War of Talents

IW-Projekt unterstützt Mittelstand

27. März 2009

Trotz konjunkturell schwieriger Zeiten benötigt die Wirtschaft qualifizierten Nachwuchs. Doch die seit Jahren zu geringe Geburtenrate sorgt dafür, dass immer weniger Schüler überhaupt einen Ausbildungsplatz nachfragen: Von 2006 bis 2020 sinkt die Zahl der Absolventen von allgemeinbildenden Schulen um 20 Prozent. Dabei trifft es die neuen Bundesländer mit einem Rückgang von 37 Prozent noch wesentlich härter als die alten (16 %). Ein neues Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) unterstützt mittelständische Betriebe der Metall- und Elektro-Industrie darin, maßgeschneiderte Konzepte zu entwickeln, mit denen sie demografisch bedingte Probleme wie Fachkräftemangel, Wissensverlust und Anstieg der Krankheitskosten lösen können. Bezog sich der „War of Talents“ früher nur auf die Hochschulabsolventen, die sich die Unternehmen gegenseitig abgeworben haben, so wird schon bald ein zusätzlicher Kampf um die Auszubildenden entstehen. Denn diese werden zunehmend ein „knappes Gut“. Beste Wettbewerbsbedingungen um diesen Nachwuchs werden dann solche Unternehmen haben, die sich als attraktive Arbeitgeber präsentieren können. Und dies gilt nicht nur für Großkonzerne, sondern gerade auch für kleine und mittelständische Unternehmen. Eben diese unterstützt das IW darin, sich ihrer Stärken bewusst zu werden und diese als Vorteile bei der Rekrutierung von Fachkräften einzusetzen: Flache Hierarchien, größere Gestaltungs- und Entscheidungsspielräume, schnelle Entscheidungswege, vertrauensvoller Umgang in familiären Strukturen, gutes Betriebsklima. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung führt das IW jetzt ein Projekt durch, in dem auf der Basis der lebenszyklusorientierten Personalpolitik ein Instrumentenkasten entwickelt wird. Damit können vor allem KMU maßgeschneiderte personalpolitische Konzepte erstellen und Belegschaften und Organisationen dem eigenen Bedarf gemäß vorbereiten. Mit diesem ganzheitlichen, individualisierten Ansatz sind die Unternehmen in der Lage, die Herausforderungen der demografischen Entwicklung zu meistern: dem Fachkräftemangel vorbeugen, ihre Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitgeberattraktivität stärken sowie die Belegschaften bis zum gesetzlichen Rentenalter fit und motiviert halten.