Weichen für weiteres Wachstum gestellt

Die Stuttgarter Lapp Gruppe ist wieder auf Wachstumskurs, wie die vorgestellten Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2009/2010 zeigen. Damit geht der führende Anbieter von integrierten Lösungen und Markenprodukten für Kabel- und Verbindungstechnik gestärkt aus der Finanz- und Wirtschaftskrise hervor.

30. März 2011

Die Weichen für ein weiteres profitables Wachstum sind gestellt. Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Lapp Holding AG: „Im zweiten Halbjahr unseres Geschäftsjahres haben wir die Krise endgültig überwunden und wir konnten uns deutlich steigern. Wenn der wirtschaftliche Aufschwung weiter so anhält, werden wir unsere hervorragenden Ergebnisse aus dem Jahr vor der Krise im laufenden Geschäftsjahr wieder erreichen können.“

Im Geschäftsjahr 2009/2010 stieg der konsolidierte Konzernumsatz um rund 25 Prozent auf knapp 633 Millionen Euro (Vorjahr 508 Mio. Euro). Das reale Umsatzwachstum liegt bei 13 Prozent. 12 Prozent sind auf die stark gestiegenen Kupferpreise zurückzuführen. Die Kupferpreise werden, wie in der Branche üblich, an die Kunden weitergereicht. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von weltweit 2.600 auf 2.800 Beschäftigte. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich im Vergleichszeitraum von 10,6 auf 45,7 Millionen Euro.

Besonders profitiert hat das Familienunternehmen von den hohen Zuwachsraten im Maschinen- und Anlagenbau sowie im Geräte- und Apparatebau. Aber auch die wachsende Nachfrage nach Erneuerbaren Energien, die starke Präsenz der Lapp Gruppe am Wachstumsmarkt Asien und die umfangreichen internen Strukturanpassungen haben die positive Entwicklung unterstützt.

Entwicklung in den Regionen

Europa ist traditionell Kernmarkt der Stuttgarter Lapp Gruppe und trägt mit 479,2 Millionen Euro (Vorjahr 386 Mio. Euro) insgesamt knapp 77 Prozent zum Gesamtumsatz des Unternehmens bei. Der Umsatzzuwachs lag bei 24 Prozent. Stärkster Einzelmarkt ist Deutschland, wo mit 227,3 Mio. Euro rund die Hälfte des europäischen Umsatzes erwirtschaftet wurde. Das entspricht einer Steigerung um 17 Prozent. Der Umsatzanteil Deutschlands am Gesamtkonzernumsatz liegt bei 36 Prozent.

Asien ist mit knapp 15 Prozent Umsatzanteil und 95 Mio. Euro (Vorjahr: 69 Mio. Euro) die zweitwichtigste Absatzregion. Die Lapp Gruppe profitierte vom kräftigen Aufschwung der asiatischen Wirtschaft. Der Umsatzzuwachs in der Region lag bei nahezu 40 Prozent.

Die Umsatzentwicklung in Nord- und Mittelamerika verlief weniger dynamisch. Hier stieg der Umsatz um rund neun Prozent auf 58 Mio. Euro (Vorjahr 53 Mio. Euro). Den größten Anteil haben die USA, wo 50,5 Mio. Euro und ein Plus von 11,7 Prozent erwirtschaftet wurden.

Ertrags- und Finanzlage

Mit einem Ergebnis von 45,7 Mio. Euro vor Steuern (Vorjahr 10,6 Mio. Euro) hat die Lapp Gruppe annähernd das Ergebnis des Geschäftsjahres vor der Krise 2007/2008 erreicht. Durch Strukturanpassungen konnten die Personal- und Sachkosten in Verhältnis zum Umsatz von 42 auf 36 Prozent gesenkt werden. Dagegen hat sich der Kupferpreis kontinuierlich nach oben entwickelt. Im Oktober 2009 lag die durchschnittliche DEL-Notierung bei 433 Euro/100 kg. Erklärung: DEL ist die Abkürzung für Deutsche Elektrolyt-Kupfer-Notierung für Leitmaterial. Dabei handelt es sich um eine börsenabhängige Preisangabe für Kupfer – eine wichtige Kenngröße zur Berechnung des tagesaktuellen Preises. Zum Ende des Geschäftsjahres lag der Preis bei 602 Euro/100 kg. Im vergangenen Januar stieg er sogar auf 710 Euro/100 kg. Die Eigenkapitalquote des Familienunternehmens liegt bei 48%. Die Netto-Bankverbindlichkeiten haben sich auf „0“ reduziert und werden erstmalig auf Guthabenbasis ausgewiesen.

Ausblick

Durch die dynamische Entwicklung der Weltwirtschaft ist die Lapp Gruppe sehr erfolgreich ins neue Geschäftsjahr 2010/2011 gestartet. Allein im ersten Quartal des Geschäftsjahres erzielte das Unternehmen in den Regionen Europa und Asien reale Umsatzzuwächse von rund 33 Prozent. Für das zweite Quartal rechnet das Unternehmen wegen des langen und strengen Winters mit einer leichten Abflachung, die voraussichtlich im dritten Quartal mit einer deutlichen Frühlingsbelebung wieder ausgeglichen wird.

Andreas Lapp: „Wir erwarten, dass sich die Umsatzzuwächse übers Jahr auf einem etwas niedrigeren Niveau einpendeln werden. Deshalb gehen wir bei weiterhin positiver Konjunktur von einer realen Umsatzerhöhung für das gesamte Geschäftsjahr von rund 20 Prozent aus.“ Entsprechend werden auch die Produktions- und Mitarbeiterkapazitäten angepasst. Insgesamt sollen im laufenden Geschäftsjahr weltweit rund 200 neue Stellen geschaffen werden, davon am Standort Stuttgart und Ludwigsburg rund 70 Stellen. Neben der Fortführung der initiierten Entwicklungsprozesse wird die Qualifizierung und Entwicklung der eigenen Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen. Aus diesem Grund wurde auch ein eigener Vorstandsbereich „Personal- und Organisationsentwicklung“ geschaffen, der von Werner Knies, vormals Vorstand Finanzen geleitet wird. Weitere Schwerpunkte werden neben den oben genannten Erweiterungsinvestitionen die Automatisierung der Logistik und Ausbau der IT-Technologie und Software sein. Um die Innovationsfähigkeit der Gruppe weiter zu entwickeln, wurde vor wenigen Tagen ein Technologiebeirat ins Leben gerufen. Zum Beirat gehören: Dr. Wilhelm Bauer, Stellvertretender Institutsleiter Fraunhofer IAO und IAT der Universität Stuttgart, Prof. Dr. Frank Berger, Dekan der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Ilmenau und Prof. Dr. Dietmar Drummer, Inhaber des Lehrstuhls für Kunststofftechnik der Universität Erlangen-Nürnberg.