Vollautomatisches Kolbenlöten

Eutect stellte auf der Productronica ein Lötsystem zum vollautomatischen Kolbenlöten vor. In das System können Lötkolben unterschiedlicher Anbieter integriert werden.

22. November 2019
Vollautomatisches Kolbenlöten
Das Lötsystem von Eutect eignet sich zum vollautomatischen Kolbenlöten. (Bild: Eutect)

Eutect integrierte erstmals Ende 2018 kollaborierende Roboter in seine Produktionszellen und installierte diese beim Kunden. Die daraus gewonnenen Erfahrungen steckte das F&E-Team jetzt in die Entwicklung einer neuen kollaborierenden Automationsplattform. Auf der Productronica stellte das Unternehmen die ›MPC‹-Plattform mit einem Kolbenlötkopf vor.

Auch Systeme wie Dispenser, Schrauben- oder Bestückwerkzeuge sowie Greifer sind für die Integration in die MPC vorgesehen. »Die Automationsplattform ist eine flexible Lösung, die je nach Anwendung mit verschiedenen Werkzeugen ausgestattet werden kann«, sagt Matthias Fehrenbach, Geschäftsführer von Eutect. Auch der Einsatz unterschiedlicher Werkzeuge in einem Arbeitsprozess ist angedacht.

Komplettanlage zum Kolbenlöten

Die auf der Productronica vorgestellte Komplettanlage ›MPC KL‹ (Kolbenlöten) kann mit Kolbenlötsystemen von JBC oder Hakko ausgerüstet werden. Der Lötkolben sitzt fest montiert am Arm des Roboters, inklusive des Drahtvorschubs. Roboter, Steuerungssysteme und Lötkolben sind dabei eine Maschineneinheit.

Die Gesamtanlage wird vom Eingabebereich – in der Standardausführung ein Rundtakttisch zur manuellen Baugruppenbestückung – und einer Sicherheitszelle komplettiert. Des Weiteren ist das System mit einer Lötspitzenhalterung ausgestattet, mit der Lötspitzen automatisch gewechselt werden. Gleiches gilt für die Spitzenreinigung.

Optional kann der Rundtakttisch gegen ein Bandsystem ausgetauscht werden. Das Lötsystem kann dadurch zum Beispiel inline genutzt werden. Zudem ist die Integration des Roboters in anderen Produktionszellen von Eutect denkbar. »Bei der auf der Messe gezeigten Anlage ging es auch darum, darzustellen, was möglich ist«, so Fehrenbach.

Roboter mit sieben Achsen

Bei dem von Eutect eingesetzten Roboter handelt es sich um einen Panda von German Robotics, der mit Drehmomentsensoren, die in alle sieben Achsen verbaut sind, ausgestattet ist. Dadurch hat der Panda sieben Freiheitsgrade. Durch die verbauten Sensoren kann der Roboterarm auch komplexe Positionen mit dem Lötkolben anfahren und Lötpunkte präzise setzen.

Der Panda ist mit einer Kontakterkennung ausgestattet und stoppt daher sofort bei Kollisionen. »Diese Funktion ermöglicht auch ein sehr präzises Löten, da der Roboter durch diese Feinfühligkeit sehr sensibel und genau arbeitet. Nur so sind reproduzierbare Ergebnisse möglich«, führt Fehrenbach aus.

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