Stahlstangen platzsparend und sicher lagern

In einem Lager, in dem Rohr- und Vollmaterial aus Stahl eingelagert wird, ist ein belastbares Regalsystem Pflicht. Beim Neubau der Produktionshalle der Reckmann GmbH aus Hagen sollten die eingesetzten Regale darüber hinaus platzsparend sowie schnell und einfach zu be- und entladen sein. Als flexible Sonderlösung hat die Wollschläger GmbH & Co. KG ein Regalsystem des niederländischen Herstellers Thiel Logistiek empfohlen und geliefert. Im teils offenen, teils mit Toren verschlossenen Kassettenrollsystem des Typs Modul mit einer Gesamttraglast von etwa 240 Tonnen lagern seit Fertigstellung des neuen Gebäudes die Materialien des Herstellers von Mess- und Regeltechnik.

09. Juli 2013

Seit 1970 produziert die Reckmann GmbH mit einem Team von etwa 150 Mitarbeitern Temperatursensoren für die Industrie, unter anderem für Gießereien oder Müllverbrennungsanlagen. Bisher hatte das Unternehmen seine Materialien in Kragarmregalen untergebracht. Dabei musste jede Stange einzeln eingelagert werden. Außerdem nahmen diese Regale viel Raum in Anspruch.

Bei der Planung des Lagersystems in der neuen Halle mit einer Produktionsfläche von 4.000 Quadratmetern hat der Hersteller auf die Betriebseinrichtungskompetenz von Wollschläger gesetzt.

Wollschläger findet passende Lagerlösung

Die Anforderungen an das eingesetzte Regalsystem waren hoch: An erster Stelle stand die Arbeitssicherheit, gefolgt von einem effizienten Zugriff. Auf einer kleineren Fläche als zuvor sollten außerdem mehr Materialien eingelagert werden.

Um diese Voraussetzungen zu erfüllen, hat der zuständige Wollschläger-Außendienstfachberater Joachim Neumann ein dynamisches Regalsystem von Thiel empfohlen. Bei diesem Projekt hat Wollschläger eng mit dem werkseigenen Vertriebsbüro von Thiel für den deutschen Markt, Bonnema Logistiek aus Bocholt, zusammengearbeitet.

Marco Moscheik von Bonnema ist von der Kooperation mit dem Beschaffungsdienstleister überzeugt: „Wir arbeiten bereits seit 2006 mit der Wollschläger zusammen und sind begeistert von der Professionalität der Mitarbeiter des Unternehmens.“

Individuelle Planung

Damit die Reckmann GmbH einen Eindruck des außergewöhnlichen Regalsystems erhalten konnte, hat der Wollschläger-Fachberater in Kooperation mit Bonnema die Besichtigung einer Referenzanlage im niederländischen Eindhoven organisiert.

Auch bei der Planung der Anlage haben sich alle beteiligten Unternehmen mit dem Architekten abgestimmt, um die flexiblen Möglichkeiten des Systems optimal auszunutzen. Bei dem ausgewählten Regal handelt es sich um ein modular aufgebautes Kassettenrollsystem für den Umschlag von Langgut jeglicher Art. Durch die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten ist eine Lösung entstanden, die sich dem Hallenneubau bestmöglich anpasst.

Materiallagerung in ausziehbaren „Schubladen“

Das Regal ist 6,5 Meter tief und in drei Blöcke mit einer Gesamtfläche von etwa 123 Quadratmetern unterteilt. Die zu lagernden Lasten verteilen sich auf insgesamt 161 Kassetten, die jeweils ein Gewicht von 1,5 Tonnen tragen.

Da in einer „Schublade“ meist unterschiedliche Waren lagern, sind diese durch Kabelschächte voneinander getrennt. Nach dem Entriegeln der Sperre kann die Kassette bis zu einer Länge von etwa 25 Prozent problemlos per Hand ausgezogen werden. Danach wird die Kassette mittels eines Hubwagens nahezu vollständig herausgezogen und über einen Portalkran beladen. In eingerollter Position erfolgt eine automatische Verriegelung der einzelnen Kassetten.

Regalbereiche mit Zugangsberechtigung

Da für die Verarbeitung mancher Materialien spezielle Materialbescheinigungen erforderlich sind, sind diese in einem gesonderten Regalblock untergebracht: Abschließbare Tore sorgen dafür, dass nur befugte Mitarbeiter Zugriff auf die Regale haben. Seitenwände an den Rändern der Regalblöcke sowie eine abschließbare Tür zwischen zwei Blöcken gewährleisten zusätzliche Sicherheit am Arbeitsplatz.

Im Gesamtkonzept des Hallenneubaus spielt auch die Bühne von Thiel mit einer Lagerfläche von einer Tonne pro Quadratmeter eine wichtige Rolle, die über dem abgeschlossenen Regalteil eingebaut wurde. Über diese können schwere Lasten in das erste Obergeschoss des neuen Gebäudes transportiert werden.

Einfach und schnell be- und entladen

Ein Vorteil der neuen Lagertechnik zeigt sich beim Auffüllen des Materials: Der Portalkran befördert es direkt vom LKW in das Regal. Während früher jede Stange einzeln eingelagert werden musste, kommissioniert das Unternehmen sein Material dank dieser Lösung nun im kompletten Bund.

Für eine ansprechende Optik wertet eine Lackierung in Gelb und Grau das Regal zusätzlich auf. Diese findet sich u.a. auch bei den Toren des verschlossenen Bereichs wieder. In Kombination mit der gelben Kranbrücke entsteht ein harmonisches Gesamtbild des Lagers.

Flexible Lieferzeiten

Reckmann schätzt die einfache Beladung ebenso wie die Übersichtlichkeit, die das System bietet. Auch die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten haben das Unternehmen überzeugt. Neben der Lackierung in RAL-Farbtönen sollten die Kassetten eine bestimmte Breite haben, damit zwei Kabelkanäle darin Platz finden.

Mit der Zusammenarbeit mit Wollschläger ist der zuständige Betriebsleiter Stefan Blenk sehr zufrieden, beispielsweise mit dem Liefertermin, der flexibel an die Bauphase angepasst wurde. Erst nachdem der Portalkran eingebaut war, lieferte Wollschläger das Regal. Dadurch konnte der Kran bereits beim Aufbau zum Einsatz kommen.

Reicht der Lagerplatz künftig nicht mehr aus, kann ein Regalblock in halber Breite nachgerüstet werden. Um die Sicherheit in der neuen Produktions- und Lagerhalle dauerhaft zu gewährleisten, führt ein Mitarbeiter des Unternehmens regelmäßige Inspektionen des Regals durch.