Weiterentwicklung vergrößert das Prozessfenster von CMT

Fronius hat seinen bewährten Cold-Metal-Transfer-Schweißprozess (CMT) weiterentwickelt. Ein neuer Algorithmus ermöglicht es, dass der Prozess nun auch in Einsatzgebieten genutzt werden kann, die bisher gänzlich oder teilweise dem Übergangs- oder Impulslichtbogen vorbehalten waren. Neue Kennliniencharakteristiken sorgen für einfache Bedienung und optimale Schweißergebnisse. Bereits ausgelieferte Systeme können ohne Zusatzkosten nachgerüstet werden.

04. September 2013

Mit dem neuen Algorithmus ist es den Fronius-Entwicklern gelungen, die Frequenz der für den CMT-Prozess charakteristischen Vor- und Zurückbewegung der Drahtelektrode auf 130 Hz anzuheben. Darüber hinaus haben die Schweißspezialisten auch das Stromprofil der Kennlinien überarbeitet. Dadurch kann die Leistungsgrenze des CMT-Prozesses je nach Zusatzwerkstoff und Drahtdurchmesser um max. 40 Prozent angehoben werden.

Zu den neuen Kennliniencharakteristiken gehört ‚Universal'. Sie wurde für alle Standardanwendungen konzipiert und zeichnet sich durch eine gute Spaltüberbrückbarkeit aus. Für die Anwendungen, bei denen der Einbrand bzw. die Schweißgeschwindigkeit im Vordergrund steht, hat Fronius ‚Dynamic' entwickelt. Speziell für das Wurzelschweißen eignet sich die neue Kennliniencharakteristik ‚Root', die damit z.B. für den Pipelinebau prädestiniert ist. Mit dem neu definierten Leistungsfeld steht dem CMT-Anwender eine Vielzahl an Kennlinien für diverse Zusatzwerkstoffe und Anwendungsbereiche zur Verfügung.

Die höhere Abschmelzleistung und Energiedichte in der Lichtbogenphase der neuen CMT-Kennlinien vergrößert die Einbrandtiefe und ermöglicht höhere Schweißgeschwindigkeiten bei gewohnter CMT-Prozessstabilität. Dank der höheren Schweißgeschwindigkeit sinkt die Streckenenergie auf ein Niveau, das deutlich unter dem eines Übergangs-oder Impulslichtbogens liegt. Damit lassen sich beispielsweise auch Kehlnahtverbindungen bei dickeren Blechen problemlos schweißen.

Zahlreiche Unternehmen aus der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau und vielen anderen Branchen profitieren bereits heute von den Vorteilen des CMT-Prozesses in der Einzel- und Serienproduktion. Die aktuellen und zukünftigen Weiterentwicklungen des CMT-Schweißverfahrens werden zu einer noch größeren Verbreitung führen.