Treffpunkt speziell für Umformprofis

Die ›Umform 2007‹ war wieder gut besucht. Nun soll 2008 die dritte Auflage dieser erfolgreichen Hausmesse unter dem Dach der Gebr. Rath Werkzeugbau in Kreuztal folgen — die Umform 2008 findet am 23. und 24. April statt.

14. März 2008

Die Optimierung der Prozesskette von der Akquisition von Aufträgen bis zur Fertigung von einbaufertigen Blechteilen ist eine überaus komplexe Aufgabe. Die ›Umform 2007‹ stellte den Zusammenhang zwischen technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Faktoren in der Fertigung von Blechteilen überzeugend dar. Höhepunkte waren die insgesamt acht Fachvorträge, mit aktuellen Themen aus der umformtechnischen Praxis. Wenn der Bau von Werkzeugen für die Fertigung eines Blechteils ausgeschrieben wird, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. In kürzester Zeit müssen technische und wirtschaftliche Daten für Angebot und Herstellung der Werkzeuge generiert werden. Hier bietet die Angebots-Kalkulationssoftware der Schmale GmbH einen Weg, in etwa fünf Minuten einen technisch und wirtschaftlich untermauerten Angebotspreis zu erstellen. »Dieses Verfahren«, hebt Lothar Schmale, Geschäftsführender Gesellschafter der Schmale GmbH, hervor, »haben wir gemeinsam mit der Volkswagen AG erarbeitet. Als neuen Lösungsansatz stehen nicht mehr die Kosten für die Fertigung des Werkzeugs im Mittelpunkt, sondern das zu fertigende Teil. Es geht stets darum, die Methode auszuwählen, mit der man das benötigte Bauteil in der gewünschten Stückzahl am wirtschaftlichsten fertigen kann.«

Bits und Bytes

Mit Erfolg hat sich in einem breiten Anwendungsspektrum die Software ›Catia V5› und ›Smarteam‹ der Dassault Systèmes AG durchgesetzt. Die Cutit! Systeme GmbH aus Steinebach präsentierte sich als Partner für Unternehmen, die diese Softwaresysteme installieren wollen. »Der Zeitdruck wächst weiter«, erläutert Geschäftsführer Andreas Schmidt, »in Catia V5 und in Smarteam ist auch noch viel Potenzial für schnelleres Konstruieren vorhanden.« Klaus Freikmann, Vertriebsleiter der Gebr. Rath Werkzeugbau, erläutert, wie die Cutit! Systeme GmbH die Datenkommunikation zwischen Konstruktion und Werkstatt verbesserte: »Cutit! richtete bei uns preiswerte Viewer-Arbeitsplätze ein. Damit kann man das komplexe Catia-System V5 abbilden, sodass sich die Mitarbeiter in der Fertigung die zu bauenden Werkzeuge anschauen können. Man kann sich das Werkzeug in der Arbeitsbewegung ansehen oder Details vergrößern, sodass sich Fertigungs- und Montagefragen praktisch von selbst beantworten. Unser Ziel ist der papierlose Betrieb. Nun haben wir bereits eine papierarme Fertigung erreicht.« Transparenz in allen Fertigungsstufen bietet immer Ansätze für Optimierungsprozesse. Hilfe bieten die Softwareprodukte der ›ams.hinrichs+müller GmbH‹. »Unser Beratungs- und Softwarehaus«, erläutert Dirk Wilms, Gebietsleiter Vertrieb, »hilft auf der Basis eigenentwickelter Software schlanke Unternehmensorganisationen zu realisieren. Wir bieten kundenspezifische ERP-Lösungen an. Mit unserer Software lassen sich Einkaufsprozesse unterstützen und die kalkulierten mit den tatsächlich verbrauchten Kosten vergleichen.« »Neben der Fähigkeit, Qualität in möglichst kurzer Zeit zu erzeugen«, betont Klaus Freikmann, Gebr. Rath Werkzeugbau, »gehen wir den Weg, Werkzeuge herzustellen, die den Materialeinsatz der Platinen minimieren. Beispielsweise liegt im Werkzeug, mit dem ein Längsträger gefertigt wird, das Bauteil nicht komplett auf dem Stempel. Der untere Flansch wird mit dem Blechhalter geformt, sodass ohne Qualitätseinbuße eine Materialersparnis von etwa 20 Prozent realisiert werden konnte.« Im Arbeitsraum einer hydraulischen 1.600 Tonnen Schuler SMG-Presse, präsentierte das gastgebende Unternehmen ein neunstufiges Kombinationswerkzeug. Achim Rath, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Gebr. Rath Werkzeugbau, stellt das innovative Werkzeug vor: »Eine Coilanlage schiebt das Blech von links in die Werkzeuge des ersten Einschubs. Dort wird es außen in zwei Stufen beschnitten. In der dritten Arbeitsstufe des ersten Einschubs wird das Werkstück vorgebogen. Im zweiten Einschub wird das Werkstück in insgesamt drei Stufen fertig gebogen. Im dritten Einschub wird das Teil in der ersten und zweiten Arbeitsstufe geclincht. In der dritten und damit letzten Arbeitsstufe bringt ein Stanzwerkzeug die RPS-Löcher ins Werkstück. So entsteht bei jedem Hub des neunstufigen Fertigungsprozesses ein Fertigteil.«

