Vom Ein-Mann-Betrieb zum Global Player

Von Achern in die ganze Welt: In seiner 175-jährigen Geschichte hat sich Kasto zu einem international erfolgreichen Unternehmen entwickelt. Rund um den Globus sorgen Niederlassungen und Vertretungen dafür, dass der Säge- und Lagertechnik-Spezialist immer nah an den Märkten und seinen Kunden ist und einen schnellen Service anbieten kann.

08. Juli 2019
Vom Ein-Mann-Betrieb zum Global Player
Anfang der 1990er Jahre gründet Kasto im thüringischen Schalkau ein Zweigwerk. (Bild: Kasto)

In den 1970er Jahren zählt Kasto zu den innovativen Anbietern von Metallsäge- und Lagertechnik für Industrie und Handwerk. Die Lösungen des Familienunternehmens aus dem badischen Achern sind gefragt – nicht nur auf dem Heimatmarkt, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus. Um die Kunden und Märkte außerhalb Deutschlands besser bedienen zu können, setzt Kasto deshalb auf Internationalisierung. Dieser Schritt ist für den weiteren Erfolg des Herstellers von zentraler Bedeutung.

Erster Schritt ins Ausland führt nach Frankreich

1977 gründet Kasto in Frankreich seine erste Niederlassung. Der jetzige Hauptstandort im elsässischen Obernai ist nur wenige Kilometer vom deutschen Stammsitz entfernt – das erleichtert die Organisation und sorgt für kurze Wege. Zielbranchen sind unter anderem der Stahlhandel, der Fensterbau und die Luftfahrtindustrie. Die neue Niederlassung wird schnell zum Erfolg. Heute betreut Kasto France mit 30 Mitarbeitern rund 4.000 Kunden in Frankreich, Belgien, Luxemburg und Nordafrika und erzielt einen erheblichen Teil des Auslandsumsatzes.

Kurze Zeit später wagt der Hersteller den Schritt über den großen Teich und eröffnet im US-amerikanischen Pittsburgh eine weitere Niederlassung. Bedingt durch die wirtschaftliche Entwicklung in den USA erlebte dieser Standort Höhen und Tiefen: Aus dem ehemals boomenden »Steel Belt«, wie die Region um die Stadt aufgrund ihrer starken Stahlindustrie genannt wurde, wurde in Krisenzeiten der »Rust Belt«.

Seit Ende der 2000er-Jahre geht es jedoch in Pittsburgh wieder bergauf, zahlreiche Technologieunternehmen haben sich dort angesiedelt. Das amerikanische Kasto mit etwa 40 Mitarbeitern und einem umfangreichen Ersatzteillager ist auch für Anwender in Kanada Ansprechpartner. 2018 weiht das Unternehmen einen neuen Showroom mit Technology Center in Chicago ein. Kunden haben dort unter anderem die Möglichkeit, Maschinen und digitale Lösungen vorab zu sehen und Testschnitte auszuführen.

Reif für die Insel

Anfang der 1990er-Jahre investieren viele Unternehmen aufgrund der starken Nachfrage in den neuen Bundesländern. Auch Kasto baut im thüringischen Schalkau ein Zweigwerk auf. 2003 positioniert sich das Unternehmen auch auf dem britischen Markt mit einer eigenen Niederlassung. Kasto UK ist heute mit seinen 13 Mitarbeitern sowohl für das vereinigte Königreich und Irland verantwortlich als auch für die Betreuung der Kunden in Dänemark und Finnland sowie im Nahen und Mittleren Osten. Damit ist das Unternehmen breit genug aufgestellt, um die wirtschaftlichen Risiken des bevorstehenden EU-Austritts Großbritanniens abzufedern.

Als Kasto ab 2015 seine ersten Schritte auf dem asiatischen Kontinent macht, muss das Unternehmen feststellen, dass Protektionismus, gesetzliche Einschränkungen und administrative Hürden zu den größten Herausforderungen auf seinem Weg zum Global Player zählen. Eine Firma zu gründen, ist in einem Land wie China ein langwieriger Prozess. Von Rechtsformen über die Personalsuche und Versicherungen bis zur lokalen Gesetzgebung funktionieren viele Dinge komplett anders als in Deutschland.

Trotzdem schafft es Kasto, sich erfolgreich in Asien zu etablieren: 2015 entsteht eine Niederlassung in Singapur, 2018 kommt eine weitere im chinesischen Taicang hinzu. Die Kunden profitieren von einem deutlich schnelleren und flexibleren Service – und von Mitarbeitern, die mit den jeweiligen Ländern und Kulturen vertraut sind und die Landessprache beherrschen.

Weltweit erfolgreiche Zusammenarbeit

2016 gründet das Unternehmen eine Niederlassung im schweizerischen Rheinfelden. Auch, wenn es von Achern aus nicht weit in die Schweiz ist, bietet es doch Vorteile, direkt im Land präsent zu sein – etwa ein kundennaher Service und eine zügige Versorgung mit Ersatzteilen. Und auch hier freuen sich die Kunden über eine Betreuung in der Landessprache Schwyzerdütsch. Damit ist KASTO mittlerweile in sechs Ländern mit eigenen Niederlassungen vertreten. Weitere werden nach aktuellem Stand in absehbarer Zeit nicht hinzukommen.

Viel Mut und Engagement haben Kasto über die Jahre den Weg zum Global Player geebnet. Die Sägen und Lager aus Achern sind heute in jedem Winkel der Erde zu finden: zum Beispiel auf La Réunion im Indischen Ozean, auf den Karibik-Inseln Martinique und Trinidad, auf den griechischen Kykladen, in Namibia, im Oman und in Neukaledonien im Pazifik. Dabei haben sie es mitunter mit extremen Umgebungsbedingungen zu tun, etwa im finnischen Lappland, den Bergen Nepals oder der Sahara in Algerien. Die hohe Qualität und die robuste Konstruktion der Lösungen sorgen jedoch dafür, dass diese zuverlässig ihre Aufgaben erfüllen.

Für die Zukunft hat sich der Hersteller zum Ziel gesetzt, seine internationalen Standorte zu stärken und den Umsatzanteil im Ausland auszubauen. Dafür sieht das Unternehmen noch viel Potenzial: In Regionen wie Asien und den USA ist der Bedarf an intelligenten Lösungen für die Säge- und Lagertechnik hoch, die Automatisierung ist dort noch nicht so sehr fortgeschritten wie in Europa. Eine starke Präsenz in diesen Märkten ist für Kasto Voraussetzung, um die Anwender zu unterstützen.

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