Weiterer Stellenaufbau im ersten Quartal 2008

Stark gestiegene Stahlpreise enorme Herausforderung

09. Juni 2008

Im ersten Quartal 2008 schufen die Unternehmen der Stahl- und Metallverarbeitung mehr als 7.000 weitere neue Arbeitsplätze. Die stark gestiegenen Stahlpreise setzen die mittelständische Branche allerdings unter Druck. Der WSM erwartet Preiserhöhungen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette und fordert zugleich günstigere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen von der Bundesregierung.

Die Unternehmen der deutschen Stahl- und Metallverarbeitung haben im ersten Quartal 2008 gut 7000 neue Stellen geschaffen und ein Produktionsplus von 6,6 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum verzeichnet. Der Inlandsabsatz wuchs in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um 4,7 Prozent, der Export um 6,3 Prozent. Allerdings: Die Bestelleingänge aus dem Ausland gingen nach langer Zeit erstmals wieder zurück. Ausländische Kunden orderten 3,1 Prozent weniger Produkte im Vergleich zum Vorjahresquartal, parallel stiegen die inländischen Bestellungen aber um 2,1 Prozent und sorgten so für ein leichtes Gesamtplus von 0,4 Prozent. „Den Trend, dass Kunden aus Deutschland geringere Umsätze aus dem Ausland kompensieren, konnten wir schon im Jahresverlauf 2007 beobachten“, sagt Ulrich Galladé, Präsident des WSM Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung in Düsseldorf. „Umso wichtiger ist es, dass im Inland die Weichen konsequent auf Wachstum gestellt werden.“ Der WSM fordere klare Maßnahmen, um die Binnenkonjunktur und damit auch den industriellen Mittelstand als Jobmotor zu stärken. „Für Wahlkampf ist es viel zu früh. Die Politik muss erkennen, dass allein durch Verteilungsdiskussionen keine zukunftsfähige Basis für die deutsche Wirtschaft geschaffen wird. Die Unternehmen benötigen heute Signale, dass die Politik auch in Zukunft auf Wachstum setzt, denn der Druck auf Unternehmen und Wirtschaft wird sich weiter erhöhen“, so Galladé. Die sehr hohen Stahl- und Energiepreise seien als Dauerzustand mit weiterem Potenzial nach oben zu sehen. Und auch die Konjunktur sei kein Selbstläufer, wie die reduzierten Wachstumserwartungen der Wirtschaftsforschungsinstitute zeigten. „Signale in die richtige Richtung wären beispielsweise eine unternehmensfreundliche Erbschaftssteuer oder eine noch weitergehende unbürokratische Rechnungslegung.“