Unterpulver ist in in dicken Wänden

Fokus/Schweißen

Ein neues Schweisspulver löst das Dilemma des haltbaren Verbindens auch dickerwandiger Rohre, und es erlaubt sogar die Anwendung geringerer Legierungen. Das bringt dem Anwender auch wirtschaftliche Vorteile.

13. Oktober 2014
Das neue Schweißpulver vom Typ Oerlikon OP 41TTW erhöht beim Unterpulver-Schweißen die Wirtschaftlichkeit und die technisch-qualitativen Möglichkeiten, vor allem dicker Bleche. Bildquelle: Oerlikon
Bild 1: Unterpulver ist in in dicken Wänden (Das neue Schweißpulver vom Typ Oerlikon OP 41TTW erhöht beim Unterpulver-Schweißen die Wirtschaftlichkeit und die technisch-qualitativen Möglichkeiten, vor allem dicker Bleche. Bildquelle: Oerlikon)

Wenn Wirtschaftlichkeit und Qualität beim Schweißen gefragt sind, ist das Unterpulver-Schweißen (UP) eine sehr geeignete Methode. Das gilt vor allem für das Fügen dicker Bleche und langer Nähte, die bei großen Blechtafeln, dickwandigen Rohren und Behältern in der chemischen, petrochemischen, Kraftwerk-, Offshore-, Werft-, Windanlagenindustrie sowie beim Brücken- und Stahlbau verwendet werden.

Denn je dicker die Bleche sind, desto höher sind beim Schweißen auch die im Material entstehenden Spannungen. Eine anschließende Wärmebehandlung unterstützt zwar den »Spannungsabbau« oder das Umwandeln des Gefüges, mit der Blechdicke steigt in gleichem Maße aber auch die erforderliche Glühdauer und parallel dazu sinkt die Festigkeit im Schweißgut.

Das Unternehmen Oerlikon-Schweißtechnik entwickelte für diese Anforderungen ein Schweißpulver, das alle genannten Nachteile verringern soll.

Verglichen mit anderen auf dem Markt befindlichen fluorid-basischen Schweißpulvern bewirkt der Typ OP 41TTW von Oerlikon einen wesentlich geringeren Festigkeitsverlust bei vergleichbarer Glühdauer. Daraus resultieren zwei entscheidende Vorteile: Erstens können Bauteile mit noch größeren Wanddicken verschweißt werden, ohne dass die Festigkeit des Schweißgutes unter den zulässigen Wert abfällt. Zweitens können Drahtelektroden mit einem geringeren Legierungsniveau trotzdem die geforderte Festigkeit erreichen. Dies erhöht die Wirtschaftlichkeit des UP-Schweißens weiter. Gleichzeitig ist gewährleistet, dass das Schweißgut die für fluorid-basische Nähte üblichen hohen Zähigkeiten auch bei tiefen Temperaturen erreicht – sowohl im ungeglühten als auch im wärmebehandelten Zustand.

Hohe Reinheit erreichen

OP 41TTW ist ein agglomeriertes, fluorid-basisches Schweißpulver zum Fügen un- und niedriglegierter Feinkornbau- sowie CrMo-Stähle, speziell für die Anwendungsfälle, die lange Wärmebehandlungen erfordern. Das Schweißpulver nimmt keine Feuchtigkeit auf, erzielt ein niedriges Niveau an diffusionsfähigem Wasserstoff und erzeugt ein Schweißgut mit hoher metallurgischer Reinheit.

Das Pulver ist zum Gleichstrom- ebenso wie zum Wechselstromschweißen einsetzbar. Das gilt für Eindraht- und Tandemprozesse. Dank der sehr gut entfernbaren Schlacke ist das Schweißpulver ebenfalls für Engspaltnähte gut geeignet. Schweißfachingenieure in Kraftwerken wählen es deshalb zum Beispiel beim Schweißen von Reaktordruckbehältern und Dampfturbinen oder beim Fügen von Druckerzeugern und Sicherheitstanks.

Euroblech Halle 13, Stand C80

Erschienen in Ausgabe: 05/2014