Stanzkosten im Visier

Der Kunde ist König, Mitgestalter und Gewinner zugleich

Der gezielte Einsatz der richtigen Stanzereitechnik ist eine der wichtigsten Vorausentscheidungen für die kostengünstige, gewinnorientierte Fertigung von guten Stanzteilen.

30. März 2004

Der schwäbische Hersteller von Stanzautomaten, Stanzanlagen und Werkzeugen, A. Schaal aus Salach, Baden-Württemberg, leistet dazu seit mehr als 50 Jahren Pionierarbeit. Konsequent verbindet das Unternehmen praxisbewährte Einrichtungen mit neuesten Entwicklungserkenntnissen sowie den Anregungen und Wünschen des Kunden. So formuliert die Mannschaft von Schaal ihre Ziele wie folgt: „Dem potentiellen Stanzereitechnik-Anwender zukunftsorientierte, wirtschaftlich arbeitenden Maschinen, Anlagen und Werkzeugen anzubieten, mit deren Hilfe er kontinuierlich produzieren kann.“ Die Märkte erstrecken sich inzwischen bis China und Übersee. Stanzen vom Coil, mechanisch, hydraulisch und kombiniert charakterisieren drei Standbeine des innovativen Unternehmens, das vierte ist der Werkzeugbau, mit dem vor über 50 Jahren alles begann.

Stanzen - mechanisch - alles komplett oder separat

Die robusten Schaal-Exzenterpressen (SEP) sind für den Dauerbetrieb konzipierte, kostengünstige Präzisions-Stanzautomaten mit Einpleuel-Antrieb. Das derzeitige SEP-Programm umfaßt Stanzautomaten mit 100 bis 1.000 kN Preßkraft. Der neueste und stärkste Stanzautomat mit 1.000 kN Preßkraft wurde zudem mit der den modernsten Werkzeugmaßanforderungen entsprechenden, großzügig dimensionierten Einbaulänge von 1.050 mm konzipiert und ist ab 2004 lieferbar.

Ist so ein Stanzautomat mit einem „starren“ Werkzeug bestückt, erfordert das Herstellen verschiedener Teile den Wechsel des Stanzwerkzeuges und das Neueinstellen der Vorschublänge. Kommen so genannte „flexible“ Werkzeuge zum Einsatz, wird der Nutzungsgrad um ein Vielfaches erhöht. Diese Werkzeuge sind so konstruiert, daß sie einzeln angesteuert werden und verschiedene Vorschublängen ermöglichen. Werkzeugteile oder einzelne Stempel werden dabei zeitsparend über Schieber plaziert. Dadurch können mehrere unterschiedliche Teile ohne „Umrüsten“ rationell gefertigt werden.

Stanzen - hydraulisch - durch Werkzeugwechsel und Systemprogrammierung

Das gesamte Spektrum an Peripheriegeräten, wie Walzen- und Zangenvorschübe, Coil-Haspeln, Teilesammel-Magazinen, bei Bedarf die passenden Schallschutzkabinen und natürlich die Schaal-Werkzeuge mit den entsprechenden Steuerungen runden das komplette Stanzprogramm ab. Damit bietet Schaal seinen Kunden von Einzelgeräten bis zur Gesamtanlage alles rund ums Stanzen. Die Einsatzgebiete der SEP-Stanzautomaten erstrecken sich über alle Branchen mit Serienteile-Bedarf, wie die Automobil-, Elektro-, Haushaltsgeräte und Baubeschläge-Industrie, bis hin zu pharmazeutischen Betrieben, die Pillen und Verpackungen pressen. Schaal-Anlagen werden in jeder gewünschten Farbe lackiert.

