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Tox it!

Tox it!

Pressen und Presskraft nach Maß - das liefert Tox Pressotechnik zu fast 60% in die Automobilindustrie - „mit stetigem Wachstum“, erklärt Prokurist Dr. Wolfgang Pfeiffer den 50-Mio.-Euro-Umsatz. Neu ist die Finepress-Linie, die Tox als Innovation bei Kleinpressen und Pressmodulen sieht und als Präzisionspressen im Kompaktformat deklariert.

13. Juli 2005

„Viele sprechen schon vom Toxen, wenn sie Clinchen meinen. Vorteil gegenüber dem Schweißen ist vor allem die dynamische Festigkeit“, die Prokurist Dr. Wolfgang Pfeiffer rund 30 % höher einschätzt. Dagegen seien Schweißverbindungen in Stahl statisch um rund 30 % besser - „aber wo haben Sie schon ausschließlich statische Belastung“, gibt Wolfgang Pfeiffer zu bedenken. Bei Aluminiumverbindungen sieht es noch besser für das Toxclinchen aus. Leistungsstärke beweist das Toxen mittlerweile auch im Querschnitt. Bis zu 10 mm Gesamtblechdicken verbinden die Pressen aus Weingarten. „Auf der Wunschliste der Automobilhersteller stehen darüber hinaus die Verbindung von Stahl mit Kunststoff sowie die Verarbeitung von Blechen mit bis zu 1.000 N/mm2 Zugfestigkeit“, deutet Wolfgang Pfeiffer die Marschrichtung an. Heute schon “State of the Tox-Art“ ist etwa das Clinchnieten und Kleben, also die Fusion von Stahlblech, Kleber und Aluminiumblech. Dies ist nach Erfahrung von Wolfgang Pfeiffer eine ideale Kombination, die die Vorteile der einzelnen Technologien kombinieren würde.

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Taumeln spart 70%

Gegenüber dem Clinchen brilliert das Clinchnieten hauptsächlich durch deutlich höhere Haltekräfte sowie wesentlich besseres dynamisches Arbeitsvermögen und höhere Crashsicherheit. Dagegen ökologisch besonders wertvoll sei die mögliche sortenreine Verbindung von Aluminium-Blechen mit gleichartigen Nieten, wie sie derzeit in Weingarten untersucht wird. „Sie können bei dieser Technologie gegenüber Stahl mit rund 25 % weniger Preßkraft auskommen“, betont Wolfgang Pfeiffer. Damit könnten bei gleicher bis im Einzelfall auch höherer Scherzugfestigkeit wesentlich geringere Investitions- und Beriebskosten veranschlagt werden. Ebenso preßkraftschonend sei das Taumelclinchen, für das Wolfgang Pfeiffer rund 70 % niedrigere Werte veranschlagt als beim Toxclinchen. „Mit dem Taumelclinchen stoßen Sie in die Bereiche des Schweißens vor“, erklärt der Prokurist, der als großes Plus daraus vor allem den deutlich niedrigeren Investitions- und Energiebedarf für die Anwender sieht. Als besonders einfach und günstig charakterisiert Wolf-gang Pfeiffer das Fügeverhalten der Tox-Rundpunkt-Technologie. Neue Matrizenausführungen mit Inserts würden zudem die Belastbarkeit der Werkzeuge deutlich erhöhen. Denn: Beim Clinchen fließt das Material quasi hinein, bildet einen Hinterschnitt aus und verhindert so den Kopfzug. Demgegenüber achtet Tox bei den Clinchniet-Fügeelementen auf eine einfache Grundform. So dringt ein Zylinder mit beidseitigen Senkungen quasi als Stempel - also nichtschneidend - in das Blech ein, trifft auf die Matrize, verformt sich und reagiert dann wie ein verfüllter Clinchpunkt - „allerdings mit deutlich besseren Festigkeitseigenschaften und ohne Verletzung der Blechoberflächen wie beim Stanznieten“, weiß Wolfgang Pfeiffer. Die Güte des Verbindung läßt sich übrigens zerstörungsfrei und auch automatisiert überprüfen durch die Maße der Restbodenstärke oder Restniethöhe. Daß die Technologien auch funktionieren, beweisen die Oberschwaben aktuell mit ihrer jüngsten Innovation bei Kleinpressen und Preßmodulen: die Tox-FinePress-Präzisionspressen im Kompaktformat. Das komplett neue Pressenprogramm erweitert das Tox-Spektrum um universell einsetzbare Präzisionspressen. Tox will damit einen entscheidenden Schritt weiter gehen und setzt für den Pressenbau Linearführungen ein, um für die Produktions- und Montageprozesse mit weit ausbaufähigen Präzisionspressen ideale Automatisierungs-Bausteine bieten zu können. Damit werden auf der Basis von Standard-Komponenten Lösungen möglich, die sich schneller und wirtschaftlicher denn je realisieren lassen. Der Clou und somit das Herzstück der Präzisionspressen ist laut Tox die Stößeleinheit, die aus einer Kugelumlaufeinheit als Führungsblock und der Führungsschiene als Arbeitsstößel besteht. Solche Präzisionsführungen finden vor allem beim Bau von Werkzeugmaschinen und Meßvorrichtungen Verwendung und zeichnen sich durch extreme Leistungsfähigkeit sowie Langzeit-Genauigkeit aus. Die Präzisionsführung garantiert fühlbar exakte und wiederholbar genaue Stößelbewegungen. Die Vorspannung der Führungen erübrigt die Justage, und auch das Nachstellen entfällt. In Verbindung mit den hochwertigen Maschinenelementen und dem massiven, präzise bearbeiteten Stahlguß-Pressenkörper, sind beste Voraussetzungen für die Verwendung in allen denkbaren Prozessen gegeben, bei denen Kraft exakt und wiederholgenau auf den Punkt gebracht werden muß.

