Wegweisende Aluminiumfassade

Das Wintergartenareal ist neuer Sitz der Leipziger Wohnungs- und Baugenossenschaft (LWB) und symbolisiert die nachhaltige Neuausrichtung des Unternehmens. Die Planung sollte unter dem Aspekt des energieoptimierten und nachhaltigen Bauens im Sinne eines innovativen energie- und kosteneffizienten Gebäudekonzepts erfolgen. In seiner Lage gegenüber dem Leipziger Hauptbahnhof nimmt der neue Gebäudekomplex eine prominente Stelle am Übergang zwischen historischem Stadtzentrum und der Stadterweiterung aus Zeiten der DDR ein.

30. März 2016

Im Wettbewerb zum Bau des Wintergartenareals überzeugten die Architekten von „Schaltraum“ in Zusammenarbeit mit „GMP Architekten Hamburg“ mit ihrem Konzept. Gegenstand war die Entwicklung einer architektonischen Lösung für einen Büroneubau mit Schwerpunkt auf einer innovativen Fassade. Der Bau sollte nicht nur eine Baulücke schließen, sondern ein Tor zum Grafischen Viertel und zur Leipziger Ostvorstadt sein.

Nutzfläche von 5.485 Quadratmetern

Letztendlich zogen 430 Mitarbeiter in den ansehnlichen Neubau am Fuße des Wintergartenhochhaus der 70er Jahre. Das neue Gebäude bietet Büroräume mit einer Nutzfläche von 5.485 Quadratmetern. Im Erdgeschoss befinden sich Schulungsräume sowie eine Cafeteria mit Küche und grünem Innenhof.

Haupttrageelemente des siebengeschossigen Bürokomplexes, errichtet in Stahlbetonmassivbauweise, sind Flachdecken, Wände und Stützen aus Stahlbeton. Die Fassade, die attraktive Außenhaut des modernen Unternehmenssitzes, kombiniert Glaselemente mit Novelis Farbaluminiumtafeln. Artmann Consult Geomatik wurde mit der Detailplanung der komplexen dreidimensionalen Aluminiumfassade beauftragt. Joachim Dulitz Glas- und Leichtmetallbau setzte die Planung in die Tat um.

Als Fassadenmaterial wählte das Planungsteam Novelis ff2 – bandbeschichtetes Aluminium mit einer AlMg3-Legierung. Die Aluminiumtafeln in den Farbtönen Bronze, Beige und Graumetallic zeichnen sich vor allem durch eine langlebige, farbbeständige Polyvinylidenfluorid-Oberfläche aus. Die zwei Millimeter dicken Aluminiumtafeln werden dem Bürogebäude dauerhaft ein modernes Erscheinungsbild verleihen. Zur Realisierung des Projekts wurden insgesamt 10.500 Quadratmeter Novelis ff2 verbaut.

Kontruktive Herausforderung

Die einzelnen Fassadenelemente wurden dreidimensional gekantet und in den Tiefsicken verschraubt. An den großflächigen Fronten verlaufen die vertikalen Lisenen über zwei Etagen, die horizontalen erstrecken sich über die gesamte Breite des Gebäudes. Wo sich die horizontalen und vertikalen Lisenen treffen, entstehen dreidimensionale Knotenpunkte; diese stellten eine konstruktive Herausforderung dar. Die Unterkonstruktion lieferte BWM Dübel- und Montagetechnik.

Die Konstruktion aus den dreidimensionalen Kassetten verleihen der Fassade eine optische Tiefe. Auch die großen Fronten an der Nord- und Westseite wirken – trotz ihrer großen Flächen über sieben Etagen – leicht. Die gegenüberliegende Fassadenfläche erstreckt sich über drei Etagen, dadurch kann Tageslicht in den Innenhof des Gebäudes gelangen.