Stahlbau

Duplex-System schützt Stahlkonstruktion

21. Februar 2007

In einem villengeprägten und eindrucksvoll begrünten Umfeld in München-Oberföhring liegt das Konduktive Förderzentrum, das der Rehabilition von hirnverletzten Kindern und Jugendlichen dient. Es wurde von den Münchner Reichert Pranschke Maluche Architekten entworfen und verbindet grazil und auflockernd wirkende Stahlkonstruktionen mit einem massiven, geschlossenen Baukörper. Das Zentrum dient als Tagesstätte, Kindergarten, Therapiebereich, Elternfrühberatungsstelle und als Wohnheim für zwei betreute Wohngruppen. Die Einrichtung besteht aus einem flächigen Sockelgeschoss mit einem eingeschnittenen Innenhof und zwei Einzelbaukörpern auf dem Dachplateau. An den Ecken des Basisgeschosses befinden sich die zweigeschossigen Volumen. Sie definieren die Außenkanten des Gebäudekomplexes und gliedern die Baumasse. Die Einzelbauten nehmen maßstäblich die Villenstruktur der Umgebung auf. Die Nutzung der einzelnen Gebäudeteile ist ablesbar und spiegelt sich in den Fassaden wieder. Hierdurch wird die Identifikation mit der Anlage gefördert. Die unterschiedlichen Fassaden der einzelnen Gebäude- und Nutzungsbereiche werden durch die Homogenität des Fassadenmaterials der Außenecken und des Sockels verbunden. Dem plastischen Bauvolumen in Massivbauweise wurden die wesentlichen Erschließungselemente als leicht wirkende Stahlkonstruktionen vorgesetzt. Der Zugangspavillon als Entree wird geprägt von vier Stahlstützen und einer offenen Stahldachkonstruktion, gedeckt mit einem Edelstahlnetz. Vom Pavillon, der neben dem Aufzug die offenen Erschließungstreppen umfasst, führt eine angesetzte Stahlfachwerkbrücke auf das obere Erschließungsniveau. Das Haupttragwerk der Brücke bilden Fachwerkträger aus offenen Walz- und Schweißprofilen mit ausgekreuzten Quer- und Nebenträgern. Die elf Meter lange Brücke spannt vom Hauptgebäude bis zu den Stahlstützen des Eingangspavillons. Weitere als Stahlkonstruktion ausgeführte Erschließungselemente sind die Fluchtbalkone auf der Südseite des Wohnheims, die Spindelfluchttreppe und die transparente Überdachung der Tiefgarageneinfahrt.