Verbesserte Wellertechnologie

Nexans präsentiert in Halle 9, Stand C 41, seine Uniwema-Maschinen zum Herstellen von Metallkabelmänteln und dünnwandigen Rohren. Was es mit dem Wellern auf sich hat, erfahren sie bereits hier.

11. Mai 2006

Die Uniwema-Maschinen dienen dem kontinuierlichen Formen und Schweißen von Metallbändern zu glatten oder gewellten Kabelmänteln und Rohren. Zu den Vorzügen dieses Verfahrens zählt, dass weder Grate noch Wulste entstehen und der Prozess zur plastischen Verformung keine hohen Temperaturen oder Drücke benötigt. Das erlaubt unter anderem die Produktion von Kabelmänteln, ohne zuvor eine thermische Isolation der Seele vorzunehmen.

Für hochflexible Edelstahlrohre

Jüngste Neuerung sind die optimierten Verformtechnologien innerhalb der Weller, mit denen sich unter anderem hochflexible Edelstahlrohre (CSST, Corrugated Stainless Steel Tubes) fertigen lassen. Sie erleichtern zum Beispiel das Verlegen von Gas- und Wasser-Hausanschlüssen oder können dem Kältemitteltransport in modernen Kfz-Klimaanlagen dienenDie Rohre werden aus Metallbändern, zum Beispiel aus Edelstahl, Stahl, Kupfer oder Aluminium sowie deren Legierungen produziert.

Saubere Kanten

Dazu wird das Band zunächst abgewickelt und besäumt. Beim Besäumen werden die Bandkanten knapp beschnitten um sicherzustellen, dass weder Verunreinigungen noch Oxi­dation den späteren Schweißvorgang beeinträchtigen. Im Folgeschritt wird das Band zu einem Rohr geformt, das durch WIG-Schweißen kontinuierlich verschlossen wird. Das optionale TwinTorch-Schweißen gewährleistet einen unterbrechungsfreien Prozess, denn hierbei wechselt die Maschine die Schweißelektroden im laufenden Betrieb. Alternativ kann der Schweißvorgang, je nach Material, mit CO2- oder Nd:YAG-Lasern erfolgen. Für den gleichmäßigen Transport des Rohres sorgt ein Spannzangen- oder Bandabzug. Der Bandabzug kommt bei empfindlichen Materialien zum Einsatz, bei denen Spannzangen unerwünschte, elektrisch messbare Abdrücke hinterlassen würden. Im Weller drückt ein rotierendes Scheibenwerkzeug schrauben- oder ringförmige Wellen in das Rohr bzw. den Kabelmantel, was dem Endprodukt eine hohe Flexibilität verleiht. Die Form der Wellen variiert je nach Werkzeug, Vorschubgeschwindigkeit, Anpressdruck und Wellerdrehzahl. Durch Optimierungen wie die konstruktive Verbesserung des Wellerkopfes kann das Wellen mit Fertigungsgeschwindigkeiten bis zu 35 m/min erfolgen. Das Werkzeug rotiert dabei bis zu 6.000 Mal je Minute.

Anwendungen

Auf Uniwema-Maschinen lassen sich je nach Modell und Ausstattung Rohre mit Außendurchmessern von 2 bis 350 mm produzieren. Die typischen Wandstärken betragen beim Verarbeiten von Stahl 0,1 bis 3,0 mm. Das erlaubt gleichermaßen die Fertigung von Röhrchen für medizinische Anwendungen und Leitungen für den Fernwärmeanschluss. Ebenso breit gefächert ist das Spektrum der Kabelanwendungen: Schutzmäntel und Schirmungen für Nachrichtenkabel lassen sich ebenso produzieren wie Schutzröhrchen für Lichtwellenleiter oder Kälteiso­lierungen für supraleitende Kabel.

Erschienen in Ausgabe: 04/2006