Starker Stahl

Technik

Ultrahochfeste umformbare Stähle sind eine Spezialität des finnischen Anbieters Ruukki. In diesem Jahr hat er unter anderem Baustähle für Baumaschinen und Fördermittel vorgestellt.

18. November 2009
Bild 1: Starker Stahl
Bild 1: Starker Stahl

Mit dem ultrahochfesten Baustahl Optim 1500 QC erweitert Ruukki sein Lieferprogramm hochfester umformbarer Stähle. Der neue Baustahl kombiniert extreme Festigkeit mit sehr guter Verschleißbeständigkeit. Optim 1500 QC ist damit sehr gut für die Konstruktion von Baumaschinen und Fördertechnik geeignet.

Seine besondere Qualität erhält der neue Stahl durch eine Direkthärtung, einem in diesem Bereich noch sehr seltenem Verfahren, in dem Ruukki über viel Entwicklungs-Know-how verfügt. Hier wird der Stahl direkt nach dem Walzen von etwa 900 °C sehr schnell heruntergekühlt. Das Ergebnis ist eine äußerst harte und widerstandsfähige Mikrostruktur des Stahls, mit sehr guter Oberflächenqualität und guten Schweiß- und Verarbeitungseigenschaften.

Optim 1500 QC ermöglicht die Konstruktion und Fertigung von Geräten und Produkten mit deutlich höherer Leistung und Tragfähigkeit bei gleichzeitig geringerem Eigengewicht. Durch die gute Verschleißbeständigkeit eignet sich Optim 1500 QC besonders für den Einsatz in Konstruktionen mit großer Tragfähigkeit, die zudem hohem Verschleiß ausgesetzt sind. Typische Anwendungen sind Abrollcontainer, tragende Strukturen im Nutzfahrzeugbau, Förderbänder, Brechwerke und Recycling-Anlagen. Die verbesserten Eigenschaften der Produkte ermöglichen höhere Nutzlasten, eine längere Lebensdauer sowie eine Verringerung der Kraftstoffkosten und der CO2-Emissionen.

»Mit Optim 1500 QC stärken wir unsere führende Position bei ultrahochfesten und verschleißfesten Baustählen«, sagt Kari Lehtinen, Senior Vice President von Ruukki Metals. »Dank unserer langjährigen Erfahrungen und Produktkenntnisse sind wir in der Lage, auch künftig anspruchsvolle Produkte und neue Anwendungen sehr genau an den Anforderungen und Erwartungen unserer Kunden auszurichten und gemeinsam mit ihnen innovative Lösungen zu entwickeln. Die Vorteile für unsere Kunden sind eine höhere Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit sowie eine längere Lebensdauer ihrer Produkte.«

Der Einsatz hochfester und ultrahochfester Stähle ist auch ein wichtiger Faktor für die Hersteller in der Hebetechnik- und Transportmittelindustrie. Dank solch hochwertiger Materialien ist es heute möglich, leichtere Konstruktionen mit höherer Tragfähigkeit sowie Transportmittel mit höherer Nutzlast zu entwickeln, wodurch auch die Betriebskostengesenkt werden können.

Der führende finnische Hersteller von Personenhebebühnen, Vema Lift, setzt bei der Entwicklung neuer Produkte auf Stähle des Stahlspezialisten Ruukki. Dabei konnte mit dem Wechsel auf die ultrahochfeste Stahlsorte Optim 960 QC eine Reduzierung des Materialeinsatzes und gleichzeitig die Steigerung der Tragfähigkeit und Ausladung um 20 Prozent im Vergleich zu vorher verwendeten Materialien erreicht werden.

Ultrahochfeste Stähle für die Hebetechnik

Das ist für Vema ein wesentlicher Vorteil. Seitenausladung und Fahrzeuggewicht sind entscheidende Kriterien für die Ausschreibung öffentlicher Aufträge. Beispielsweise müssen über Fahrzeughebebühnen für die Feuerwehr Fenster und Balkone auch unter schwierigen Einsatzbedingungen schnell und sicher erreicht werden können.

Ruukki liefert aber nicht nur den Stahl, sondern unterstützt den Kunden bereits in der Planung mit Know-how zur optimalen Verarbeitung. Denn die Verwendung ultrahochfester Stähle erfordert große Erfahrung und Fachkenntnisse. »Der größte Vorteil unserer Zusammenarbeit mit Ruukki ist die Möglichkeit, bereits während der Konstruktion neuer Hebebühnen von der Kompetenz unseres Stahllieferanten zu profitieren. Bisher fehlte es uns im eigenen Hause an Wissen um den Einsatz hochfester und ultrahochfester Stähle«, erklärt Kimmo Lehti, Konstruktionsingenieur bei Vema, und ergänzt: »Ruukki hat uns und unseren Zulieferern detaillierte Vorgaben und Anleitungen zur Verfügung gestellt. Das macht unsere Projektentwicklung deutlich einfacher und schneller.«

Beim Einsatz von ultrahochfestem Stahl muss der gesamte Prozess von der Konstruktion bis zur Fertigung des Endprodukts betrachtet werden, da sich die Verarbeitung deutlich von einfacheren Stahlgüten unterscheidet. Die Herausforderung ist, dass die Schweißnähte genauso belastbar sein sollten wie das Material. Deshalb müssen die Schweißarbeiten präzise geplant werden und die Schweißer müssen die Stahleigenschaften und Bearbeitungsmethoden genau kennen. Zum Biegen und mechanischen Schneiden sind höhere Kräfte und entsprechende Anlagen notwendig. Sollten diese den Kunden nicht zur Verfügung stehen, ist Ruukki in der Lage, auch bereits vorgefertigte Komponenten zu liefern.

Zahlen & Fakten

- Rautaruukki ist ein börsennotiertes Unternehmen mit Niederlassungen und 26 Ländern. Im Jahre 2008 wurde mit 14300 Mitarbeitern weltweit ein Umsatz von 3,9 Milliarden Euro erwirtschaftet.

- Unter dem Markennamen Ruukki produziert das finnische Unternehmen Komponenten, Systeme und Komplettlösungen auf Metallbasis für das Baugewerbe, den Maschinenbau, die Fahrzeug- und Automobilindustrie.

Erschienen in Ausgabe: 11-12/2009