Mit Hochdruck zum Presswerkzeug

Die Produkte der Dadco Diebolt GmbH, einem Spezialisten für Stickstoff-Gasdruckfedern, erleichtern und beschleunigen die Montage von Qualitätspresswerkzeugen, erläutert Herbert Frings: »Wir stellen einen neuen Anheber vor. Statt einzelne Stickstoff-Gasdruckfedern einzubauen, kann der Werkzeughersteller ein einbaufertiges Modul nach Wunsch bestellen.« Die besondere Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen hebt Michael Treude, Mitglied der Geschäftsführung der Bilsing Automation, hervor: »Die Umformfachausstellung intensivierte die Kontakte und den Erfahrungsaustausch. So arbeiteten Automatisierungsspezialisten der Bilsing Automation zum näheren Kennenlernen der Werkzeugtechnik einige Wochen in der Gebr. Rath Werkzeugbau. Umgekehrt lernten Werkzeugkonstrukteure die Anforderungen der Automatisierungstechnik ganz praxisnah durch die Bilsing Automation kennen.« »Oftmals als das letzte Glied in der Automatisierungskette betrachtet«, erläutert Michael Treude weiter, »müssen wir dennoch bereits in der Planungsphase den kompletten Automatisierungsprozess sichtbar machen. Wir nutzen dazu das Simulationsprogramm ›Igrip‹. Mit diesem Programm lassen sich die Presse, die Werkzeuge sowie die gewünschte Automatisierungslösung, das heißt die Bewegungen des Transferwerkzeugs oder die Bewegungen des von einem Roboter geführten Greifers abbilden.

Flinke Sensoren

Die Schwer + Kopka GmbH in Hilden bietet Prozessüberwachungstechnik, Werkzeugsicherungssysteme und Sensoren nach Kundenwunsch. »Unser Ziel ist es«, bekundet Anwendungstechniker Dennis Mantel, »einen wirksamen Beitrag zur Fehlervermeidung in der Fertigung zu leisten. Mithilfe von unterschiedlichen Sensoren überwachen wir den gesamten Fertigungsprozess. Unsere Systeme eignen sich zudem für die Qualitätsüberwachung von Montagearbeiten durch Kraft-Weg-Messungen. Für die Vermeidung von Stanzprozess-Fehlern stellen wir hier eine Methode dar, wie Beschädigungen an Werkzeugen vorgebeugt wird. Kraftsensoren auf der Niederhalteplatte ermitteln die beim Stanzen auftretenden Kraftverteilungen. Überschreiten sie ein definiertes Maß, kann man auf ein Verkanten schließen. Verursacht etwa durch liegengebliebene Butzen. Die Maschine bleibt stehen und das Verschnittteil kann entsorgt werden. « Stanz- und Umformautomaten für den Mittelstand präsentierte die Gräbener Pressensysteme GmbH & Co KG aus Netphen-Werthenbach. Das Unternehmen gehört seit 1989 zum Schuler Konzern, dem führenden Anbieter in der Umformtechnik, zu dem seit April 2007 auch die Müller Weingarten AG gehört. Innovationen, wie die Entwicklung von Servopressen, sind nicht nur ein Merkmal des Mutterkonzerns, sondern auch der Konzerntöchter. »Gräbener Pressensysteme«, erinnert Vertriebsingenieur Olaf Klein, »entwickelte 1950 die erste Kniehebelpresse. Mit einem modifizierten Kniehebelantrieb stellten wir auf unserer Hausmesse einen modifizierten Kniehebelantrieb vor, der die Vorzüge einer Kniehebelpresse mit dem höheren Stößelhub von Exzenterpressen verbindet. Das System ›Quick-Lift‹ ermöglicht einen zusätzlichen Hub des Stößels von bis zu 500 Millimeter. Diese Technik bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Verfahren, wie beispielsweise Schneiden, Ziehen, Biegen, Prägen oder Kalibrieren auf einer Presse durchzuführen und zu kombinieren.«

Gut geschmiert

Die Lenz & Söhne GmbH präsentierte sich als Partner namhafter Schmierstoffhersteller. »Neben Standardprodukten liefern und entwickeln wir mit unseren Partnern«, hebt Christian Lenz hervor, »kundenspezifische Schmierstoffe. In diesem Sinne bieten wir unsere Erfahrungen an. Ein Beispiel dafür sind Produkte, die sich nach dem Umformprozess schnell verflüchtigen, sodass einer direkten Weiterverarbeitung der Teile nach dem Umformen nichts im Wege steht.« Ihre Leistungen als Hersteller von innovativen Inspektions- und Sortieranlagen stellte die aicoss GmbH vor. »Zu unseren Standardanwendungen«, erläutert Tobias Lerch, »gehört die Qualitätsprüfung von Massengütern: Geometriekontrolle auf Maßhaltigkeit im Bereich von ±?0,01 Millimeter, Konturkontrolle, Vollständigkeitskontrolle, die beidseitige Oberflächenkontrolle, die farbliche Differenzen, Risse, Beschädigungen und Aussinterungen detektiert, sowie die Zu- und Abführung der Prüfteile. Neu und erfolgreich in unserem Programm ist die Inlineprüfung von rotationssymmetrischen Teilen in schnelllaufenden Pressen und Stanzmaschinen.« Anke Kaiser, Geschäftsführerin der Kaiser Oberflächentechnik, stellte das Dienstleistungsangebot ihres Unternehmens dar: »Mit dem Ziel, die Teile unserer Auftraggeber mit einem sicheren und vollständigen Korrosionsschutz auszustatten, bieten wir unsere Leistungen seit über 25 Jahren an. Wir bieten die Kathodische Elektrotauchlackierung, die Pulverbeschichtung sowie die Zn-Al-Lamellenbeschichtung an. Zu unserem besonderen Know-how gehören das partielle Beschichten sowie das vollständige Beschichten von Bauteilen mit komplizierten Geometrien.«

Peter Springfeld

Erschienen in Ausgabe: 03/2008