Steil bergauf

Die Jorns AG aus Lotzwil im Oberaargau, Schweiz, fährt mit ihren Abkantmaschinen auf Erfolgskurs. Ein Erfolgsfaktor sind die neuen doppelbiegemaschinen »Twinmatic« und »Twinbend« zum Positiv-Negativbiegen.

30. Oktober 2007

Die Abkantmaschinen machen beim Maschinenbauer Jorns AG den Löwenanteil der Produktion aus. Die Auftragslage hat sich allein in den letzten zwei Jahren fulminant entwickelt. Das lässt sich auch an den Mitarbeiterzahlen festmachen. »2003 beschäftigten wir noch 60 Mitarbeiter. Heute sind wir knapp 100 Mitarbeiter stark«, so Marc Jorns, CEO des Unternehmens. »Wir beschäftigen derzeit auch 10 Auszubildende, die wir nach Möglichkeit später alle übernehmen wollen.« Marc Jorns verweist auf die hohe Fertigungstiefe in seinem Unternehmen. Dies zeigt sich am stolzen Werkzeugmaschinenpark mit einigen Fertigungszentren und zigmeterlangen Fräsmaschinen. Jorns setzt bei der Fertigung der langen Maschinenteile für die Abkantmaschinen auf das Spannen der Werkstücke mittels Magnetspanntischen. »Mit dieser Spanntechnik nehmen wir die meterlangen Werkstücke sehr spannungsarm auf«, so Jorns und geht dann zu einem Fünfachs-Bearbeitungszentrum: »In unseren Fünfachs-Bearbeitungszentren bearbeiten wir die Maschinenkomponenten in einer Aufspannung und erreichen so eine hohe Präzision der Teile.«

Ein echter Renner

Sowohl die Standard- als auch die Doppelbiegemaschinen, etwa für den Dach- und Fassadenbau, zur Herstellung großer Abdeckbleche oder gar ganzer Systemhäuser aus Blech bietet Jorns in vier Baugrößen für 1,25, 1,5, 2 und 3 Millimeter dicke Bleche sowie in fünf Standardarbeitslängen 4, 6,4, 8, 10 und 12 Meter. »Wir können Dank unserer Standardkomponenten auch Sonderlängen bauen. Die längste Einzelschwenkbiegemaschine, die wir bisher gebaut haben, maß 16 Meter Arbeitslänge. Aber da ist technisch gesehen noch nicht Schluss«, erzählt Marc Jorns. Seit vier Jahren sind die Twinmatic/Twinbend-Doppelbiegemaschinen im Programm. »2007 werden es bereits 26 verkaufte Maschinen sein und für 2008 rechnen wir mit 36 Doppelbiegemaschinen«, freut sich Marc Jorns. Bei einer Gesamtjahresproduktion von rund 160 bis 180 Abkantmaschinen ist das bereits ein bemerkenswerter Anteil. »Es ist ein echter Vorteil, dass die Mitarbeiter an unseren Twinmatic-Abkantmaschinen die oft langen und schweren Bleche nicht mehr wenden müssen. Das kommt der Arbeitssicherheit zugute und auch die Aufstellfläche für die Maschine selbst kann kleiner sein, da die Bleche nicht mehr vor der Maschine gewendet werden müssen.« Natürlich spart die intuitiv zu bedienende CNC-Steuerung wertvolle Arbeitszeit. Auf dem großen Touchpanel werden die einfachen Symbole der Biegegeometrien mittels Fingertipp ausgewählt und die benötigten Maße eingetragen. Das Blech wird nun aufgelegt, gegen die Anschläge geschoben, wo es von Klemmfingern automatisch gegriffen und positioniert wird. Die raffinierte Blechschere (SF-Schere) befindet sich direkt vor der unteren Biegewange und schneidet das Blech auf die errechnete benötigte Länge ab. Die Bediener können nun entspannt zurücktreten und der Maschine das Auf- und Abbiegen selbst überlassen. _

Erik Schäfer

Erschienen in Ausgabe: 07/2007