Technische Federn findet man fast überall

Und was planen Sie?

VDFI-Geschäftsführer Wolfgang Hermann informiert über ›seinen‹ Verband und dessen Ziele.

07. Februar 2012

Der VDFI ist der Fachverband der deutschen Industrie für Federn aus Metall. Wir unterscheiden drei Gruppen:

1. Unsere ordentlichen Mitglieder sind Hersteller technischer Federn in Deutschland, von denen es etwa 200 gibt; über die Hälfte davon ist Mitglied bei uns.

2. Daneben haben wir außerordentliche Mitglieder – das sind nichtdeutsche Federnhersteller – und

3. sogenannte assoziierte Mitglieder: zum Beispiel Hersteller von Drahtbiegemaschinen, Messmaschinen, Werkzeugen, Halbzeugen sowie Händler. Wir sind unsererseits Mitglied im Europäischen Federnverband (ESF). Der Präsident des VDFI, Dr.-Ing. Rudolf Muhr, ist derzeit auch Präsident des ESF.

Federn biegen, das klingt nach Jobshoppern und Kleinstbetrieben.

In der Tat gibt es auch die unter unseren Mitgliedern: so zum Beispiel Unternehmen mit 500000 Euro Umsatz im Jahr. Aber das größte Unternehmen in unserem Verband hat über eine Milliarde Euro Umsatz. Im Schnitt sind es Betriebe zwischen 50 und 100 Mitarbeiter.

Wie haben Ihre Mitglieder die Krise überstanden? Hatten Sie Verluste?

Keinen einzigen! Unsere Mitglieder sind allesamt Familienunternehmen, deren Führungskräfte langfristig denken und flexibel reagieren. Sie haben eine sehr gute Stellung auf dem Weltmarkt. Sie haben die Krise genutzt, um daraus zu lernen und sind heute häufig besser aufgestellt als zuvor.

Federn können ja nicht nur aus Draht, sondern auch aus Flachmaterial bestehen; dann handelt es sich um Stanz- und Biegeteile. Kommen Sie sich da nicht mit dem IBU hier im Haus ins Gehege?

Überhaupt nicht! Wir arbeiten eng zusammen. Nicht wir, sondern die Mitglieder und ihr Produktprogramm entscheiden, in welchen Verband sie eintreten und eintreten dürfen. Ein Beispiel für diese gute Zusammenarbeit: Die beiden Verbände und ihre Mitglieder haben gemeinsam neue Federnormen erarbeitet, und das in erstaunlich kurzer Zeit. Da haben die DIN-Leute große Augen gemacht.

Welche Ziele haben Sie und der VDFI?

Einige, aber darüber darf ich jetzt noch nicht sprechen. Doch, eines: Ich will unsere Öffentlichkeitsarbeit verbessern und insbesondere das Image von Federn als wichtiges Maschinenelement stärken. Kaum jemand macht sich bewusst, wie allgegenwärtig Federn unterschiedlichster Bauart und Funktion sind. Meist denkt man an Schraubenfedern, oft fälschlich als Spiralfedern bezeichnet, im Autofahrwerk, am Garagentor, an der Schreibtischlampe, in der Matratze oder auch im Kugelschreiber. Doch wer denkt an die Feder in der Geflügel- oder Gartenschere, in der Steckdose, im Bilderrahmen, in Türschlössern oder daran, dass auch Büroklammern und Schlüsselringe Federn sind. Ich sehe hier ein Imageproblem für unsere Mitglieder – aber das haben die Blechverarbeiter leider auch. Wir arbeiten daran und Sie als Fachpresse könnten da einiges tun und uns unterstützen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2012