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Vom Angebot bis zur Fertigung automatisiert

Vom Angebot bis zur Fertigung automatisiert

Die Türsprechanlagen von Siedle sind den meisten schon begegnet – vor allem die Baureihe ›Vario‹ prägt seit Jahrzehnten die Eingangsbereiche von deutschen Häusern. Als einer der ersten Solidworks-Anwender in Deutschland hat Siedle große Erfahrung im Umgang mit dem CAD-System; Unterstützung bietet das Systemhaus DPS Software.

09. Januar 2020
Vom Angebot bis zur Fertigung automatisiert
Zugangskontrolle mit Technologie-Upgrade: Das elektronische Lesegerät für Türsprechanlagen hat seit kurzem eine neue Sicherheitstechnik.
(Bild: S. Siedle & Söhne)

Wer glaubt, dass Disruption ein Phänomen unserer Zeit ist, der wird von der Geschichte von S. Siedle & Söhne eines Besseren belehrt. Im Schwarzwald, wo das Unternehmen beheimatet ist, überbrückten die Bauern die langen, strengen Winter mit dem Bau von Uhren. Um 1750 begann Mathäus Siedle auf seinem Hof in Furtwangen mit dem Gießen von Glocken, Zahnrädern und anderen Einzelteile für Uhren.

Sein Urenkel Salomon Siedle II baute neben der Gießerei auf das neue Feld der Schwachstromelektrik und bot vom Relais bis zum Türöffner alles an, was die junge Technik möglich machte. 1887 fertigte das Unternehmen seine ersten Telefone, Siedle entwickelt sich zu einem der deutschen Pioniere der Telefonie. Die nächste Disruption folgte 1928 durch das Fernmeldemonopol, das es nur der Reichspost erlaubte, Fernsprechapparate zu betreiben.

So nutzte Siedle sein Wissen im Bereich der Telekommunikation und verlegte sich auf die Hauskommunikation. 1935 brachte Siedle unter dem Namen ›Portavox‹ den ersten Türlautsprecher auf den Markt. Gemeinsam mit einem Haustelefon, bei Siedle schon lange im Sortiment, bildete er etwas völlig Neues: die Türsprechanlage. Seither richtet Siedle seinen ganzen Erfindungsreichtum darauf, die Sprechanlage weiter zu perfektionieren.

Erfolgsgeschichte mit Türsprechanlagen

1972 folgte mit dem Video-Portavox das erste Video-Türsprechsystem. 1981 läutete die Baureihe ›Vario‹ eine Erfolgsgeschichte ein, die bis heute andauert. Das System besteht aus einer Vielzahl von Modulen – von Klingelknöpfen über Beleuchtung, Namensschilder und Briefkästen bis hin zu Videokameras und elektronischen Zutrittskontrollen – die nahezu beliebig kombiniert werden können.

Mit ›Siedle Access‹ begann für das Unternehmen, das heute von der siebten Familiengeneration geführt wird, das digitale Zeitalter: Access ist ein offenes, IP-basierendes System, das sich in Netzwerke integrieren und mit Zutrittssystemen anderer Hersteller kombinieren lässt. Auch eine App für Android und Ios wird angeboten. Von den 550 Mitarbeitern sind knapp 450 am Stammsitz in Furtwangen beschäftigt.

»Siedle hat sich bewusst für die Fertigung in Deutschland entschieden«, erklärt Thomas Keck, Gruppenleiter in der mechanischen Entwicklung bei Siedle. Die hohe Qualität von Technik und Design ist aus Sicht des Herstellers ein entscheidendes Argument, nicht der billigste Preis.

Auf ins 3D-Zeitalter mit Solidworks

Die große Vielfalt der Module erfordert ständige Neuentwicklungen und Änderungen, beispielsweise wenn ein neues Fingerabdruck- oder Kameramodul eingesetzt werden soll. Drei Konstrukteure sind mit Sonderlösungen beschäftigt, die anderen arbeiten an der Modernisierung und Erweiterung des bestehenden Programms sowie an Neuentwicklungen wie ›Siedle Axiom‹, einem Panel, das Türkommunikation, Telefon und Gebäudeautomation in einem Gerät vereint.

Der CAD-Einsatz bei Siedle begann 1988 mit einem 2D-System auf fünf Arbeitsplätzen. 1996 begann das 3D-Zeitalter mit einem 3D-Highend-System. Das war allerdings extrem teuer, sodass man sich eine Teststellung von ›Solidworks‹ als Alternative installieren ließ.

Das Windows-System, das erst im selben Jahr auf den Markt gekommen war, überzeugte sofort, war nicht nur preiswerter, sondern auch leistungsfähiger und schneller beim Erzeugen und Ändern von Modellen. Daraufhin wurden zehn Lizenzen Solidworks von Dassault Systèmes angeschafft – beim zuständigen Systemhaus DPS war das die dritte, jemals verkaufte Solidworks-Lizenz. Heute sind insgesamt 21 Lizenzen des CAD-Systems im Einsatz.