Vier Reihen bis 57kN

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FinePress leistet 2 bis 57 kN und ist in vier Baureihen gegliedert: den Kniehebel-Pressen in den Ausführungen S (Standard), L (größere Arbeitshöhe) und W (größere Ausladung). Deren Antrieb erfolgt manuell über einen leichtgängigen Kniehebel-Mechanismus, so daß mit geringem Kraftaufwand eine Preß-/Arbeitskraft im Be-reich von 2 bis 56 kN erreicht wird. Die Zahnstangen-Pressen sind ebenfalls in S, L und W lieferbar. Der Antrieb läuft manuell über Zahnrad und -stange, wodurch über den ganzen Hub eine konstante Druck-/Preßkraft gegeben ist. Vorteil: Geringer Kraftaufwand für Preßkräfte von 2 bis 4 kN. Die Pneumatik-Pressen, wiederum in S, L und W im Programm, werden durch pneumatische Zylinder angetrieben. Hubeinstellung ist serienmäßig, Endlagendämpfung am OT, am UT befindet sich ein mit der Hubeinstellung gekoppelter Sensor, weshalb das Nachjustieren entfällt. Zudem sichert ein hochwertiges Dichtungssystem den maximalen Wirkungsgrad. Optional sind Sensoren zur Abfrage der Position oder zur Wegmessung erhältlich. Bei 6 bar werden Preßkräfte von 2 bis 57 kN realisiert. Die vierte Baureihe, die Handhebel-Pressen mit pneumatischer Unterstützung, gibt es in L und W. Per Handhebel wird hier über ein Kniegelenk der Arbeitsstößel ausgefahren. In der Endstellung wird ein Schalter betätigt, der nach zusätzlichem Auslösen eines Starterschalters den pneumatischen Krafthub (einstellbar bis 6 mm) einleitet. Das manuelle Rückstellen des Handhebels aktiviert automatisch den Rückhub des Krafthubs.

