Unverzichtbar

Fokus

Lösungen für das Problem Korrosion während der Fertigung sowie bei der Lagerung und dem Transport metallischer Bauteile bietet der Bereich Corosave der Parts2clean vom 12. bis 14. Oktober in Stuttgart.

27. August 2010

Während der Fertigung von Bauteilen entstehen durch verschiedene Prozesse sehr korrosionsanfällige Oberflächen. Wässrige Bearbeitungsmedien wirken üblicherweise ebenfalls korrosionsfördernd. Nach der Behandlung mit korrosiven Medien empfiehlt sich daher eine effiziente und schnelle Reinigung. Auch Späne und Metallabrieb gilt es schnell und möglichst ganz zu entfernen. Denn sie können teilweise nur unter dem Mikroskop sichtbare Korrosionskeime bilden, die sich dann auch unter Schutzschichten ausbreiten. Die Lagerzeiten zwischen den einzelnen Bearbeitungsschritten sollten ebenfalls möglichst kurz sein. Da dies jedoch nicht immer gewährleistet werden kann, zählt ein temporärer Korrosionsschutz bei vielen Werkstücken zum unverzichtbaren Bestandteil in der Fertigung. Dieser wird sinnvollerweise gleich in der Reinigungsanlage durchgeführt. Dafür stehen wässrige Medien und ölhaltige Substanzen zur Verfügung.

Die Schutzwirkung dieser Medien beträgt zwischen einigen Stunden und mehreren Jahren. Wesentlich für die Schutzwirkung ist auch, dass die Teile vor dem Verpacken völlig trocken und auf Raumtemperatur abgekühlt sind. Einfluss nehmen auch die Wasserqualität und die Umgebungsbedingungen. So kann in schwül-heißen Sommermonaten auch für eine nur kurze erforderliche Schutzdauer eine zusätzliche, korrosionsschützende Verpackung erforderlich sein. Dazu zählen auch VCI-Materialien (Volatile Corrosion Inhibitoren). Aus diesen Materialien werden flüchtige Korrosionsinhibitoren (Volatile Corrosion Inhibitors) freigesetzt, die in die geschlossenen Verpackungen eine vor Korrosion schützende Gasphase aufbauen. Sie bestehen entweder aus Pulvern, Granulaten, Flüssigkeiten oder imprägnierten Folien und Papieren.

Bei VCI-Spendern in Form von Pulvern, Granulaten und Flüssigkeiten oder Papieren bedarf es der Anwendung möglichst luftdicht verschlossener Behältnisse, in denen die Metallteile zusammen mit dem VCI-Spender gelagert beziehungsweise transportiert werden. Mit VCI-Folien, insbesondere in Form von Beuteln oder Hauben, lassen sich geschlossene Verpackungen direkt herstellen. Dafür werden die Öffnungen nach dem Einbringen der vor Korrosion zu schützenden Metallteile beispielsweise einfach verschweißt oder verklebt.

Temporärer Schutz bis zu 15 Jahren

In einer anderen Technik erfolgt der Korrosionsschutz durch hochporöse Kupferpartikel, die in einem Verbund dauerhaft vernetzt sind. Sie reagieren wesentlich früher mit Elementen wie Salzen, Schwefelverbindungen, Ozon, Stickoxiden und anderen sogenannten ›korrosiven Gasen‹, die in der Atmosphäre vorhanden sind und Korrosion verursachen. Die Kupferpartikel binden korrosive Gase dauerhaft und erzeugen so eine neutralisierte Atmosphäre, die alle darin gelagerten Materialien vor Korrosion und Alterung schützt. Selbst Feuchtigkeit, die durch Verpackungen migriert, wird von korrosiven Elementen befreit. Die Verpackung kann für Schutzzeiträume zwischen sechs Monaten und 15 Jahren ausgelegt werden.

Neben Medien, Verfahren und Anlagen für den Korrosionsschutz präsentiert der in die Parts2 clean eingebettete Bereich Corosave Lösungen wie Kleinladungsträger (KLT), Transportbehältnisse, Folien, Papiere, Trockenmittel, VCI-Materialien und Blister. Weitere Ausstellungsbereiche sind Dienstleistungen zum Schutz von Oberflächen gegen Korrosion, Mess-, Prüf- und Analysesysteme, Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Prüftechnik wie Salzsprühnebel- und Klimaprüfungen, aus der Sauberraum- und Reinraumtechnik, Logistik, Wissenschaft und Forschung, Fachliteratur, Aus- und Fortbildung sowie Verbände.

Die Parts2clean bietet ein umfassendes Angebot an Lösungen zur Erzielung, Kontrolle und Dokumentation definierter Sauberkeitswerte. Die Integration des Produktbereiches Korrosionsschutz, Konservierung und Verpackung ermöglicht Besuchern, sich mit einem Messebesuch über das Lösungsangebot für die wichtigen Aufgaben der Bauteil- und Oberflächenreinigung zu informieren.

Doris Schulz

Erschienen in Ausgabe: 04/2010