Suspensionsschnitt

Technik

Das Lübecker Unternehmen ANT und der österreichische Maschinenbauer Perndorfer kombinieren ihr Know-how im Wasserstrahlschneiden, um die Bedürfnisse der bearbeitenden Industrie abzudecken.

18. April 2017
Die zwei Verfahren im Vergleich: Links ist das Wasserstrahlschneiden mit dem Suspensionsstrahl, rechts mit dem Injektionsstrahl dargestellt. Das in der Industrie verbreitete Injektionsverfahren eignet sich für gezielte, feine Schnitte in filigranen Materialien. Das Suspensionsverfahren eignet sich für die Trennung schwerer Strukturen, zum Beispiel Kupfer. Bildquelle: Perndorfer
Bild 1: Suspensionsschnitt (Die zwei Verfahren im Vergleich: Links ist das Wasserstrahlschneiden mit dem Suspensionsstrahl, rechts mit dem Injektionsstrahl dargestellt. Das in der Industrie verbreitete Injektionsverfahren eignet sich für gezielte, feine Schnitte in filigranen Materialien. Das Suspensionsverfahren eignet sich für die Trennung schwerer Strukturen, zum Beispiel Kupfer. Bildquelle: Perndorfer)

Unternehmen, die das Wasserstrahlschneiden anwenden, kennen dessen Vorteile, aber auch dessen Grenzen. Die wenigsten wissen allerdings, dass es zwei unterschiedliche Wasserstrahlschneidverfahren gibt: Man unterscheidet das Injektions- und das Suspensionsverfahren.

In der Industrie wird größtenteils das Injektionsverfahren eingesetzt, da dieses im Gegensatz zum Suspensionsverfahren kontinuierlich abläuft. Darüber hinaus bietet der Injektionsstrahl einen feinen Schnitt in filigranen Materialien. Jetzt aber zieht das Suspensionsverfahren mit einer Entwicklung von ANT und Perndorfer nach.

Für den effizienten Suspensionstrahl sind geringere Drücke, schwierige Materialien oder große Dicken kein Problem. Seine Kraft entwickelt der Strahl an der Düse, wo er im Gegensatz zur Injektion kein Abrasivmittel und somit auch keine Luft ansaugt.

Ausschließlich Wasser und Abrasivmittel werden bei der Suspension vorab in einem Behälter unter Hochdruck gesetzt und durch die Düse gepresst. Das Ergebnis ist ein höherer Wirkungsgrad, der den Suspensionstrahl Beton und Stahl bis zu einer halben Meter Dicke schneiden lässt – und das bei einem Druck von 2.500 bar.

Perndorfer als Spezialist für das Injektionsstrahlverfahren und ANT als Experte für das Suspen-sionsstrahlverfahren haben in einer strategischen Partnerschaft die Vorteile beider Systeme in einer Komplettlösung vereint: Mit der Abrasivmittelzumischeinheit ›Consus‹ wird kontinuierlich Abrasivmittel dem unter Druck stehenden Wasserfluss über ein Schleusenverfahren zugemischt.

Beide Möglichkeiten mit einem Tisch abzudecken, ist laut Perndorfer ein Novum auf dem Markt. Was bedeutet das für die bearbeitende Industrie? Durch die neue Abrasivmittelzumischeinheit können Anwender im Vergleich zum Injektionsstrahlverfahren mit dreimal so hoher Geschwindigkeit und mit höherer Qualität schneiden.

Dank der neuen Technik kann ein Lohnfertiger künftig mehr Aufträge annehmen, da eine größere Bandbreite an Dicken abgedeckt wird. Auch Materialien wie Keramik, Edelstahl oder Verbundwerkstoffe können damit ohne Probleme geschnitten werden.

Das Komplettsystem des Lübecker Maschinenbauers ANT und des österreichischen Unternehmens Perndorfer kann auch in bestehende Wasserstrahlschneidsysteme von Unternehmen integriert werden. Die ›Servojet-4000‹-Pumpe von Perndorfer macht ein einfaches Umschalten zwischen der Suspension und der Injektion möglich. Auch die Steuerung lässt sich leicht anpassen. Dadurch steht der Einbindung von Consus nichts mehr im Wege.

Erschienen in Ausgabe: 03/2017