Dank eines Mitarbeiters, der sich in die API-Programmierung von Solidworks einarbeitete, hat Siedle inzwischen verschiedene Automatisierungslösungen im Einsatz, die erste war 2001 eine Lösung für die Angebotserstellung. Eine Konfigurationsoberfläche dient zur Eingabe der Parameter, auf deren Basis wiederum Solidworks die Haustürsprechanlage zusammensetzt und Angebotszeichnungen erstellt. Ebenso werden in Photoworks und später Photoview fotorealistische Ansichten der Gesamtanlage erstellt, sodass am Ende eine komplette Angebotsmappe entsteht.

Geschlossene Prozesskette

In der Betriebsmittelkonstruktion wird neben Solidworks das CAM-System ›Solidcam‹ eingesetzt, um Programme für die drei Bearbeitungszentren zu erzeugen. Ein wichtiges Thema in der Konstruktion ist die Blechfunktion – neben den Frontplatten sind auch die Schutzhauben, die die Module auf der Rückseite der Frontplatte schützen, aus Blech. Weitere Blechteile finden sich beispielsweise an den Stellen für freistehende Kommunikationssysteme.

Inzwischen haben die Siedle-Spezialisten eine geschlossene, automatisierte Prozesskette für die Fertigung der Steel- und Classic-Serie etabliert. Vom Angebot über den Auftrag bis zur Fertigung der Frontplatte auf einer Laser-Stanz-Maschine laufen die Daten ohne Medienbrüche oder manuelle Eingriffe durch.

Das Angebotstool erstellt bei der Bestellung einen Datensatz im ERP-System SAP und erstellt ein 3D-Modell auf Basis der Parameter aus dem Angebot. Aus diesem Modell wiederum werden DXF-Dateien erzeugt und an den Fertigungsauftrag angehängt, der dann in der Produktion umgesetzt wird.

Familiäre Zusammenarbeit

»Ein wichtiger Vorteil ist, dass wir diese Daten speichern«, sagt Thomas Hirt, CAD-Administrator bei Siedle. »So können wir jederzeit Ersatz liefern, wenn eine Frontplatte über die Jahre unansehnlich geworden ist.« Für die Design-Linie ›Siedle Steel‹ soll demnächst ein ähnlicher Prozess etabliert werden.

Im Jahr 2016 wurde SAP eingeführt. Im Vorfeld des SAP-Go-Live standen die Siedle-Verantwortlichen vor der Frage, ob man parallel ein PDM-System einführen sollte, entschied sich dann aber dafür, Solidworks mit der Schnittsteller von Cideon direkt an SAP anzubinden und die CAD-Daten dort zu verwalten. Ein selbstentwickelter Rulechecker prüft die CAD-Daten vor dem Einchecken.

Gelungen ist die Verbindung zwischen E-CAD und Solidworks, denn Altium nutzt für die 3D-Darstellung bestückter Leiterplatten den Parasolid-Kernel, auf dem auch Solidworks basiert. So lassen sich die 3D-Daten der Elektronik einfach austauschen und in die mechanische Konstruktion integrieren. Da auch schon im Vorfeld die 3D-Daten des Gehäuses oder des verfügbaren Bauraums an Altium übergeben wird, kann schon bei der Platzierung der elektronischen Bauteile auf der Platine auf Kollisionen geachtet werden.

»Der Kontakt mit DPS war und ist immer sehr familiär«, sagt Hirt. »Wir sind mit der Hotline sehr zufrieden. Bei unserer langjährigen Erfahrung mit Solidworks kommen wir nicht mit trivialen Problemen zur DPS-Hotline.« Die Hotline arbeite immer sehr zügig. Hirt weiß: »Wenn etwas nicht geht, kümmert sich DPS darum, dass wir zeitnah eine Lösung erhalten.«

»In guten Händen«

»Bis zur Einführung von SAP hatten wir immer die aktuellste Version von Solidworks, nun müssen wir uns mit den Schnittstellenlieferanten abstimmen«, so Hirt weiter, »aber wir besuchen immer die Launch Days von DPS, wo die neuesten Versionen vorgestellt werden. So können wir uns immer ein Bild davon machen, ob eine neue Version Funktionen bringt, die uns das Leben erleichtern.«

Thomas Hirt fasst zusammen: »Wir sind sehr zufrieden mit Solidworks, das aktuell sehr stabil und flott läuft. Ebenso zufrieden sind wir mit DPS, das immer dafür sorgt, dass das auch so bleibt. Die Zusammenarbeit, in der in langen Jahren nur wenige Ansprechpartner gewechselt haben, geben uns das Gefühl, in guten Händen zu sein.«

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