Unentbehrliche Helfer

Schutzgasgemische sind für die Qualität der Nähte mitverantwortlich

Ob beim Trennen, Verformen, Fügen, Verbinden oder Wärmebehandeln - immer sind technische Gase mit von der Partie. Ein Shootingstar unter den Verfahren ist das Laserschweißen. Der Einfluß des Schutzgasgemisches ist gerade bei diesem Verfahren nicht zu unterschätzen.

05. April 2002

Blechbearbeitung ohne Laserstrahlschneiden ist heutzutage fast undenkbar. Jetzt erobert auch das Laserstrahlschweißen immer mehr Anwendungen. Vor allem in der Automobilindustrie ist dieses Verfahren inzwischen weit verbreitet. Die dort zu schweißenden Teile eignen sich ideal für den Lasereinsatz, denn mit diesem Verfahren lassen sich sogenannte Tailored Blanks herstellen. Das sind Platinen mit unterschiedlicher Dicke, Materialgüte oder Oberfläche zum Tiefziehen von Automobilteilen. Eine Aufgabe, die mit konventionelle Techniken, wie dem Quetschnahtschweißen, oft nicht zu erfüllen sind.

Von Laserschweißnähten verlangt man hohe Qualität bei hoher Reproduzierbarkeit und mit geringem Verzug. Das erzielte Ergebnis hängt zu einem großen Teil vom eingesetzten Schutzgasgemisch ab. Daher hat die Linde Gas AG das Schutzgas „Lasgon C1“ entwickelt, das aus Helium, Argon und Kohlendioxid besteht. Es ist speziell auf die Anforderungen bei un- und niedriglegiertem Stahl, vor allem aber auch bei verzinktem Blech abgestimmt. Die ideale Zusammensetzung dieses Gasgemischs ermöglicht eine relativ hohe Schweißgeschwindigkeit bei niedrigem Wärmeeintrag sowie saubere, gleichmäßige und qualitativ hochwertige Schweißnähte. Darüber hinaus gewährleistet Lasgon Cl eine höhere Stabilität des Schweißprozesses. Dies hat auf die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens einen positiven Einfluß.

Neben der jeweils an die Aufgabe und die Laseranlage angepaßten Gaszusammensetzung und dem richtigen Gasdruck spielen auch die Entwicklung sowie der Test von Düsen für die Gaszufuhr eine wichtige Rolle. Erst die richtige Kombination bringt den Erfolg. Um die Laserprozesse ständig zu verbessern und den individuellen Kundenanforderungen anzupassen, betreibt Linde im eigenen Labor Forschungen mit einem 2,6-kW-CO2-Laser. Außerdem werden ständig Versuche bei Kunden vor Ort durchgeführt, um die Anwendungen durch optimierte Schweißgeschwindigkeit, -nahtqualität und Prozessstabilität so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten.

Ausgehend von der Automobilbranche dringt das Laserstrahlschweißen inzwischen immer weiter in andere Industriebereiche vor. Auch im Schiffbau finden sich erste Anwendungsmöglichkeiten. Durch das Laserstrahlschweißen sollen hier insbesondere die Richtarbeiten reduziert werden, auf die 30 Prozent der Kosten beim Schiff-Rohbau entfallen können. Einige Werften setzen daher Laser in der Fertigung ein, um Sandwich-Paneele zu schweißen. Diese zeigen im Vergleich zu konventionell gefertigten Paneelen deutlich höhere Festigkeiten bei erheblich reduziertem Gewicht.

Erschienen in Ausgabe: 03/2001