Weiterer bleifreier Messingwerkstoff

Zudem höhere Anlaufbeständigkeit und geringere Entzinkung

11. Juni 2010

„Ecobrass“ heißt der neue bleifreie Messingwerkstoff mit interessanten Eigenschaften und breitem Anwendungsspektrum. Die Legierung aus Kupfer, Zink und Silizium enthält keine toxischen Zusätze und somit stellt dieser neue Werkstoff eine Weiterentwicklung der Messinge auch im Sinne von Umwelt- und Gesundheitsrichtlinien dar. Durch die Zugabe des Siliziums wird die Anlaufbeständigkeit erhöht und die Empfindlichkeit gegenüber Entzinkung und Spannungsrisskorrosion vermindert. Außerdem beeinflusst es die elektrische und thermische Leitfähigkeit des Materials.

Die mechanischen Eigenschaften sind bemerkenswert, denn diese liegen in einer für Messing sehr ungewöhnlichen Größenordnung. Der Werkstoff ist gut zerspanbar sowie kaltumformbar und zeigt trotz hoher Zugfestigkeiten bis 1000 Mpa eine noch ausreichende Bruchdehnung.

Bei den Oberflächenbehandlungen hat sich gezeigt, dass die Haftfähigkeit galvanisch aufgebrachter Schichten vergleichbar mit der von Standardmessingen ist. Dem Olper Unternehmen Peterseim ist es gelungen, Rohre aus Ecobrass nahtlos zu ziehen und anschließend zu bearbeiten. Somit können die Kunden von Peterseim heute schon zukunftsorientierte Endprodukte aus diesem neuen Messingwerkstoff anbieten und sich Wettbewerbsvorteile sichern.

Nahtlose Rohre aus Cuphin – nicht nur für den Trinkwasserbereich

„Cuphin“ ist d Marke einer Metalllegierung, die für die Verwendung im Trinkwasserbereich geradezu prädestiniert ist; denn Cuphin ist eine Legierung aus Kupfer, Zink und Silizium (CuZn21Si3P), die vollständig ohne Blei und andere toxische Komponenten auskommt. Damit ist der Werkstoff ein echter Meilenstein auf dem Weg zu bleifreien Trinkwasserinstallationen.

Darüber hinaus überzeugt Cuphin durch einen besonders hohen Kupferanteil von 76 %, der wirkungsvoll die Vermehrung von Bakterien und Keimen verhindert. Bereits heute ist bei Trinkwasserneuinstallationen in einigen Bundesstaaten der USA die Verwendung von Rohren aus bleifreien Werkstoffen verpflichtend. Spätestens 2013, wenn die neue EU-Trinkwasser-Richtlinie den Grenzwert für Blei in Trinkwasser von 25 auf 10 Mikrogramm pro Liter Trinkwasser herabsetzt, werden bleifreie Werkstoffe die herkömmlichen Installationsmaterialien mit Bleianteil ablösen.

Aber nicht nur unter Gesundheits- und Hygieneaspekten ist Cuphin (CW724R) interessant, sondern auch hinsichtlich Belastbarkeit und Haltbarkeit. Die Legierung zeichnet sich durch außergewöhnliche mechanische Eigenschaften aus, die von den herkömmlichen Werkstoffen für Rohrverbinder und Armaturen bisher nie erreicht werden konnten. Die hohe Festigkeit bei gleichzeitig hoher Bruchdehnung kennt man sonst nur von einigen Stahlsorten.

Dieser neue Werkstoff ist spannungsrisskorrosionsbeständig (SCCR) und entzinkungsbeständig (DZR) zugleich. Kaum ein anderer Werkstoff in der Trinkwasserinstallation kann diese Eigenschaften in Kombination vorweisen. Die bekannten Beeinflussungen von Materialeigenschaften, die beispielsweise durch Glühvorgänge erreicht werden, sind auch bei Cuphin anwendbar. Somit kann mit dieser besonderen Legierung, ähnlich wie bei Rohrprodukten aus Messing, auf individuelle Kundenanforderungen eingegangen werden.

Peterseim macht Cuphin nutzbar. Damit die Cuphin-Eigenschaften insbesondere auch von der Sanitärindustrie genutzt werden können, hat das in Olpe ansässige Unternehmen Peterseim Metallwerke spezielle Verfahren für das nahtlose Ziehen von Rohren aus Cuphin und die anschließende Bearbeitung entwickelt.