Versteckte Information – offene Fragen

FH St. Pölten analysiert gesellschaftliche Konsequenzen "verdeckter Kommunikation"

24. Mai 2010

Seit Jahren schon werden die Technologien geheimer Informationsvermittlung immer raffinierter - erst jetzt aber werden die gesellschaftlichen Konsequenzen diskutiert. Diese sind auf Grund der diversen "Player" - Staaten, Unternehmen, Terroristen oder gewöhnlichen Kriminellen - vielschichtig.

Der Fachhochschule St. Pölten ist es nun in einem umfassenden Buch gelungen, die unterschiedlichen Perspektiven zahlreicher Experten zum Thema zu sammeln. So kommen neben dem Sicherheitssprecher der Grünen, Dr. Peter Pilz, auch der Vorstand der Piratenpartei in Österreich, Justizvollzugsbeamte oder Publizisten zu Wort.

Informationen vor anderen zu verstecken und zu übermitteln wird dank fortgeschrittener Techniken immer leichter. Tatsächlich gelingt es zunehmend, diese als Steganografie bezeichnete verdeckte Informationsvermittlung für PC-Systeme und Mobiltelefone praktisch anwendbar zu machen.

Höchste Zeit also, um über die Konsequenzen dieser neuen technischen Möglichkeiten nachzudenken.

Im Forschungsprojekt StegIT der Fachhochschule St. Pölten geschieht unter anderem genau das: Darin stellen das Institut für IT-Sicherheitsforschung und das Ilse Arlt Institut für soziale Inklusionsforschung nun die Frage nach den gesellschaftlichen Anforderungen und Auswirkungen dieser jungen Technologie.

Geantwortet haben 15 Fachleute, die das Thema im Buch "Die Funktion verdeckter Kommunikation. Impulse für eine Technikfolgenabschätzung zur Steganografie" sehr unterschiedlich betrachten.

Insgesamt stellt das nun veröffentlichte Buch eine erste Annäherung an die komplexe Thematik der gesellschaftsrelevanten Konsequenzen geheimer Kommunikation dar. Es unterstreicht damit den umfassenden wissenschaftlichen Zugang der FH St. Pölten in diesem Themenbereich.

Buchreferenz:

Die Funktion "verdeckter Kommunikation". Impulse für eine Technikfolgenabschätzung zur Steganographie. Manuela Brandstetter, Marina Schmidberger, Sabine Sommer (Hg.), LIT Verlag Berlin-Münster-Wien-Zürich-London 2010.

ISBN 978-3-643-50128-8