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Stahlrohre automatisch transportieren

Stahlrohre automatisch transportieren

Vor, zurück, seitwärts, schräg: Stahlrohre müssen während ihrer Herstellung in alle Richtungen transportiert werden. Beim Schweizer Stahlrohrhersteller Jansen kommen sie bündelweise vom Lager ins Tauchbad und wieder heraus. Damit sie sich dabei nicht verbiegen oder gar herunterfallen, braucht es eine präzise, feinfühlige Lösung. Konecranes entwickelt deshalb für Jansen passgenaue Brückenkrane mit einer besonderen Steuerung.

22. März 2019
Konecranes
In vier Richtungen sicher heben: Die drei Zweiträger-Brückenkrane von Konecranes heben bei Jansen in beengten Verhältnissen bis zu 13 Meter lange und bis zu fünf Tonnen schwere Bündel von Präzisionsstahlrohren sicher vom Lager bis ins Tauchbad.
(Bild: Konecranes)

Bei der Herstellung von Autos und Lkws kommt es auf Präzision an: Die Karosserie muss perfekt zusammenpassen, sonst leidet die Langlebigkeit des Fahrzeugs. Neben exakten Maßen ist auch lange Haltbarkeit gefragt, um zehn- oder gar hunderttausenden Fahrtkilometern standzuhalten – auf Asphalt, Schotterwegen sowie bei Wind und Wetter. Jansen mit Sitz im schweizerischen Oberriet fertigt Präzisionsstahlrohre für die Automobilindustrie.

Damit die Stahlrohre widerstandsfähiger werden, nehmen sie im 1923 gegründeten Betrieb vor ihrer Fertigstellung ein Tauchbad. Um dort hinein zu kommen, müssen die in Bündeln zusammengefassten Stahlrohre zunächst sicher aus dem Lager gehoben werden. Dabei dürfen sie sich weder verbiegen, noch in eine zu starke Schräglage kommen. Für ihr schützendes Bad müssen sie kontrolliert schräg gehalten werden. Dafür wird eine ganz besondere Steuerung benötigt. Konecranes hat deshalb drei ›CXT-Neo‹-Zweiträger-Brückenkrane mit Oberkran und drei Katzen speziell für Jansen konzipiert.

Rohrbündel sicher transportieren

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Die drei Krane müssen bei Jansen mehrere Aufgaben meistern, wenn sie schwere Rohrbündel vom Lager ins Tauchbad und zur weiteren Verarbeitung transportieren. »Weil die Platzverhältnisse in der Produktionshalle beengt sind, haben wir die Krane kompakt gebaut«, erläutert Andreas Scheerer, Teamleiter der Abteilung Modernization bei Konecranes. »Zeitgleich müssen sie unterschiedlich lange Rohre in vier Richtungen transportieren können.« Die Rohrbündel bei Jansen sind zwischen 3,5 und 13 Meter lang. Sie dürfen sich während des Transports nicht durchbiegen, sonst könnte es zu bleibenden Schäden an den Rohren kommen. Gleichzeitig müssen die bis zu fünf Tonnen schweren Bündel immer im Gleichgewicht bleiben. Andernfalls besteht beim Transport Abrutschgefahr.

Bei Jansen müssen sich die Stahlrohre zudem neigen, damit sie sicher ins Tauchbad kommen. »Der Winkel darf nicht zu steil sein, sonst rutschen die Stahlrohre ab«, sagt Rolf Büchel, Leiter der Produktion bei Jansen. »Nur so lassen sich die Bündel optimal eintauchen.« Nach ihrer Behandlung müssen die Rohre wieder in ihre horizontale Ausgangslage kommen – am besten automatisch.

Halbautomatische Steuerung für drei Hubwerke

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Um die Rohrbündel sicher und zuverlässig zu transportieren, haben alle drei CXT-Neo-Zweiträger-Brückenkrane einen Oberkran mit drei Katzen. Rolf Büchel: »Damit sind wir auf jede Rohrlänge vorbereitet. Ist das Bündel sehr kurz, kann der Kranfahrer zwei der drei Katzen für den Transport nutzen. Sind es sehr lange Stahlrohre, werden alle drei Hubwerke eingesetzt.« Eine von Konecranes speziell für Jansen entwickelte Steuerung vereinfacht die Kontrolle der drei Katzen. »Damit sich die Krane automatisch auf die verschiedenen Längen ihrer Fracht einstellen können, sind diese in der Kransteuerung einprogrammiert«, erläutert Andreas Scheerer. »Wählt der Kranfahrer eine Rohrlänge aus, fahren die Katzen automatisch in die richtigen Positionen. Das spart enorm viel Zeit.« Auch die Eintrittswinkel ins Tauchbad sind definiert: Kranfahrer müssen nur den Befehl für »Neigen« drücken, dann fährt der rechte Haken hoch und der linke herunter, bis der optimale Winkel erreicht ist – der mittlere Haken bleibt immer in der gleichen Position.

Für solche komplexen Aktionen muss der Kran jederzeit wissen, wo sich Katzen und Haken im Transportprozess befinden. Über eine fehlersichere SPS mit Profinet-Anbindung kommunizieren die Krane von Konecranes mit Frequenzumrichtern, Absolutwertgebern, Barcodesystemen und der Funkfernsteuerung. Andreas Scheerer: »So hat der Kran immer alle wichtigen Informationen, um sich für einen sicheren und reibungslosen Betrieb automatisch auf die Anforderungen der Aufgabe einzustellen.« Wichtige Daten erhält dank Remote-Service auch Konecranes: Per Datenfernübertragung sehen die Servicemitarbeiter frühzeitig, wenn Wartungsbedarf entsteht.

Perfekt steuern, sicher heben

Der Transport der Stahlrohre vom Lager ins Tauchbad ist bei Jansen enorm komplex. Sie müssen nicht nur sicher angehoben, sondern auch kontrolliert geneigt werden. Die Steuerung der Brückenkrane von Konecranes sorgt bei dem Stahlrohrhersteller für einen sicheren und effizienten Betrieb. Franz Fussi, Leiter Facility Management bei Jansen, freut sich: »Wir haben sehr spezielle Anforderungen an unsere Krane. Den optimalen Neigungswinkel der Rohre für das Tauchbad per Hand einzustellen, wäre sehr schwierig und zeitraubend. Mit den neuen Krananlagen erhöhen wir die Sicherheit unserer Mitarbeiter und sparen Zeit und Geld.«