Vernetzte Rohrfertigung

Technik/Rohre und Profile

Der Geschäftsbereich Pipe Bending Systems (PBS) von Tracto-Technik präsentiert sich auf der Euroblech als ein Technologieführer seiner Branche in Sachen ›Industrie 4.0‹.

02. Oktober 2018
© Tracto-Technik
Bild 1: Vernetzte Rohrfertigung (© Tracto-Technik)

Das Unternehmen, das einstmals als reiner Maschinenbauer begann, hat sich mit seinem Prinzip ›Intelligente Lösungen für alle Produktionsabläufe rund um die Rohrfertigung‹ einer großen Herausforderung gestellt und ist international nicht nur am Puls der Digitalisierung, sondern gleichermaßen dessen Vorreiter und Taktgeber.

Heute produzieren Anwender in vielen Branchen rund um den Globus mit den modularen vernetzten Fertigungssystemen von PBS aus CAD-Schnittstellen/Messtechnik, Software Pipefab und Rohrbiegemaschine selbst Einzelrohre – Unikate – zu vergleichbaren Kosten und Qualitäten, wie sie sonst nur durch die Serienfertigung zu erzielen sind.

In Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie, Chemie, Bio- oder Klimatechnik, auf der Werft, beim Bau von Kraftwerken und Hydraulik-Systemen: Überall beweisen PBS-Systeme ihre Wirtschaftlichkeit; Anwender berichten von Einsparungen bis zu 70 Prozent durch das perfekte Zusammenspiel der Module. Schon mit dem Einlesen der CAD-Daten aus der Planung und Konstruktion in das Softwaremodul Pipefab übernimmt dieses die ›Denkarbeit‹ für alle vernetzten Komponenten – von der Materialbestellung bis zum einbaufertigen Rohr.

Die gespeicherten Rohrisometrien bilden die Datenbasis für das Erstellen von Arbeitsplänen und Fertigungslosen, das Berechnen von Produktionszeiten und -kosten sowie für Lagerverwaltung bis zur Entnahme des Rohres aus dem Lager, Markieren, Sägen, Biegen, Entgraten, Schweißen, Qualitätssicherung (Röntgenprüfung, Druckprüfung et cetera), ganz gleich ob für Rohre, die in Serie gefertigt werden oder als Einzelstück (zum Beispiel ein Flanschrohr): Jedes passt auf Anhieb. Dabei ist es völlig gleich, auf welchem Kontinent Messung der Einbausituation, Konstruktion, Software oder Rohrbearbeitungsmaschine angesiedelt sind.

Messen, schweißen, einbauen – passt

Ein weiteres Highlight der PBS-Entwicklungsingenieure ist das Messsystem Scopelink für die häufig vorkommenden Flanschrohre im Rohrleitungsbau. Mit Scopelink wird der sonst äußerst zeit- und kostenintensive Fertigungsablauf von Flanschrohren spielend einfach: Innerhalb weniger Minuten lassen sich die Isometriedaten des geplanten Rohrverlaufs präzise aufmessen und speichern.

Zur Zeitersparnis können durch die Software vorkonstruierte Rohre an die erfasste Einbausituation vor Ort angepasst werden. Nach dem Übertragen zur Rohrwerkstatt oder zum zentralen ›Denkmodul‹ Pipefab kann direkt das Flanschrohr gefertigt werden. Beim Vermessen werden sowohl die Rohrisometrie für das Flanschrohr wie auch die Lage der Anschlussflansche zueinander, inklusive Lochbild, exakt bestimmt und dokumentiert.

Auf Basis der Rohrisometrie wird das Flanschrohr gebogen oder aus Rohrsegmenten zusammengefügt. Dabei greift eine weitere hilfreiche Komponente aus der Tracto-Technik-Entwicklung: die automatisierte Robofix-Positioniervorrichtung. Diese hat die Aufgabe, die Lage zweier Flansche und deren Lochbild zueinander für das Heften und Schweißen so zu positionieren, wie es dem Einbauort entspricht. Auch zum Biegen und Aushalsen benötigte Daten lassen sich direkt aus der ermittelten Isometrie erstellen.

Dieter Schnee

Fachjournalist aus Frankfurt am Main

Euroblech Halle 11, Stand D142

Erschienen in Ausgabe: 06/2018

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