Um Schnittkosten zu senken, setzen viele Sägebetriebe auf günstige Sägebänder. Diese brauchen aber im Vergleich zu hochklassigen Bändern länger, um dieselbe Menge an Material zu sägen. In der Folge steigen die Maschinenkosten. Mit Sägebändern einer hohen Leistungsklasse lassen sich geringere Costs per Cut erreichen, wenn die Standzeiten passen.

Um die Standzeit eines Sägebandes so hoch wie möglich zu halten, müssen Werkstoff, Sägemaschine, Kundenanforderungen, Einsatz- und Rahmenbedingungen, Sägebandqualität und Schnittparameter berücksichtigt werden.

Das passende Sägeband

Bereits die Auswahl eines optimalen Sägebandes trägt dazu bei, die Standzeit zu verlängern. Maßgeblich ist der zu bearbeitende Werkstoff, seine Zusammensetzung, seine Härte und seine Gefügeausbildung sowie die Dimension.

Auch die Sägemaschine hat einen Einfluss auf die Lebensdauer eines Sägebandes. Maschinenstabilität und -zustand, Wartung und Instandsetzung gewährleisten einen sicheren Zerspanprozess.

Eine wichtige Rolle übernimmt neben der Zahngeometrie und Zahnteilung auch der Schneidstoff. Ob Hartmetall-, Bimetall- oder Diamantsägebänder – der Facharbeiter sollte je nach Anwendungsbereich entscheiden, was am besten geeignet ist. Hartmetall- oder Bimetallbänder eignen sich beispielsweise für die Verarbeitung von Stählen, NE-Metallen und schwer zerspanbaren Sonderlegierungen. Verschleißfeste Beschichtungen können die Standzeiten weiter erhöhen. Diamant kann bei sehr harten, abrasiven Werkstoffen eingesetzt werden.

Das korrekte Einfahren

Werkstoffnummer, DIN-Bezeichnung, Härte, Festigkeit und Abmessungen des Werkstücks bestimmen die Schnittparameter. Aber auch der Maschinentyp und die Anforderungen des Kunden fließen in deren Berechnung ein, etwa für Schnitt- und Vorschubgeschwindigkeit. Diese sind nicht nur im Zerspanprozess wichtig, sondern bereits beim ersten Einfahren des Sägebands.

Das sachgerechte Einfahren der Sägebänder bei einer Bandspannung von 250 bis 300 N/mm2 ist wichtig, um die Schneide optimal zu verrunden und einen schwingungsarmen Einsatz zu ermöglichen. Ansonsten können Mikroausbrüche entstehen, die die Lebensdauer der Sägebänder verkürzen.

Im Idealfall sollte der Facharbeiter beim Einfahren die Schnittgeschwindigkeit auf 75 Prozent und den Vorschub auf 50 Prozent stellen. Bei andauernden Schwingungen sollte die Schnittgeschwindigkeit nochmals reduziert werden, bis diese nicht mehr wahrnehmbar sind. Anschließend kann der Anwender erst die Schnittgeschwindigkeit und dann den Vorschub schrittweise erhöhen. Die Einfahrdauer hängt von den Dimensionen des zu zerspanenden Werkstücks ab.

Der richtige Kühlschmierstoff

Der passende Kühlschmierstoff (KSS) und das richtige Mischungsverhältnis wird am Werkstoff und dessen Zerspanbarkeit festgemacht. Der KSS sorgt für die Kühlung an der Zahnschneide, unterstützt die Späneabfuhr aus dem Schnittkanal und schmiert die Bandführungen. Der Facharbeiter sollte die Ölkonzentration im KSS regelmäßig prüfen. Ein Handrefraktometer erkennt beispielsweise Abweichungen im Mischungsverhältnis frühzeitig, wodurch der Verschleiß an den Zähnen verzögert werden kann.

Ein oft vernachlässigter Faktor ist die Spanbürste. Häufig werden Spanbürsten aus Stahldraht oder Kunststoff eingesetzt. Richtig eingestellt ist die Spanbürste, wenn die Bürstenspitzen den Zahngrund mit der geringsten Höhe fast berühren.

Die vorausschauende Wartung

Für die digitale Werkzeugverwaltung und die intelligente Instandhaltung stehen dem Facharbeiter mehrere Systeme zur Verfügung. Diese messen Temperatur, Feuchtigkeit, Vibrationen sowie Schwingungen, und warnen rechtzeitig vor möglichen Komplikationen. Um technisch auf dem Laufenden zu bleiben, bietet Wikus in seiner ›Wikademy‹ Seminare, Workshops und Webinare zum Thema Sägen an.