Von Prozessbeschleunigung bis Webshop

Software

Maßgeschneiderte Software macht die Blechbearbeitung effizienter. Maschinenunabhängige Lösungen mit modernster Datenverarbeitung entwickelt Lantek seit mehr als 30 Jahren und für Betriebe aller Größen.

17. September 2018
© Lantek
Bild 1: Von Prozessbeschleunigung bis Webshop (© Lantek)

Christoph Lenhard kennt die Branche seit 20 Jahren. »Bei Engpässen in der Produktion denken viele zuerst an den Kauf einer neuen Maschine«, sagt der Lantek-Verkaufsleiter für die DACH-Region. »Sie vergessen aber gern, dass es oft mit der Ausweitung der Fertigungskapazitäten nicht getan ist. Für die gewünschten Effekte müssen viele produktionsspezifische Faktoren berücksichtigt werden: Verwaltung der Fertigungsaufträge, Verfügbarkeitsplanung und Materialbereitstellung etwa.«

Doch können Lohnfertiger und Baugruppenhersteller ihre Engpässe oft durch bessere Planung reduzieren. Wird die Produktion in einen Prozess eingebunden, der im Idealfall von Angebot bis Versand und Rechnungsstellung reicht, kann das interne Abläufe deutlich verbessern. Maschinenbauingenieur Lenhard kennt die Einwände: »Oft fehlt das Verständnis, wie nötig die Investition in Software ist, weil man sie ja nicht anfassen und sehen kann. Sie kostet nur Geld und Nerven. Doch verkennen viele, welche Entlastung es allein für den Fertigungsleiter darstellt, wenn er die Prozesse nicht mehr im Kopf haben muss, sondern transparent in einer Software abgebildet weiß.«

Lenhard und seine Kollegen machen den Nutzen sichtbar und zeigen, wie Software als Prozessbeschleuniger wirkt. Den Anfang macht ein Rundgang durch die Werkshalle. 

Suche nach den ›Schmerzpunkten‹

»Welche Maschinen mit welchen Technologien stehen dort? Welche Besonderheiten weisen sie auf – unter anderem Version der Steuerung, automatische Blechentnahme, Palettiersysteme, Anbindung an Lagertürme?«, möchte Lenhard wissen. Im Gespräch mit Produktionsleitern und Maschinenbedienern sucht er deren ›Schmerzpunkte‹ – wenn ein Blech mehrfach aufgelegt, bearbeitet und entnommen werden muss, um einzelne Teile zu schneiden, oder wenn unklar ist, wohin die Teile dann sollen: in die Logistik, zum Entgraten oder Kanten?

Schon beim Rundgang entwickeln die IT-Experten Ideen, wie aus den Lantek-Modulen zur automatisierten CNC-Programmierung von Blechschneidmaschinen (Lantek Expert und Lantek Flex3d) sowie zur Auftrags- und Fertigungsverwaltung (Lantek Integra und Lantek MES) eine individuelle Lösung werden könnte: die Teile gleicher Materialgüte zusammenfasst, damit das Blech nur einmal aufgelegt werden muss, und die zeigt, wo jedes Teil aktuell ist und wohin sein weiterer Weg durch die Fertigung führt. 

Die Idee nimmt in den Büroräumen Formen an, wenn es darum geht, welche Software der Betrieb bereits hat, ob sie mit Hilfe der Integrationsmechanismen von Lantek (Replica) eingebunden werden soll und was der Betrieb erwartet. »Bei bestehenden Systemen ist entscheidend, ob sie zukunftsfähig sind«, sagt der Fachmann. Gleich anschließend bekommt das Unternehmen einen ersten Einblick in die Leistungsfähigkeit der Lantek-Software, wie die Benutzeroberfläche bedient wird und was vernetztes Arbeiten bedeutet.

»Viele Kunden verstehen zunächst nicht, warum schon bei der Angebotserstellung alle Daten eingegeben werden«, so Lenhard zum nötigen Umdenken. »Dann erfahren sie, dass danach keine weiteren Daten erfasst werden müssen und das Angebot trotzdem schnell erstellt ist – auch ohne einen Konstrukteur.« Zudem klärt das System schon für das Angebot die Kosten des Materials, seine Verfüg- oder Lieferbarkeit und die Produktionskapazitäten, um den Liefertermin einzuhalten.

