Vom Händler zum Bearbeiter

Georg hat von der Eisen + Stahl Service GmbH den Auftrag erhalten, eine neue Längsteilanlage zu bauen. Mit der Anlage erweitert das Mannheimer Unternehmen sein Produktspektrum um die Lieferung von Spaltband und vollzieht einen weiteren Schritt vom Handel zum Bearbeiten.

19. September 2017
Mit der Präzisionslagerung der Messerwellen schneiden die Längsteilscheren von Georg auch bei einer hohen Anzahl von Streifen gratarm und exakt. (Bild: Heinrich Georg Maschinenfabrik)
Bild 1: Vom Händler zum Bearbeiter (Mit der Präzisionslagerung der Messerwellen schneiden die Längsteilscheren von Georg auch bei einer hohen Anzahl von Streifen gratarm und exakt. (Bild: Heinrich Georg Maschinenfabrik))

Eisen + Stahl liefert Bleche und Zuschnitte aus Stahl, Edelstahl und Aluminium, die das Unternehmen auf eigenen Anlagen konfektioniert. Spaltbänder wurden bisher zugekauft. Mit der neuen Georg-Längsteilanlage spaltet das Unternehmen Band in Zukunft selbst und wird seine Kunden unter anderem mit der Lieferung auf Abruf noch flexibler bedienen. Außerdem reduziert das Unternehmen mit der neuen Anlage die Abhängigkeit von Zulieferern.

Die Anlage ist für 1.650 Millimeter breites und fünf Millimeter dickes Stahlband sowie zwei Millimeter dickes Edelstahlband ausgelegt. Sie teilt das Band in bis zu 30 Streifen mit einer Geschwindigkeit von 400 Metern pro Minute. Die Anlage erlaubt das Abwickeln von oben oder unten, sodass beim Spalten je nach Anforderung die Innen- oder die Außenseite des Coils oben liegt.

Mit dem hohen Automatisierungsgrad reduziert Georg unproduktive Nebenzeiten im Vergleich mit konventionellen Anlagen deutlich. So erfolgen beispielsweise das Abdienen der Coils vom Aufhaspel und das Andienen zum Abhaspel synchron – gegebenenfalls werden gleichzeitig auch die Messer gewechselt.

Der Saumschrottschneider ist mit der Georg-Shimless-Tooling-Technik ausgestattet, die beim Abschleifen der Schneiden das Einlegen von Passblättern überflüssig macht. Mit dem automatischen, patentierten CNC-Separiersystem erzielt Georg kurze Rüstzeiten: Während die Separierungsscheiben früher manuell eingebaut wurden, stellt das System die Abstände der Separierungsscheiben automatisch ein, es ist keinerlei manuelle Tätigkeit erforderlich. Mit vier Separierungsachsen erzielt die neue Anlage ein optimales Wickelergebnis.

Vor dem Hintergrund hoher Energiekosten stattet GEORG die Maschine mit energieeffizienten Motoren und Antrieben aus. Außerdem werden Anlagenkomponenten wie beispielsweise die Bremsrollen generatorisch betrieben und speisen überschüssige Energie in den Zwischenkreis zurück.

Axel Sturm, Verkaufsleiter Bandanlagen bei GEORG, sieht, dass seine Bandanlagen nicht nur für die großen Hersteller von Band interessant sind: „Der Auftrag von E + S belegt, dass sich die Investition in GEORG-Qualität auch für mittelständische Unternehmen rechnet. Unter anderem der hohe Automatisierungsgrad und die erwiesenermaßen lange Lebensdauer machen unsere Anlagen ebenso für Walzwerke wie auch für Stahl Service Center attraktiv.“

Dominik Naber, der Geschäftsführer von E + S, erläutert, warum er sich für die Anlage von GEORG entschieden hat: „GEORG ist für hohe Präzision, geringe Nebenzeiten und langlebige Maschinen bekannt. Ein wichtiger Aspekt bei unserer Entscheidung waren natürlich auch die Kosten. Über die gesamte Nutzungsdauer gerechnet bietet die neue Anlage auch mit ihren geringen „total cost of ownership“ deutliche Vorteile.“ Die Anlage wird voraussichtlich ab September 2018 im Mannheimer Werk die Produktion aufnehmen.