Konfigurator unter www.tox-de.com

Generell erlaubt der konsequent modulare Aufbau laut Tox dem Konstrukteur von Montagevorrichtungen, Pressensystemen oder Sondermaschinen, aus wenigen standardisierten Komponenten optimal ausgelegte Pressen zu erstellen. Ob Stand-alone-Pressen als einzelne Arbeitsplätze oder ob in Produktions- und Montagevorrichtungen oder Linien integrierte Pressen-Stationen, in jedem Fall sind aufgrund kompatibler Module, leistungsfähiger Antriebstechnik, hochwertiger Stößelführung und verschiedener Ausrüstungsmöglichkeiten die Pressen und Pressensysteme rasch und kostengünstig zu realisieren. Unter www.tox-de.com stellt Tox seit kurzem einen Produktkonfigurator bereit, mit dem der Konstrukteur seine gewünschte Presse in geführten Schritten selbst zusammenstellen kann. Hier ist auch ein Download von CAD-Daten in verschiedenen Formaten möglich. Zur Grundausstattung bei allen Pressen gehört das innovative Werkzeug-Aufnahmesystem, das auf einer Ringspanneinheit beruht. Dies ermöglicht, Werkzeuge schnell und sicher zu spannen oder auszutauschen, ohne daß ein zu fest angezogener Gewindestift oder eine nicht ordnungsgemäß positionierte Aufnahme zu einer Beschädigung des Arbeitsstößels führen. Die Höhenverstellung des Führungsteiles erfolgt bei allen Pressen über eine Feingewindespindel durch integrierte Handkurbel. Das Zubehörprogramm umfaßt Rückhubsperren für die Kniehebel- und Zahnstangen-Pressen, ergonomische Zusatzhandgriffe, die Werkzeugaufnahme mit Schnellspannsystem und Kraftsensor, Linearschiebetische und Rundschaltteller für das Werkstückhandling, Hubzähler und mehr.

Harald Klieber

Know-HowDas Tox-BaukastensystemDas Spektrum der Tox-Kraftpaket-Pressen umfasst 2 bis 2.000 kN Preßkraft. Basierend auf einem standardisierten Komponenten- und Modul-Baukasten, können Pressen nach Maß erstellt werden. Die Pressen lassen sich universell und flexibel einsetzen und nutzen. Wahlweise können die Pressen mit drei Antrieben ausgerüstet werden: dem pneumohydraulischen Antriebszylinder-Kraftpaket, dem Hydraulikzylinder oder dem ElectricDrive, also den elektromechanischen Servoantriebseinheiten mit 1 bis 200 kN Preßkraft. Neben den beiden Bausteinen Antriebseinheit und Pressengestell bilden die Pressensteuerung und die Einpreßüberwachung weitere elementare Pressen-Bausteine. Das Baukastensystem zum Pressen, Steuern und Überwachen enthält neun Baureihen: die C-Gestell-Pressen-Baureihe PC/PG mit extrem stabilem Pressenkörper und geringer Aufbiegung für Preßkräfte von 40 bis 1.000 kN, Gesamthübe bis 400 mm, Krafthübe bis 200 mm. Wie etwa die C-Gestell-Tischpressen-Baureihe MC, laut Tox eine kompakte Pressenausführung für die Installation auf Arbeitstischen oder die Integration in Sondermaschinen bis Fertigungszellen.

Tox in Kürze

Trotz globaler Ausrichtung macht Tox Pressotechnik mit Hauptsitz in Weingarten noch 50 % ihrer Geschäfte in Deutschland. Gegründet 1978 machte Tox mit weltweit 530 und 270 Mitarbeitern in Deutschland in 2004 rund 50 Mio Euro Umsatz. Zwölf Tochterunternehmen hat Tox rund um den Globus plaziert. Jüngstes Mitglied ist die indische Niederlassung, größte die 1993 gegründete chinesische Dependance. „Die chinesische Produktion hauptsächlich von Standard-Elementen ermöglicht es uns, günstig zu produzieren und damit vor allem unser Engineering und unsere Entwicklungskapazitäten in Weingarten weiter zu unterstützen“, so Dr. Wolfgang Pfeiffer. Im Detail entwickelt Tox aus Sondermaschinen und Großprojekten deren Standardmodule und Bausteine. Tox gliedert sich in fünf Unternehmensbereiche: pneumohydraulische, hydraulische und elektromechanische Antriebstechnik-Komponenten; Pressensysteme aus dem Baukasten mit 2 bis 2.000 kN Preßkraft; Steu erungen, Sensorik und Software für Prozesse und Qualitätssicherung; das Tox-Rundpunkt-Blechverbindungsverfahren sowie die Tox-Production-Systems mit Anlagemodulen und Sondermaschinen zum Fügen, Einpressen, Montieren.

Erschienen in Ausgabe: 06/2005