Tolerante Partner

Mechanisches Fügen

Gleichzeitig fest und veränderbar können die Verbindungen sein, die Ejot auf Wunsch individuell für seine Partner aus der Automotive-Industrie und anderen Branchen entwickelt.

01. Juni 2010

In den letzten Jahren ist der Trend einer zunehmenden Komplexität von verbindungstechnischen Aufgabenstellungen erkennbar. Insbesondere im Fahrzeugbau haben sich die Anforderungen an die zum Einsatz kommenden Verbindungselemente signifikant erhöht. Wo noch vor wenigen Jahren ›einfache‹ Schrauben zur Fixierung von Bauteilen ausreichten, werden heute oftmals multifunktionale Befestigungssysteme eingesetzt.

Die für den jeweiligen Anwendungsfall speziell entwickelten Baugruppen von Ejot gleichen sowohl Fertigungstoleranzen als auch Veränderungen in Folge thermischer Einflüsse aus, übernehmen die Bauteilbefestigung und realisieren – wo erforderlich – weitere Funktionen, beispielsweise die Dichtheit einer Verbindung. Im ›Ejosyst‹ genannten Produktbereich werden auf diese Weise Synergien in der Verbindungstechnik mit den Produktionsverfahren Kaltmassivumformung, Kunststoffspritzgießen und Montagetechnik für die Entwicklung kundenspezifischer Lösungen genutzt.

Ein Kompetenzbereich der Produktlinie Ejosyst ist die Entwicklung individueller Verbindungslösungen für Motoranbauteile aus Kunststoff, wie Zylinderhauben, Kunststoffölwannen oder Saugrohre. Die Ejot-Bezeichnung ›Tensiotec‹ steht in diesem Zusammenhang für transportsicher montierte Schraube-Hülsen-Kombinationen, die wiederum unverlierbar in Kunststoffanbauteile eingesetzt werden. Dieses Produkt, auch unter dem Begriff ›Stützhülse‹ im Markt bekannt, nimmt die Vorspannkraft der Verschraubung zuverlässig auf und lässt damit keine Schädigung des Kunststoffbauteils zu.

Mit der Produktbezeichnung ›Torqtec‹ verbindet Ejot die bewegungswandelnden Systeme in der Verbindungstechnik. Durch den Einsatz moderner Kaltumformung werden so spanlos hochpräzise Bewegungsgewinde produziert. In Kombination mit Mutternstücken aus Kunststoff entstehen Spindel-Mutter-Systeme mit nahezu spielfreien Gewindepaarungen. Diese Technik ermöglicht auch die Realisierung von Schneckengetrieben, wie sie beispielsweise in PKW-Außenspiegel-Verstellsystemen zu finden sind. Weitere Anwendungen dieser innovativen und materialsparenden Baugruppen finden sich in der Elektroindustrie sowie im Geräte- und Apparatebau.

Wenn’s schön macht

Die Notwendigkeit, Anbauteile einstellbar zu befestigen, ist insbesondere im Fahrzeugbau sehr verbreitet. Mit der Einführung geteilter Rückleuchten, die mittlerweile von den meisten namhaften Automobil-Herstellern eingesetzt werden, hat Ejot dieses Thema mit neuen, individuell zugeschnittenen Lösungen aufgegriffen. Bei geteilten Rückleuchten sind die Spaltmaße, deren Gleichmäßigkeit die Qualität des Endproduktes dokumentiert, der Grund für die Entwicklung dieser justierbaren Befestigungslösungen. Je nach Vorgabe des Kunden, ob die Präzision, der Einstellbereich, die Robustheit oder auch die Wirtschaftlichkeit der Baugruppe im Vordergrund steht, werden kundenspezifische Rückleuchten-Einstellvorrichtungen entwickelt. Beispiele für aktuelle Anwendungen finden sich in den Modellen Passat CC und Eos von Volkswagen sowie dem Almera XL von Seat. Auch das sogenannte ›3D-Einstellelement‹, ein flexibles Befestigungssystem für den (derzeit größten an einem Automobil befindlichen) Thermoplast-Heckspoiler des BMW X5, entstand in Zusammenarbeit mit den Verbindungstechnik-Spezialisten von Ejot.

Bei Nutzfahrzeugen – vorrangig Lastkraftwagen – ist es notwendig, dass der Fahrer selbst in die Lage versetzt wird, die Lampen im Scheinwerfer wechseln zu können. Die Ejosyst-Entwicklungsingenieure haben daher für einen Scheinwerfer von Hella eine multifunktionale Baugruppe entworfen, die aus einer kaltformtechnisch gefertigten Sonderschraube, mehreren Kunststoffteilen sowie weiteren funktionalen Bestandteilen besteht. Dieses Befestigungssystem ermöglicht es dem Fahrzeugführer, den Scheinwerfer nach einem Lampenwechsel wieder sauber zu positionieren und zu fixieren.

Ejosyst steht somit als Begriff für die intensive Systempartnerschaft zwischen Kunden und Ejot in der Entwicklung und Produktion komplexer Bauteile und Baugruppen für individuelle Verbindungslösungen.

Aufgrund der hohen Fertigungstiefe und Entwicklungsgeschwindigkeit von Ejot wird damit eine bestmögliche Anpassung an die Einsatzbedingungen beim Kunden erreicht.

Erschienen in Ausgabe: 03/2010