Umweltproduktdeklaration der Feuerverzinkungsindustrie

Klare Fakten zur Nachhaltigkeit

29. Juli 2010

Eindeutige Informationen über Umweltauswirkungen von Produkten werden immer bedeutender. Es ist hierbei wichtig, möglichst jeden Aspekt im Produktlebenszyklus – vom Rohstoff bis zum Recycling – zu berücksichtigen. Die europäische Feuerverzinkungsindustrie will auch hier ihrem Nachhaltigkeitsanspruch gerecht werden und hat die Auswirkungen ihrer Betriebe und Produkte auf Mensch und Umwelt erfasst und in Form einer Umweltproduktdeklaration dargestellt. Beginnend in 2005 wurde ein Großprojekt gestartet, bei dem in 46 repräsentativen Feuerverzinkungsunternehmen in Europa Daten zum Umweltschutz erhoben wurden. Das Ergebnis war die erste Gesamteuropäische Sachbilanz für das Stückverzinken.

Sachbilanzdaten dienen dazu Umweltauswirkungen im Gesamtlebenszyklus von Erzeugnissen im Detail zu untersuchen. Allerdings sind Sachbilanzdaten für Nichtexperten oft schwer zu verstehen. Um das Verständnis von Umweltdaten zu erleichtern, ist es üblich, diese vereinfacht in Form so genannter Umweltproduktdeklarationen (englisch abgekürzt: EPD) zu kommunizieren. Der europäische Feuerverzinkerverband EGGA, dem auch der deutsche Industrieverband Feuerverzinken angehört, beauftragte das Consulting-Unternehmen Life Cycle Engineering aus der europäischen Sachbilanz zum Feuerverzinken und weiteren verfügbaren Daten zu Stahlerzeugnissen ein branchenspezifisches EPD für die Feuerverzinkungsindustrie zu erarbeiten. Dieses wurde nach der Methodik des Internationalen EPD-Systems erstellt.

Neben den für Anwender verzinkter Produkte wichtigen Schlüsselinformationen erfolgen zusätzlich auch Angaben zum Ressourcenverbrauch, zum Energieverbrauch und zu den anfallenden Abfällen. Auch wenn die EPD-Ergebnisse gut verständlich dargestellt sind, gilt es bei der Betrachtung der Daten zwei wichtige Punkte zu beachten:

1. Um die Vergleichbarkeit mit anderen Baumaterialien zu gewährleisten, wurden die Umweltauswirkungen des Stahls plus der Feuerverzinkung in den Ergebnissen dargestellt.

2. Die Daten enthalten keinen ‚Recycling-Bonus‘ für Stahl oder die Feuerverzinkung. In der Ökobilanz (LCA) von Stahlerzeugnissen wird ein solcher Bonus üblicherweise berücksichtigt. In dem EPD wurde hierauf jedoch verzichtet, da die Ermittlung der exakten Recyclingquote in einem Branchen umfassenden EPD, das sich nicht auf ein spezifisches Produkt bezieht, nicht möglich ist. Fakt ist jedoch, dass ein hoher Anteil des Stahls und des Zinks recycelt wird.

Da mehr als 40 Prozent aller feuerverzinkten Produkte in Europa im Baubereich eingesetzt werden, war es der Feuerverzinkungsindustrie wichtig, ihren Beitrag zum nachhaltigen Bauen zu leisten. Unter Leitung des britischen „Green Building“-Experten Prof. Tom Woolley entstand die Publikation „Feuerverzinken und nachhaltiges Bauen: Ein Leitfaden“, die als Download unter www.feuerverzinken.com zur Verfügung steht. Der Leitfaden dokumentiert die vielfältigen Umweltstärken der robusten und langlebigen Feuerverzinkung. Die Umweltbelastung durch Feuerverzinken ist vergleichsweise klein, insbesondere vor dem Hintergrund möglicher Umweltfolgen, aber auch gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Auswirkungen, die durch eine verringerte Haltbarkeit durch Nichtverwendung der Feuerverzinkung auftreten würden. Regelmäßige Schutzanstriche, vorzeitiges Versagen der Konstruktionen und Sicherheitsaspekte bei schwer zugänglichen Stahlbauteilen zu Wartungszwecken, wie sie bei anderen Korrosionsschutzsystemen auftreten seien, hier nur als kurze Schlagworte genannt.