Besuche bei Referenzkunden können weitere Fragen klären, bevor Lantek zu einem Spezifikationsworkshop kommt, der Kundenwünsche und -bedürfnisse ergründet.

Das Protokoll mit Pflichtenheft bildet den gesamten Bedarf mit Lösungsvorschlägen, Produkten und Lizenzen ab. Stimmt der Kunde zu, beginnt Lantek mit dem passgenauen Zuschnitt der Software, implementiert sie in einer Testumgebung und schult die Mitarbeiter. Im laufenden Betrieb wird dann die Test- in die Produktivumgebung übertragen, und Lantek begleitet die Maschinenbediener bei der Einführung. Doch die Kooperation geht weiter: Wer mit einzelnen Modulen beginnt, kann seine Software-Suite nach und nach erweitern. Über Service, jährliche Updates und Neuentwicklungen stellt Lantek zudem sicher, dass die Kunden immer auf dem neuesten Stand bleiben.

Analytics, Metalshop, Iquoting

Drei Neuheiten stellt Lantek auf der Euroblech vor und steigt damit in die Technologie cloudbasierender Software für die Blechbearbeitung ein. Die Vorteile: jederzeit und von überall Zugriff, keine Softwareinstallationen mehr und stets aktuelle Versionen, ohne umfangreiche Hardware und Fachpersonal. Datenschutzrichtlinien und Anforderungen zur Datensicherheit werden natürlich beachtet.

Einen Meilenstein stellt ein Programm zur Analyse von Kunden- und Produktionsdaten dar: ›Lantek Analytics‹. »Es geht um die Auswertung der Informationen aus der Lantek-Datenbank des Unternehmens«, so Lenhard. »Das Business-Intelligence-Werkzeug extrahiert und analysiert in einem separaten Abbild der Datenbank – in Echtzeit und nach Kundenwunsch konfigurierbar.« 

Die Fertigungsanalyse kann Fragen nach Engpässen in der Produktion, Ausschussaufkommen, Schrottverteilung oder Fertigungsmustern beantworten, um herauszufinden, ob sich eine Kapazitätserweiterung oder eher die Auslagerung anbietet. In der Kundenanalyse können eine Top-Ten-Liste mit Umsatzbeitrag am Gesamtergebnis erstellt, ihre geografische Verteilung ermittelt oder zeitgefilterte Aussagen pro Kunde gemacht werden. »Lantek Analytics ist leistungsfähiger und kostengünstiger als alle Analyselösungen, die bisher individuell für ein Unternehmen entwickelt wurden«, ist Lenhard überzeugt. »Es arbeitet mit soliden Daten, die unser System erhebt.

Und: Der Kunde bestimmt die Leistungskennzahlen selbst, nach denen er analysieren will.«

Neuartig ist auch Lantek ›Metalshop‹: Im Online-Portal können Kunden ihre Anfrage selbst plazieren, Konturen hochladen, Lieferdatum wählen und auf frühere Bestellungen zurückgreifen. Über Einbindung in die Lantek-Software-Suite erfolgt die Abstimmung mit der Lantek-Datenbank des Unternehmens bezüglich Produktionszeit, Materialverfügbarkeit und -kosten oder Maschinenkapazitäten.

Metalshop generiert daraus das Angebot, dem der Kunde online zustimmen kann. Lenhard: »Besonders für Lohnfertiger ist Metalshop ein echter Mehrwert, weil es ihren Aufwand erheblich reduziert.«

Im Hintergrund von Metalshop arbeitet Lantek ›Iquoting‹: Das neue Konzept greift auf die Daten der Lantek-Module ›Expert‹ zum Schachteln, ›Manager‹ zur Fertigungsauftragsverwaltung und ›Integra‹ zur Kostenkalkulation zurück und berücksichtigt alle für das Angebot relevanten Faktoren. Es ist die Verbindung zwischen MES- und ERP-Systemen des Unternehmens und Online-Shop. Lenhard: »Die Software für die neuen Tools liegt fertig und sicher in der Cloud. Das Prinzip ›Plug-and-Play‹ erspart Kunden jeglichen Installationsaufwand – aber sie können die Software nach ihren individuellen Wünschen nutzen.«

Euroblech Halle 12, Stand A118

Erschienen in Ausgabe: 05/2018