Vollautomatisiertes Kolbenlötmodul

Der schwäbische Hersteller Eutect stellt ein neues Kolbenlötmodul vor, das in Kombination mit dem intelligenten Drahtvorschub ›Sensitive Wire Feeder‹ zum Löten von Baugruppen eingesetzt werden kann.

12. August 2019
Vollautomatisiertes Kolbenlötmodul
In Kombination mit dem SWF ist das neue Kolbenlötmodul ein kraft-, drahtmengen- und geschwindigkeitsgeregelte Lötsystem mit einer 100-prozentigen Nachverfolgbarkeit. (Bild: Eutect)

»Basierend auf einer Kundenanfrage haben wir den Kolbenlötprozess grundlegend überdacht«, erklärt Matthias Fehrenbach, Geschäftsführer von Eutect. Zusammen mit JBC hat Eutect daher ein vollautomatisiertes Kolbenlötmodul entwickelt. Im Fokus der Weiterentwicklung stand die Funktion und Kontrollierbarkeit der eingesetzten Module.

In Kombination mit dem Sensitive Wire Feeder (SWF) ist das neue Kolbenlötmodul ein kraft-, drahtmengen- und geschwindigkeitsgeregeltes Kolbenlötsystem mit einer 100-prozentigen Nachverfolgbarkeit. Das neue Modul ist mit einem vollautomatischen Lötspitzenwechsel und einer integrierten Stickstoffbegasung ausgestattet. Mithilfe intelligenter Sensoren wird dem Bediener signalisiert, wann sich der Draht im Vorschub dem Ende neigt. Das System hat nach dem Signal weitere 40 Millimeter Lotdraht in Reserve, um die laufende Lötung abschließen zu können.

Frei im Maschinenraum integrierbar

»Wir haben den SWF 2018 ebenfalls überarbeitet. In der neuen Version kann er flexibel und einfach auf unterschiedliche Lotdrahtdurchmesser eingestellt werden«, führt Fehrenbach weiter aus. In seiner letzten Ausbaustufe kann der SWF auch frei im Maschinenraum integriert werden. Der für das optimale Lötergebnis einstellbare Kolbenlötsystemadapter ermöglicht eine nahezu freie, solide und reproduzierbare Anordnung von Drahtvorschüben und der Lötkolbenkinematik.

Das neue Modul lässt sich optional mit einer Absaugung ausrüsten. Die Absaugung wird in Abhängigkeit zur Gesamtautomatisierung, dem zu lötenden Produkt sowie zum Prozessablauf integriert und minimiert Verunreinigungen in der Anlage und in den verbauten Komponenten. Aufgrund dessen lassen sich Service- und Wartungszeiten optimieren. Auch der Lötkolben selbst kann an die Produktionsbedingungen und Vorgaben angepasst werden. Die Lötkolbenstandzeit kann durch die gewählte Standby-Temperatur und die Funktionen in Abhängigkeit zum spezifischem Lötprozess erhöht werden.

Nächster Schritt: drehende Lötkolbenspitzen

Neben dem SWF-Modul und dem Lötkolbeneinsatz wurde ein neues Lötspitzenwechselsystem entwickelt. Der Lötspitzenwechsel wird je nach Prozessaufgabe ausgeführt oder nach festgelegten Intervallen. Mit dem neuen Modul soll der effiziente, nachhaltige Einsatz von Lötspitzen garantiert werden. Aktuell arbeitet Eutect daran, die Lötkolbenspitzen nicht nur einseitig zu nutzen, sondern diese auch vollautomatisch zu drehen, »um eine längere Einsatzzeit zu erreichen«, erklärt Fehrenbach.