulinge soll, laut der Kuka-Mannen, kein Thema sein. Sowohl den KR 5 HW wie den KR 5 arc liefert KUKA absolutgenau vermessen und teamfähig. Gemeinsam haben die beiden Kuka-Neulinge außerdem ihre schnelle und präzise Arbeitsweise. Denn mit nur etwa 120 kg Eigengewicht sind beide Roboter dynamischer als die meisten Konkurrenten. „Die Bahnschweißgeschwindigkeit ist ja vorgegeben. Daher ist es wichtig an der Beschleunigung und der Dynamik zu schrauben, wenn es schneller gehen soll“, so der Kuka-Produktmanager Jörg Meyer. Auch was die Wartungszyklen angeht, haben die neuen Kuka Roboter laut Meyer die Nasen vorne. Der Ölwechsel ist in allen Achsen problemlos möglich - aber nur alle 20. 000 Stunden nötig. Jörg Meyer nennt eine Lebenszeit von 40.000 Stunden und das ist laut COO Martin Sträb „einmalig in dieser Klasse.“

Zellennachbarn

Natürlich war der KR 5 arc nicht nur in der heißen Flammenshow ein Star, sondern musste in drei unterschiedlichen Applikationen beweisen, was in ihm steckt. Dazu hatte Kuka auch diesmal Partner aus der Schweißtechnik an Bord geholt. Mit einer Prozessausrüstung von Fronius zum Beispiel zeigt er Kompetenzen im Aluminiumschweißen. Mit einem Brenner von Binzel Abicor und einer Schweißquelle von EWM zeigt KUKA Roboter ihren Gästen eine Lösung für das WIG-Schweißen von Edelstahl und mit einer Kemppi-Schweißzelle werden Dickblech-Schweißungen vorgeführt. Die Kuka-Frischlinge eignen sich also nicht nur zu spektakulären Showzwecken, sondern eignen sich vor allem als effiziente Arbeiter in der Schweißerei. Vielleicht kommen sie ja doch noch in Hall of Fame - für Roboter, nicht für Sportler.

Erik Schäfer