Vollautomatische optische Inspektion

Kunden erwarten bei Neuwagen eine makellose Lackoberfläche. An die Oberflächeninspektion werden daher hohe Anforderungen gestellt – die Qualitätssicherung ist nur mit automatischer optischer In-Line-Inspektion zu erreichen.

27. Mai 2019
Vollautomatische optische Inspektion
In seinem flachen Gehäuse vereint ›Paintscan‹ Prozessoren der neuesten Generation, hoch auflösende Kameras und eine spezielle Matrix-LED. (Bild: Isra Vision)

Kurze Taktzeiten in der Automobilindustrie erfordern eine effiziente, robuste Prüfung von Lackoberflächen. Aus dem Anspruch, hohe Qualität und Effizienz zu erreichen, ist eine Vorreiterrolle in der Automatisierung der industriellen Produktion entstanden. Die Fahrzeugfertigung treibt den Einsatz neuer Technologien. Aus diesem Innovationsdruck entstehen effiziente Lösungen – auch im Bereich Qualitätssicherung. So macht die intelligente robotergeführte Produktion eine Highend-Lösung zur Lackinspektion möglich.

Komplettsysteme wie ›Car Paint Vision‹ (CPV) von Isra Vision verbinden Robotik und Oberflächeninspektion. Dank schneller, einfacher Integration neuer Fahrzeugtypen sowie automatischer Offline-Roboterpfadgenerierung sind sie flexibel einsetzbar. Ob on the fly oder im taktgebundenen Verfahren – die gesamte Oberfläche wird in-line geprüft.

Vollautomatisch, zeitsparend, kosteneffizient

CPV sorgt für eine objektive Evaluierung der Lackoberflächenqualität. Sie ist günstiger als manuelle Verfahren und unterstützt die Verbesserung von Prozessen. Isra Vision setzt bei dieser Lösung auf den Hybrid-Sensor ›Paintscan‹, der zwei Oberflächeninspektionsmethoden vereint. So werden alle topografischen und nicht-topgrafischen Lackfehler verlässlich detektiert. Auswerteeinheiten sorgen für eine schnelle Oberflächeninspektion und reduzieren den Wartungsaufwand. Die Datenverarbeitung erfolgt im Takt. Fehlerinformationen stehen umgehend zur Verfügung. Die optionale abschließende Markierung von Fehlstellen macht auch die Nacharbeit einfach.

Dabei sorgt die Oversampling-Methode für eine lückenlose Lackinspektion: Eine hohe Scanfrequenz und sich in Fahrtrichtung überlappende Bildaufnahmen erfassen jeden Punkt der Karosse mehrfach. Redundante Daten mit bis zu zehn Bildern sichern belastbare Inspektionsergebnisse mit einer Detektionsrate von rund 95 Prozent. Defekte wie Einschlüsse, Pigmentfehler oder Kratzer werden sicher erkannt und klassifiziert. Die Software zur Klassifikation ist bereits vortrainiert. Algorithmen ermöglichen zudem die selbstlernende Fehlererkennung und können somit linienspezifische Defekte erkennen.

Das System eignet sich durch seine flexiblen Einsatzmöglichkeiten für Multi-Modell-Linien, denn auf Basis von CAD-Modellen wird automatisiert eine kollisionsfreie Roboterinspektionsbahn geplant. Die ausführenden Roboter benötigen im Line-Tracking-Betrieb keine zusätzliche lineare Achse, um verfahren zu werden.

Software und Konnektivität

Die Inspektionsdaten machen eine nachhaltige und kontinuierliche Produktionsoptimierung möglich. In Verbindung mit der Enterprise-Production-Management-Intelligence-Lösung ›Epromi‹ werden die gewonnenen Daten ausgewertet und auf standardisierten oder individuellen Dashboards dargestellt.

Dank einer einfach zu bedienenden Software erfolgt die Konfiguration schnell und intuitiv. Auch die Nachrüstung in bestehende Anlagen ist problemlos umsetzbar: Die Kompatibilität zu allen gängigen Robotermarken gewährleistet eine optimale Integration in die Fertigung.

CPV ist durch seine flexiblen Einsatzmöglichkeiten bereit für die auftragsgesteuerte Mehrlinienproduktion. Damit unterstützt das System die Industrie bei ihrer Vision einer Fertigung, in der individuell nach Kundenwunsch produzierte Autos je nach Ausstattungslinie oder Sonderausführung automatisch Stationen anfahren – auftragsgesteuert, intelligent und effizient.