Was der Kunde verlangt

Der richtige Maschinenpark lässt keine Wünsche offen

Der Maschinenbaumeister Kurt Staab gründete vor gut 30 Jahren in Aschaffenburg eine Schlosserei. Zwar hatte er auch schon damals mit Blech zu tun, aber welches Ausmaß dies einmal haben würde, ahnte er nicht. Das Familienunternehmen ist heute ein Zulieferbetrieb sowohl für einfache als auch komplexe Blechteile. Bearbeitet werden sie auf einem Dutzend Trumpf-Maschinen. Staab verfügt über mehr als 15.000 Programme, 10.000 davon sind aktiv in Gebrauch.

11. April 2001

Die Söhne des Gründers, Jürgen und Ulrich Staab, sind für den Einsatz des umfangreichen Maschinenparks zuständig. Schon 1991 wurde eine kombinierte Stanz- Lasermaschine „Trumatic 260 Laserpress“ angeschafft. Es folgten eine automatisierte Stanzmaschine „Trumatic 260 FMC“, die Flachbett- Laserschneidanlagen „Trumatic L 3030“ und „L 4003 E“ sowie eine „Lasercell 105“ für die 3D-Bearbeitung und mehrere „Trumabend“- Abkantpressen für das Umformen. Außerdem wird mit drei Laserschneidanlagen „Trumatic L 6030“ mit Lasern von 2.600, 3.000 und 3.800 Watt Ausgangsleistung gearbeitet. Staab nützt sie für die Bearbeitung von Teilen in Blechdicken bis 20 mm bei Stahl, 12 mm bei Edelstahl und 8 mm bei Aluminium. Die Maschinen mit dem großen Arbeitsbereich von 6 x 2 m und Wechseltischen werden für die Konturbearbeitung entsprechend großer Teile eingesetzt, aber auch für die mannlose Bearbeitung in der Nacht. Dafür werden die beiden Tische jeder Maschine mit je zwei Platinen der Abmessungen 3.000 x 1.500 mm belegt. So kann jede Maschine vier Platinen abarbeiten. Diese werden mit kleineren Teilen belegt, deren Bearbeitungsprogramme jeweils anderthalb bis zwei Stunden laufen.

Insgesamt umfasst das von Staab bearbeitete Spektrum Teile aus Dünnblech mit 0,50 oder 0,75 mm Dicke bis zu solchen von 1,5 x 4,5 m aus 20 mm dickem Baustahl. Ulrich Staab versichert: „Wir bearbeiten in dieser Spannbreite alles, was von uns verlangt wird.“

Eines von vielen Beispielen für die Bearbeitungs- und Materialvielfalt bei Staab ist ein gebogenes Teil aus schwarz beschichtetem 0,5-mm-Dünnblech. Es ist innerer Bestandteil der Lenkräder italienischer Luxussportwagen, und Staab ist Zulieferer des deutschen Lenkradherstellers.

Bearbeitet werden nicht nur Platinen aus Metall, also Bleche aus Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer und Messing, sondern mit den Lasermaschinen auch Holz und Acryl-Glas. Rohre bis zu einer Länge von 3 m werden auf der mit einer Rohrschneideinrichtung ausgerüsteten Trumatic L 3030 geschnitten und mit Durchbrüchen versehen.

Besonders starke Nachfrage findet die 3D-Bearbeitung auf der Lasercell. Im Wechsel werden sowohl Schneid- als auch Schweißaufgaben mit einem hohen Auslastungsgrad ausgeführt; so ist die TLC seit Jahren in zwei Schichten „ausgebucht“.

Bei Staab erhalten die Kunden Beratung bei der Konstruktion von Neuteilen, Produktentwürfen und Prototypen. „Das wichtigste für einen erfolgreichen Zulieferer ist, dass er in der Lage sein muss, die Vorstellungen der Kunden zu realisieren“, betont Ulrich Staab. Die Programme werden mit Trumpf- Programmiersystemen aus der Tops-Reihe erstellt; für einige wenige Anwendungen ist auch noch TC-CAPT im Einsatz. Meist wird geschachtelt, aber mit Ausnahmen - zum Beispiel wenn ein Kunde für einen Auftrag eine bestimmte Faserrichtung des Stahlblechs vorschreibt.

Staab liefert an seine Kunden die Teile überwiegend oberflächenbehandelt. Das Unternehmen verfügt über zwei automatisch arbeitende Anlagen zur Pulverbeschichtung. Für das Verzinken oder Verchromen werden Unterlieferanten beschäftigt. Seniorchef Kurt Staab hält die Oberflächenbearbeitung für notwendig, um den Kunden einbaufertige Teile liefern zu können.

Erschienen in Ausgabe: 03/2000