Schaal entwickelt, konstruiert, baut und liefert seit Jahren leistungsstarke Hydro-Stanzanlagen „maßgeschneidert“ in C-, oder Portalausführung. Gestanzt wird vorwiegend vom Coil, aber auch von entsprechenden Blechstreifen. Die hydraulischen Stanzanlagen sind in der Regel Programmgesteuert. Alle erforderlichen Peripheriegeräte wie die Coil-Haspel, Vorschubrichtmaschine, Längs- und Querscheren oder ein an der Stanzanlage angebaute elektronisch arbeitende Walzenvorschub, komplettieren beispielsweise in Verbindung mit einer CNC-Systemsteuerung die kompakten Schaal-Fertigungsstraßen.

Stanzen mechanisch und hydraulisch kombiniert, CNC-programmiert

Eine von vielen Kostruktionsvarianten ist die hydraulische Stanzanlage zur komfortablen Herstellung von Elektrosicherungs-Kastentüren und der dazugehörenden Einbaurahmen. Diese CNC-Stanz- und Biegeanlage ist frei programmierbar für zehn unterschiedliche Teilegrößen. Gearbeitet wird vom Coil. Die maximale Blechdicke beträgt 1,5 mm, die Bandbreite maximal 400 mm. Der präzise Stanztakt erfolgt durch den NC-Walzenvorschub „SWV 302 E“ von Schaal. Die Anlage ist mit acht hydraulischen C- und Portalstanzeinheiten sowie den jeweils zugeordneten Werkzeugschnellwechselsystemen, zwei hydraulische Schwenk- Biegeeinheiten und einer Hydrotrenneinheit ausgestattet. Durch den Schnellwechsel der Werkzeuge können sofort andere Teile-Abmessungen gefertigt werden. Die Bandführungen werden zentral über ein Handrad mit Digitalanzeige eingestellt.

Die Konstruktion und der Bau von kombiniert arbeitenden Komplett-Stanzsystemen ist eine weitere Spezialität von Schaal Werkzeug- und Maschinenbau. Die Hauptkomponenten einer solchen erweiterten Stanzanlage bestehen dabei aus einem mechanisch arbeitenden SEP-Stanzautomaten und diverser hydraulisch betriebener C- und/oder Portalstanzeinheiten. In dem kombinierten CNC-Stanzsystem übernehmen die schnellaufenden (beispielsweise 400 Stanzhübe pro Minute) mechanischen SEP-Stanzautomaten das Vorstanzen der Bänder und Teile. Das Fertigstanzen erfolgt im nächsten Schritt über die kostengünstig hydraulisch betriebenen Stanzeinheiten.

Auch die kombinierten Stanzanlagen von Schaal zur Fertigung hochpräziser Großserienteile lassen sich durch die sinnvolle Kombination mit den jeweils erforderlichen Zusatzgeräten wie: Coil-Haspel, Längsteil-Rollenschere, Bandvorschubmaschine für dickere Coilbleche oder Schaal-Walzenvorschübe, Schneid- und Profilierwerkzeuge sowie Abstapel- und Magazineinrichtungen komplettieren. Um die Geräuschemissionen in der Fertigung auf einem niedrigen Pegel zu halten, liefern die Stanzspezialisten aus Salach auf Wunsch die passende Schallschutzkabine zu jeder Anlage.

Werkzeuge -der Schlüssel zu neuen Teilen

Der große Bedarf an Stanzwerkzeugen aller Art war nicht zuletzt entscheidend für die Gründung des Unternehmens vor mehr als 50 Jahren. Heute rundet der Werkzeugbau das Gesamt-Lieferprogramm des Unternehmens ab. Schaal ist damit in der Lage, seine Stanzsysteme komplett mit Werkzeugen auszustatten, oder sie separat an den Auftraggeber zu liefern. Zum traditionellen Programm gehören die Entwicklung, die Konstruktion und der Bau von hochpräzisen Schnitt-, Biege-, Zieh- und Verbundwerkzeugen. Abnehmer sind alle Teile-Herstellerbranchen. Die Automobil-, Haushalts- und Elektrogeräte-, Baubeschläge- sowie die Pharmazeutische Industrie, zählen zum festen Kundenkreis.

Erschienen in Ausgabe: 03/2004