Titration wird überflüssig

„Unser Reinigungsmedium kann man nur ungenau titrieren. Wie soll da eine mannlose und dazu noch automatische Messung der Reinigerkonzentration möglich sein?“ Alex Huber von Fischer Rohrtechnik war skeptisch. Doch genau diese Aufgabe sollte die Libelle Cleaner Control von BvL erfüllen.

09. Januar 2014

Der Praxistest war schnell vereinbart. Sowohl Alex Huber als auch Daniel Decker, Entwicklungsleiter von BvL, waren gespannt auf die Ergebnisse. Fischer Rohrtechnik setzt zur Reinigung ihrer umgeformten Edelstahlrohre eine 3-Tank-Korbreinigungsanlage von BvL ein. „Nach dem Bad-Neuansatz fügen wir die Reinigungschemie zu.“ erläutert Huber. Zum Praxistest war die Anlage bereits einige Zeit im Betrieb, die aktuelle Reinigerkonzentration wurde auf 5 % vermutet.

Zunächst wurde gemeinsam die Titration durchgeführt. „Aufgrund der sehr starken Trübung funktioniert die Titration nicht genau, weil der Farbumschlag sehr schwer zu erkennen ist. Das Ergebnis von mehreren durchgeführten Titrationen war eine Reinigerkonzentration von ungefähr 6 %.“ so Decker.

Direkte Information, wie viel Reiniger nachdosiert werden muss

Im Anschluss wurde die Libelle Cleaner Control angeschlossen. Die Messung mit der Cleaner Control ergab einen Wert von 2,2 %, was die anwesenden Mitarbeiter erstaunte. Nicht nur die gemessene Konzentration wird angezeigt, sondern die Cleaner Control gibt direkt an, wie viele Liter Reiniger nachdosiert werden müssen, um den entsprechenden Sollwert zu erreichen. „Interessant für uns war die konkrete Information, dass 35 Liter Reiniger nachdosiert werden sollten, um die angestrebten Sollwert des Reinigerkonzentration zu erreichen.“ so Huber. Gesagt, getan und Sekunden später änderte sich die Reinigerkonzentration auf den Sollwert. Huber ergänzt: „Wir waren wirklich verblüfft über die Schnelligkeit der Messung. Aber eine noch größere Erleichterung für den Anlagenbediener ist die genaue Liter-Angabe der Nachdosierung, da dies ja direkten Einfluss auf das Reinigungsergebnis hat. Außerdem entfällt das wöchentliche titrieren für das Bedienpersonal, was hier auch eine Erleichterung bringt. Zum einen zeitlich, aber auch über die Genauigkeit des Ergebnisses.

„Reinigungschemie verbraucht sich mit jedem Waschvorgang“ erläutert Decker die stark gesunkenen Werte. Dadurch, dass die genaue Reinigerkonzentration häufig nicht bekannt ist, wird oft über- oder unterdosiert. Dies kann zu unnötigen Kosten für Reinigungschemie führen oder birgt große Risiken, denn das Sauberkeitsergebnis könnte nicht mehr erreicht werden. „Optimalerweise wird die Cleaner Control in Verbindung mit einer automatischen Reinigerdosierung eingesetzt“ so Decker „Die automatische Reinigerdosierung wird ebenfalls direkt über die SPS gesteuert und fügt schon bei leichter Unterschreitung des Sollwertes wieder Reiniger zu. So erhält der Anlagenbetreiber während des gesamten Prozesses eine dauerhaft optimale Reinigerkonzentration – bei deutlich weniger Personaleinsatz.“

Ein Sensor überwacht drei Tanks gleichzeitig

Bei Fischer Rohrtechnik wird ebenfalls die Libelle Fluid Control zur Überwachung der Badverschmutzung eingesetzt. Alex Huber ergänzt einen daraus resultierenden weiteren Vorteil, den er in seinem Werk festgestellt hat. „Vorher haben wir das Bad nach Gefühl gewechselt. Um Ausschuss zu vermeiden und eine richtige Reinigerkonzentration zu gewährleisten haben wir das Bad natürlich häufiger gewechselt, denn nur dann waren wir ganz sicher, wie es um den Zustand des Bades bestellt ist. Da wir jetzt sowohl die Badverschmutzung als auch die Reinigerkonzentration beobachten können, ohne Laborergebnisse abzuwarten, geschieht der Badwechsel nicht mehr willkürlich oder aus Vorsicht, sondern erst dann, wenn es erforderlich ist.“

Decker fügt abschließend hinzu: „Das Schöne bei diesem System ist, dass sowohl die Libelle Fluid Control, als auch die Cleaner Control mit nur einem Sensor alle drei Tanks überwachen kann. So hat Fischer Rohrtechnik mit einem relativ geringen Aufwand den gesamten Prozess im Griff und muss nicht mehr im Trüben fischen.“