Weiterbildungsaspekt verstärken

Wissenstransfer und Weiterbildung stehen im Fokus des Rahmenprogramms, das die LASYS 2012, internationale Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung, begleiten wird. Ein besonderes Highlight stellen die Stuttgarter Lasertage (SLT’12) dar, die bereits zum siebten Mal ausgeführt und zum dritten Mal im Rahmen der LASYS stattfinden werden.

18. August 2011

Rund 350 Teilnehmer besuchten auf den letzten SLT 2010 Vorträge von über 70 Referenten. Das Besondere an den Stuttgarter Lasertagen ist der Synergieeffekt aus „Wissenschaft trifft Industrie". Denn hier wird der Einsatz des Lasers in der Materialbearbeitung und Fertigung sowohl unter wissenschaftlichen Aspekten betrachtet, als auch aus dem Blickwinkel der Fertigungspraxis. Daraus resultiert ein hochwertiger Know-how-Austausch, der wiederum Einfluss auf neue Entwicklungen sowie Ideen für verbesserte oder neue Applikationen nehmen wird. Die Lasertage 2012 werden vom Institut für Strahlwerkzeuge (IFSW) der Universität Stuttgart unter der Federführung von Professor Thomas Graf, Direktor des ISFW sowie von Dr. Rudolf Weber, Leiter Verfahrensentwicklung am IFSW, veranstaltet.

Besonders attraktiv war auf den letzten SLT’10 die Festveranstaltung zum 50-jährigen Laserjubiläum. Aber auch die zahlreichen Fachvorträge haben wieder zu einer anregenden Veranstaltung beigetragen. „Das größte Interesse genossen dabei die wissenschaftlich geprägten Vorträge", sagt Prof. Graf. „Aufgrund dieses Feedbacks und Gesprächen mit Industrievertretern, werden die SLT in 2012 den wissenschaftlichen Grundlagen noch mehr Raum geben. Die SLT’12 verstärken damit den Weiterbildungsaspekt und ergänzen gleichzeitig noch besser das übrige Rahmenprogramm der LASYS, etwa das Forum ‚Lasers in Action’ ", so Prof. Graf weiter. „Es gibt bereits erste Zusagen von international anerkannten Experten für Beiträge an den SLT’12", sagt Dr. Weber.

Die Fachmesse LASYS findet im Turnus von zwei Jahren statt und geht vom 12. bis 14. Juni 2012 auf dem Stuttgarter Messegelände in die dritte Runde. Sie ist speziell auf Laser-Materialbearbeitung fokussiert, unabhängig davon, welches Material bearbeitet werden soll oder welche Branche eine Lösung sucht – ob der Maschinenbau, Automobilbau, die optische Industrie, die metallbe- und -verarbeitende Industrie, der Anlagen- und Apparatebau, die Elektro- und Elektronikindustrie, Kunststoffindustrie oder die Medizintechnik. Auch die SLT’12 sprechen ein breit gefächertes Fachpublikum an etwa Mitarbeiter aus Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsabteilungen von Unternehmen sowie aus jeglichen Forschungseinrichtungen und auch Studenten. Die SLT’12 sind international ausgerichtet und finden in englischer Sprache mit Simultanübersetzung statt.

Traditionell liegen die Schwerpunkte der SLT’12 in der Prozesssicherung, der abtragenden Präzisions-Mikromaterialbearbeitung sowie in Anwendererfahrungen beim Einsatz innovativer Strahlquellen wie etwa Scheiben- und Faserlaser. Zur Prozesssicherung sind auf den SLT’12 zahlreiche Präsentationen geplant mit spektakulären Hochgeschwindigkeitsaufnahmen von Laserprozessen mittels Röntgenvideotechnik der neuen Röntgenanlage am IFSW. Vorträge über das Mikroschweißen werden laut Dr. Weber zeigen, dass die Abgrenzung zwischen Makro- und Mikrobereich zunehmend kleiner wird. „Dank der jüngsten Entwicklungen wie der Strahlqualitätssteigerung beim Scheibenlaser und der Polarisationsformung bei Scheiben- und CO2 -Lasern", erklärt Dr. Weber, „wird im Makrobearbeitungsbereich das Thema Schneiden wieder deutlich an Bedeutung gewinnen." Wissenstransfer, wie er auf den SLT stattfindet, trägt also Früchte. Das demonstriert etwa die Anwendung radial und tangential polarisierter Laser, die am IFSW entwickelt und auf vergangenen Stuttgarter Lasertagen vorgestellt wurde. Sie hat großes Interesse in der Industrie geweckt. „Als Folge davon", berichtet Prof. Graf, „wurden am IFSW mehrere Optiken zur Polarisationsformung bestellt."

Die Stuttgarter Lasertage vom letzten Jahr sprachen erstmals das Potenzial der Laserbearbeitung von kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK) an. Auch dieses Thema habe ein gutes Echo in der Industrie gefunden. „Mehrere große nationale und europäische Verbundprojekte zur Laserbearbeitung von CFK mit namhafter industrieller Beteiligung wurden formuliert und stehen kurz vor der Bewilligung", schildert Prof. Graf die Reaktion auf das CFK-Thema. Die Laserbearbeitung von Verbundwerkstoffen wie etwa CFK werde Dr. Weber zufolge sicher eines der heißen Themen auf den SLT’12 sein. „Und da auch das IFSW auf diesem Gebiet sehr aktiv ist", so Weber weiter, „planen wir hier einen entsprechenden Schwerpunkt."

In den vergangenen Jahren ist die Laserbearbeitung von Verbundwerkstoffen in Schwung gekommen. Sie wird zunehmend im Automobil- und Flugzeugbau angewendet. Doch gibt es noch einige Herausforderungen zu meistern. Zum einen lägen diese laut ISFW-Experten im grundlegenden Verständnis über Wechselwirkungsprozesse, die sich in den Werkstoffen abspielten und zum anderen in der anlagentechnischen Umsetzung. „Um die angestrebte Produktivität zu erreichen", sagt Prof. Graf, „wird bereits an entsprechenden Laserstrahlquellen gearbeitet. Hier werden bald Ultrakurz-Pulslaser mit mittleren Leistungen im Kilowattbereich kommerziell verfügbar sein." In puncto Geschwindigkeit und Präzision müsse laut Dr. Weber noch ein großer anlagentechnischer Entwicklungsschritt bewältigt werden, um etwa den Laserstrahl schnell genug über das Werkstück bewegen zu können.

Die Stuttgarter Lasertage 2012 werden aktuellste Erkenntnisse präsentieren. Zahlreiche weitere Begleitprogramme wie etwa das Fachforum „Lasers in Action", der Short Course „Basiswissen Laser und Lasermaterialbearbeitung" sowie das „Solution Center meet the experts" werden die LASYS 2012 zusätzlich bereichern und dem Messebesucher Gelegenheit geben, sein Wissen aufzufrischen oder neue Lösungsansätze für sein Fertigungsproblem zu finden. Die ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur des Stuttgarter Messegeländes - zum einen direkt neben dem Flughafen gelegen und zum anderen bestens in das Autobahn- sowie Schienenverkehrsnetz eingebunden - machen es dem nationalen wie internationalen Besucher leicht, zur LASYS 2012 zu kommen. Als vorteilhaft erweist es sich auch, dass erstmals die anwendernahen Parallelfachmessen European Automotive Components, Engine Expo, Automotive Interiors Expo, Vehicle dynamics Expo und Automotive Testing Expo des britischen Veranstalters UKIP Media & Events Ltd. stattfinden werden, sowie weiterhin die O&S, Internationale Fachmesse für Oberflächen & Schichten.