Umformsimulation für jedermann

Stampack präsentiert auf der Blechexpo in Stuttgart erstmals die Simulationssoftware ›Stampack Xpress‹.

02. Oktober 2019
Umformsimulation für jedermann
Durch die Simulation von Stampack kann die Ausdünnung vorhergesagt werden. (Bild: Stampack)

»Die Neuentwicklung ›Stampack Xpress‹ gibt mittelständischen und kleinen Unternehmen die Möglichkeit, Umformprozesse rechnerisch abzusichern und damit die Aufwendungen bei der Werkzeugausprobe zu verringern«, erläutert Markus Wagner, Geschäftsführer von Stampack. »Bei der Konzeption der Software haben wir auf eine anwenderfreundliche Benutzerführung und die Integrierbarkeit in vorhandene Konstruktionsumgebungen Wert gelegt. Das haben inzwischen auch Automotive OEMs erkannt.«

So können beispielsweise aus ›Visi‹, dem CAD-System für die Konstruktion von Schnitt-/Stanzwerkzeugen, fertige Netzgeometrien übernommen werden. Bei der Übernahme der Daten erfolgt in Visi eine geometrische Analyse der Kontur. Mit den Ergebnissen dieser Analyse wird die Netzerstellung weitestgehend automatisiert. Der Anwender kann damit direkt nach Erstellung der Ziehmethode im CAD-System die Machbarkeit der Umformung an seinem Arbeitsplatz überprüfen.

Verlässliche Aussagen

Bei sehr vielen Folgeverbundwerkzeugen ist eine verlässliche Aussage über die Machbarkeit nur bei Betrachtung der kompletten Teilestruktur möglich. Während für dünne Bleche wie KFZ- Außenhautteile die übliche Schalensimulation gute Ergebnisse liefert, müssen Umformungen, die Abstreck- oder Fließprozesse enthalten, mit einer Volumensimulation über die gesamte Materialdicke betrachtet werden. In vielen Fällen ist auch die Schale gut genug für Vorkalkulationen, die dann zu einem späteren Zeitpunkt durch eine genaue Berechnung abgesichert werden muss. Stampack bietet mit Schalen- und Volumentechnik eine Lösung für beide Fälle an.

Materialdatenbanken inklusive

Die Berechnungszeit der Volumensimulation wurde bei Stampack Xpress im Vergleich zur Vorgängerversion um Faktor 3 verringert. Möglich wurde dies durch eine automatische Netzverfeinerung während der Simulation, die sicherstellt, dass an Problemstellen genauer gerechnet wird als an den weniger interessanten Bereichen des Bleches. Als weitere Neuerung werden in Stampack Xpress erstmalig Materialdatenbanken von Stahlherstellern enthalten sein. So bringen Voestalpine und Bilstein insgesamt 84 experimentell validierte Datensätze ein, die dem Simulanten die Verantwortung für das Material abnehmen.

Die Lizenzierungskosten sind so konzipiert, dass es in Zukunft allen Konstrukteuren möglich ist, nach Ausarbeitung der Methode am CAD diese auch rechnerisch zu verifizieren. Umformsimulation wird damit zu einem Standardbaustein für jeden Werkzeugbau. »Anwendern marktbegleitender Produkte, die derzeit nur auf eine Schalensimulation zugreifen können, bieten wir ein Solid-Only-Paket, das die Vorteile der Volumensimulation allen Anwendern zugänglich macht«, unterstreicht Markus Wagner.